Antrittsrede der Neunkirchener Bürgermeisterin

Baumann will mit allen im Gespräch bleiben

Der Ratsälteste Karlheinz Haberberger vereidigt Martina Baumann2014/05/baumann.jpg

NEUNKIRCHEN — In seiner ersten Sitzung präsentierte sich der neue Neunkirchener Gemeinderat unter der neuen Bürgermeisterin Martina Baumann (SPD) sehr aufgeräumt und auch voller Tatendrang. Im Vorfeld war es der  Rathauschefin ganz offensichtlich gelungen, die Interessen der drei Fraktionen unter einen Hut zu bringen – unter anderem auch dadurch, dass jede Partei weiterhin einen Bürgermeister-Posten behalten hat.

In Neunkirchen hatten sich die Kräfteverhältnisse bei der Wahl im März doch deutlich zugunsten der SPD verschoben. Mit ihrer Bürgermeisterin verfügen die Sozialdemokraten nun über sieben statt über fünf Stimmen, während CSU und Freie Wähler (jeweils 5) gleichauf liegen. Eine Situation, in der ein umsichtiges Regieren der SPD-Mehrheit gefragt sein dürfte.

Denn wohl kaum zufällig erinnerten Thomas Neumeier (CSU) und Karlheinz Haberberger (FW) in der ersten Sitzung an eine Möglichkeit: Die Freien Wähler gestanden der CSU einen Sitz im Hauptverwaltungsausschuss zu, indem sie den Christsozialen Johann Britting nominierten. Neumeier betonte daraufhin, daran sehe man, wie ausgeprägt der Wille zur Zusammenarbeit sei. Worauf Haberberger antwortete, auf die Freien Wähler sei eben Verlass …

Bürgermeisterin Baumann, die in der Woche vorher ausführliche Gespräche mit allen Fraktionen geführt hatte, betonte freilich eine andere Lesart: Es sei vorher so „beschlossen“ worden, dass jedes Gemeinderatsmitglied als ordentliches Mitglied in einem Ausschuss vertreten sein soll.

Überhaupt hatte die erste Frau am Neunkirchener Ruder viel vorgearbeitet, wie auch die vielen Zuschauer im prall gefüllten Sitzungssaal bemerkten. Alle Entscheidungen fielen demonstrativ einstimmig, auch die über Baumanns Stellvertreter: zweiter Bürgermeister ist nun Gerhard Kroder (FW) und dritter Bürgermeister ist Neuling Andreas Beck aus Kersbach (CSU).

Das war für die Gemeinde auch der Anlass, Karlheinz Haberberger nach zwölf Jahren als Bürgermeister-Stellvertreter von diesem Amt zu verabschieden. Baumann, die vorher zweite Bürgermeisterin war, dankte ihm für die gute Zusammenarbeit, worauf er erwiderte: „Ich hab‘s gern gemacht, für die Bürger sind wir da.“

Zu Beginn der Sitzung hatte die Rathauschefin in ihrer Antrittsrede ihr Rezept für eine gute Zusammenarbeit benannt: „die Weitergabe und der Austausch von Informationen, sachliche Diskussionen und transparentes Handeln bei Projekten und im sogenannten Tagesgeschäft.“ Beispielhaft seien die Gespräche mit allen Fraktionen vor der konstituierenden Sitzung gewesen – „so soll es weitergehen“.

Auf die wichtigsten Ziele ging Baumann auch ein. Sie wolle „positiv gestalten, eines aber verhindern: eine neue Stromtrasse durch unser Gemeindegebiet“. Neunkirchen müsse alle Möglichkeiten nutzen, „damit diese Trasse nicht kommt“, sagte sie. Dazu gehöre unbedingt, bis zum Frist-Ende 28. Mai für die strategische Umweltprüfung als Kommune Widerspruch einzulegen.


Alle weiteren Ziele und Vorhaben nannte sie danach: die laufenden Projekte Turnhalle Rollhofen mit Anbau, der Parkplatz am Neunkirchener Bahnhof und die Bauhoferweiterung. Sie sprach auch die anstehende Speck-Erweiterung und die offene Ortsmittengestaltung an: „Zukunftsweisend und nachhaltig müssen unsere Entscheidungen sein.“

Auffallend in der Sitzung war, dass – ähnlich wie auch unter dem neuen Schnaittacher Bürgermeister – Baumann ebenfalls viel Wert auf klare Erläuterungen legt, so dass Normalbürger leichter mitverfolgen können, was vorgeht. Zudem konnte der aktuelle Tagesordnungspunkt jeweils via Beamer-Projektion abgelesen werden.

In der Sitzung berief der Gemeinderat auch die neuen Beauftragten: Die Bürgermeisterin bleibt zuständig für Neunkirchens Kulturleben. Die ausgeschiedenen Gemeinderäte Otmar Thüringer und Wolfgang Stammler sind weiter Ansprechpartner für Senioren und Behinderte und der jüngste Gemeinderat, der 22-jährige Marius Elsner (SPD), ist neu für die Belange der Jugend zuständig.

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