Rock im Hangar am Flugplatz Lillinghof

Festival-Besuch mit dem Flugzeug

Kreischende Gitarren, fliegende Haare: „Die Schleppschlampen“ in Aktion2015/05/Rock_im_Hangar_Lillinghof_U__bersicht__gs.jpg

LILLINGHOF (gs) — „Ready to take off“ auf dem Flugplatz Lauf-Lillinghof. Nicht für die am Platz stehenden Flugzeuge, sondern für die drei Bands „5 Men‘s Beat“, „Die Schleppschlampen“ und „Punch“ galt dieses ehemalige Flugzeugstartsignal. Zahlreiche Partyfans waren längst im Hangar versammelt.

„5 Men‘s Beat“ durfte das „Rock im Hangar 2015“ eröffnen. Die fünf Musiker aus Franken und der Oberpfalz begeisterten von Anfang an die auf den Epperlesberg gekommenen Besucher mit ihrem Country-Rock. Als Jungferngig bezeichneten sie ihren Auftritt auf der Bühne der Flugzeughalle. Das war kaum zu glauben, weil die Musik gut abgestimmt und gespielt aus den Lautsprechern drang. Die ersten Tänzer fanden sich auf der Fläche vor der Bühne ein.

Die Band um den Rhytmusgitarristen und Sänger Klaus Mallon nahm mit bekannten Songs von Musikerlegenden wie zum Beispiel Johnny Cash schnell Fahrt auf. Bei Eric Claptons „Lay down Sally“ zeigte vor allem Tom Stiegler an seiner Fender Teleaster eine filigrane Gitarrentechnik. Unterstützt von den weichen Countryklängen, die Otto Spieß aus seiner Pedal Steel Guitar zauberte. Fingerpicking gepaart mit Slide-Tönen, geerdet von Klaus Hofmann am Bass und Manfred Wensauer am Schlagzeug, ließen eine gewisse Lagerfeuerromantik aufkommen. Natürlich dufte auch das inzwischen legendäre „Country Roads“ von John Denver nicht im Repertoire fehlen.

Nicht auf Landstraßen, eher in der Luft sind „Die Schleppschlampen“ normalerweise unterwegs. Alle Musiker sind Piloten. Gitarrist Thomas Ruf behauptet jedoch von sich, selbst nur ein Rolltreppenfahrer zu sein. An diesem Abend tauschten jedoch alle den Steuerknüppel gegen Gitarre, Mikrofon, Schlagzeug und Keyboard. Rockmusik von 1968 bis heute stand auf dem Programm. Zwar nicht in den ganz tiefen Gewässern des Rock zu Hause, war das Dargebotene doch grundsolide und begeisternd.

Organisator spielte mit

Im Hintergrund der Band steht der Organisator des Festivals, Thomas Plödt, an seinen Keyboards. „Take it easy“ von den Eagles ist nicht nur ein Song auf der Setlist. Man spürt bei diesen Musikern, wie sie aus Spaß an der Musik auf der Bühne stehen und den Kontakt zum Publikum lieben. Vor sieben Jahren aus einer Bierlaune heraus gegründet, ist diese Unbekümmertheit und Leichtigkeit immer noch zu spüren. Knaller wie „Summer of 69“ und „Some kind of wonderful“ heizten bei kühlen Frühlingstemperaturen kräftig ein. Zum Höchstflug setzten die Lokalmatadoren bei „La Grange“ von ZZ Top an.

Im Laufe des Abends trafen weitere Teams mit ihren Pipers oder Cessnas ein und packten ihre Zelte aus dem Packraum. Der Anflug war bis zum Sonnenuntergang möglich.

Zu lange Umbaupause

Für die letzte Band des Abends standen die Sterne am nächtlichen Fliegerhimmel nicht ganz so günstig. Durch eine lange Umbaupause bei den kühlen Temperaturen wanderten schon viele Besucher ab, bevor die ersten Töne der Nürnberger Coverrockband „Punch“ durch die Halle dröhnten. Zunächst tanzten sich die verbliebenen Besucher vor der Bühne warm.

Die sechs Nürnberger hatten jedoch keinen leichten Start in ihr Programm und trieben Bob Dylans „Mighty Quinn“ mit (zu) schnellen Rhythmen holprig über die Startbahn. Als sie aber in der Luft waren, fanden „Punch“ zu solider Rockmusik zurück und konnten mit tollen Gitarrenriffs, wuchtigem Bass und Keyboardtönen noch einiges gut machen. Die Tänzer dankten es ihnen. Die letzten Töne des „Final Countdown“ verhallten erst weit nach Mitternacht auf der Höhe über Schnaittach.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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