Premiere des neuen Reisefilms von Walter Költsch im PZ-Kulturraum

Im hohen Norden

Walter Költsch (links) bei der Vorpremiere seines neuen Reisefilms im PZ-Kulturraum. Foto: Brinek2014/10/90973_walterkoeltschpzkulturraumbri_New_1414346764.jpg

LAUF — Seit vier Jahrzehnten reist Walter Költsch durch die Welt, er besuchte alle Kontinente und war mittlerweile in über 80 Ländern unterwegs. Seine letzte Tour zog den heimischen Abenteurer in den hohen Norden. Bei der Premiere seines dabei gedrehten Films im PZ-Kulturraum zog Költsch mit eindrucksvollen Bildern und amüsanten Anekdoten die Zuschauer in seinen Bann.

Bei seinen live kommentierten Filmvorträgen geht es Walter Költsch darum, sein Publikum hautnah am Geschehen teilhaben zu lassen. Wegen seiner lebendigen Vortragsweise war sein neuestes Filmprojekt „Mit Fahrrad und Seekajak durch Norwegen und Schweden“ am Premierenabend im PZ-Kulturraum ebenso wie fast alle seiner bisherigen 35 Veranstaltungen hier ausverkauft. Viele der Gäste outeten sich als wahre „Költsch-Fans“, denn sie kannten alle Filme, die er bisher produziert hat.

Eine Gruppe von fünf Damen aus Lauf erzählte vor Beginn: „Wir haben schon alle Filme von ihm gesehen. Am schlimmsten war ,Mit dem LKW durch Afrika‘, da blieb einem fast das Herz stehen.“ Eine Begleiterin ergänzte: „Der erzählt immer so lustig, es macht Spaß ihm zuzuhören“ und eine andere meinte: „Hier geht man gerne her. Ich könnte die Filme immer wieder ansehen“.

PZ-Verleger Lambert Herrmann begrüßte die Gäste und insbesondere den Referenten schmunzelnd mit den Worten: „Walter Költsch ist zurück in seinem Wohnzimmer, dem PZ-Kulturraum“. Költsch bedankte sich artig für die freundlichen Worte. Er war sichtlich erfreut, dass auch sein 36. Auftritt wieder vor ausverkauftem Haus stattfand und schilderte kurz, wie es zu der Premiere des Films in Lauf kam. Eigentlich war geplant, den Film Anfang November bei einem Filmfestival in Erlangen erstmalig zu zeigen. Als das Gabi Kaiser vom PZ-Kulturraum zu Ohren kam, machte sie schnell noch vor November einen Termin mit Költsch: „und edzerdla sind wir hier zuerst“ meinte er lächelnd.

Der Film gliedert sich in zwei Teile. Der erste zeigt im Wesentlichen die Strecken, die mit dem Fahrrad bewältigt werden mussten. Nur zu Ausflügen stiegen Költsch und sein Erlanger Reisepartner Peter Schröder aufs Kajak um. Im zweiten Teil wurde das Fahrrad dann auf das Kajak gepackt, denn ab hier musste die Reiseroute abwechselnd mit Fahrrad und Boot gemeistert werden.

Die Tour startete in den Lofoten, einer Inselgruppe vor der norwegischen Westküste, weit nördlich des Polarkreises. Ziel war die Ostsee in Nordschweden, dazwischen lagen schroffe norwegische Küstengebirge, die endlose Taiga Lapplands und unberührte schwedische Flusssysteme.

Vor der Reise musste das nötige Ausrüstungsmaterial zusammengestellt und verpackt werden, was bei insgesamt 99 Kilogramm Gepäck pro Person eine große logistische Herausforderung darstellte, denn die ganze Habe musste auch transportfähig sein. Die Besucher amüsierten sich köstlich, als sie Költsch beim Verstauen seines Kajaks mit den vielen Stangen und Knoten sahen und er schimpfte: „Ja Herrgott, geh‘ halt etz endlich nei“.

Das nach etlichen schönen Tagen einsetzende Schlechtwetter mit schweren Stürmen zeigte auch bei den beiden Abenteurern Wirkung, sodass die Stimmung zeitweise auf den Nullpunkt sank. Aber als die Weltenbummler nach sechs Wochen, 1100 Fahrrad- und 250 Paddelkilometern schließlich ihr Ziel Lulea an der Ostsee erreichten, sei es ein schönes Gefühl gewesen, erinnert sich Költsch, einen weiteren verrückten Reisetraum erfüllt zu haben … und bestimmt nicht den letzten.

Wer die Premiere im PZ-Kulturraum verpasst hat, bekommt noch weitere Gelegenheiten: Die November-Vorstellung ist zwar ausverkauft, aber für Januar und Februar sind bereits neue Termine in Planung.

N-Land Hans Brinek
Hans Brinek