Corona-Lockerungen

Genuss im Biergarten

Die Stammkunden nutzten gleich das Bilderbuchwetter und statteten Kratzers Biergarten einen Besuch ab, während der Altstadtwirt (Mitte) in Sachen Mindestabstände Maß nahm. | Foto: J. Ruppert2020/05/IMG-5375.jpg

HERSBRUCK – „Es ist das Schwierigste, was ich jemals in meinem Leben gemacht habe“, sagt Gerhard Kratzer. Seit Montag hat der Altstadtwirt seinen Biergarten im Herzen Hersbrucks wieder geöffnet – unter Corona-Auflagen.

Bis halb zwölf Uhr haben Gerhard Kratzer und sein Team gewerkelt, um die Vorschriften zu erfüllen. Die ersten Gäste warteten bereits am neu gestalteten Eingang. Auf das Rosenspalier müssen sie zwar (noch) verzichten. Doch der Chef holt die Besucher persönlich an die Tische. Die sind die üblichen 1,50 Meter voneinander entfernt aufgestellt worden. Dadurch wirkt der Biergarten, positiv ausgedrückt, übersichtlich.

Erst Name, dann Essen

Erste Handlung auf den Plätzen ist dann nicht der Griff zur Speisekarte. Nein, zunächst müssen die Gäste einen Zettel mit Name, Anschrift und Telefonnummer ausfüllen. Sollten Coronafälle auftreten, kann das Gesundheitsamt Infektionsketten nachvollziehen.

Trotz der Beschränkungen herrscht „beim Kratzer“ Betrieb. Auch andernorts in der Hersbrucker Altstadt, egal ob in der Prager Straße, der Martin-Luther-Straße, den Marktplätzen oder am Eingang Nürnberger Tor haben die Gastronomen auf die Lockerungen reagiert und die nun wieder erlaubte Außenbestuhlung rausgestellt.

Mehr Platz

Die Mittagstische sind bei Sonne pur auch vor der Pizzeria Francesco begehrt. „La famiglia“ Giacomucci musste zwar etwas auslichten. Allerdings freuten sich die Wirtsleute, dass die Stadt Hersbruck allen Gastronomen und Restaurantbesitzern mehr öffentlichen Raum für die Tische und Stühle zur Verfügung stellt. Außerdem entfallen heuer die Sondergebühren für die Nutzung der Freiflächen.

Pietro Giacomucci bietet beim Servieren der Speisen und Getränke einen ungewohnten Anblick: Mund-/Nasenschutz und Gummihandschuhe sind Pflicht. Zum Hygienekonzept gehören Desinfektionsmittel, Reinigen der Tische und Stühle und laminierte Speisekarten. Das Angebot ist fast so groß wie vor Corona. An Kleinigkeiten werden die Einschränkungen aber schon erkennbar. So kamen Salz, Pfeffer und Öl von den Tischen weg. „Babbo“ Francesco Giacomucci lässt sich von so etwas nicht die Laune verhageln und freut sich, dass wieder „auf“ ist.

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N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert