Neunkirchen: Martina Baumanns letzter Auftritt

Abrechnung beim Abschied

Die Neunkirchener Gemeinderatssitzung fand in der Waldschänke statt, um größere Abstände zwischen den Räten zu gewährleisten. Die Präsente für die ausscheidenden Gemeinderäte verteilte Bürgermeisterin Baumann mit Mundschutz. | Foto: Kirchmayer2020/04/Gemeinderat-Neunkirchen-Waldschanke-Baumann-Abschied-2-kir.jpg

NEUNKIRCHEN – Für fünf Bürgermeister im PZ-Verbreitungsgebiet geht die Amtszeit in diesem Monat zuende, in zwei Fällen aus freiem Entschluss, dreimal, weil die Amtsinhaber abgewählt wurden. Bei ihrem letzten öffentlichen Auftritt als Neunkirchener Bürgermeisterin verzichtete Martina Baumann auf versöhnliche Worte. Statt dessen ging sie in der Sitzung in der Waldschänke hart mit den Freien Wählern ins Gericht, vor allem in Bezug auf deren Ablehnung der „neuen Mitte“.

„Mir war es immer wichtig, dass alle eingebunden sind“, begann Baumann, klagte dann aber, die Mitarbeit aller Fraktionen sei „nur von kurzer Dauer“ gewesen. Dass die Freien Wähler die sogenannte „Neue Mitte“, also eine Neugestaltung des Neunkirchener Ortskerns, zunächst mittrugen, nach der Präsentation der Vorschläge aber einen Bürgerentscheid herbeiführten, sei „schändlich“ gewesen.

Projekt „Neue Mitte“ ist gescheitert

Im März 2016 war das Projekt durch das Votum der Bürger gescheitert, die Fronten zwischen Baumann und der FW-Fraktion waren seitdem verhärtet.
Baumann sagte, dass die Idee eines Gemeindeentwicklungskonzeptes zunächst zurückhaltend aufgenommen wurde, mittlerweile stehe aber jeder dahinter. „Ich habe meinem Nachfolger ein perfektes Konzept hinterlassen“, so die Bürgermeisterin. Sie hätte es gerne selbst realisiert, aber daraus werde nun nichts.

Jens Fankhänel (CSU), der die Stichwahl gegen Baumann deutlich gewonnen hatte, war mit seiner Frau unter den Zuschauern. In Sachen Finanzpolitik stellte sie sich ein gutes Zeugnis aus: „Trotz vieler Investitionen wurden die Schulden abgebaut.“

Dank an den Bauhof

Baumann erinnerte an die Mitarbeiter im Rathaus, die während ihrer Amtsperiode in den Ruhestand gegangen waren und dankte der Verwaltung und dem Bauhof für die gute Zusammenarbeit.

Dem Gremium dankte sie abschließend für die Arbeit „zum Wohle der Gemeinde“, dem dritten Bürgermeister Andreas Beck (CSU) für die Zusammenarbeit. Dass sie ihrer Stellvertreterin Sonja Flott (FW) deren Beteiligung am Bürgerentscheid nicht verziehen hat, ließ die scheidende Amtsinhaberin ebenfalls durchscheinen.

Den Anwesenden der acht ausscheidenden Gemeinderäte Hans Britting, Alexander Klaus, Michaela und Thomas Neumeier (alle CSU), Bernd Pieger und Heike Stengl (beide SPD) sowie Sonja Flott und Christian Müller (Freie Wähler) überreichte Baumann als Abschiedsgeschenk eine Thermostasse. Sie selbst bekam vom SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Alexander Körber einen Blumenstrauß überreicht.

Baumann wird dem Gremium künftig wieder als Gemeinderätin angehören.

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