Anliegerversammlung am 8. Juni

Firma „Franken“ baut in Rückersdorf

Zur Frankenstraße hin wird sich das Bild der Firma Franken wohl so gut wie nicht verändern – dahinter schon. | Foto: Kohl2016/05/Firmenareal-Franken-Ruckersdorf-TK-8918-1.jpg

RÜCKERSDORF — Das Bauvorhaben der Firma Franken (einer Laufer Emuge-Tochter) auf ihrem Gelände im Südwesten Rückersdorfs, in Bahnhofsnähe zwischen Frankenstraße und Eichenstraße, wird konkreter. Der Gemeinderat hat sich mit einem Bebauungsplan-Entwurf beschäftigt, der Rahmenbedingungen für das Erweiterungsprojekt des Unternehmens schafft. Franken muss hohe Lärmschutz-Auflagen erfüllen, was aber auch bedeutet, dass der Neubau im Norden des Areals (Richtung Eichenstraße) ziemlich stattlich wird.

Das neue Gebäude an sich wird wohl künftig ähnlich hoch werden wie der schon bestehende Trakt zur Frankenstraße hin. Hinzu kommt aber ein Aufsatz für schallgedämmte Haustechnik-Anlagen. Wie so ein Aufsatz aussehen kann, sieht man beim Emuge-Neubau am westlichen Ortseingang von Lauf.

Was hat der Emuge-Ableger „Franken“ in Rückersdorf vor? Diese Frage beschäftigt viele Anwohner im Umfeld der Präzisionswerkzeuge-Fa­brik schon länger. Allmählich nimmt der Plan, der anfangs wie eine vage Absichtserklärung erschien, Form an, wie das Thema im Gemeinderat beweist. Das Unternehmen will die alten Gebäude im Norden ihres Grundstücks durch einen langgestreckten, bis zu zwölf Meter hohen Neubau ersetzen.

Das muss aber nicht das sprichwörtliche Ende der Fahnenstange sein: Auf dem Dach sind „Haustechnik-Anlagen“ von bis zu 3,5 Metern Höhe zulässig, wenn sie um jeweils drei Meter von den Gebäudekanten zurückgesetzt sind.

Was bedeutet das für die Anwohner? Diese Frage soll bei der Anliegerversammlung am Mittwoch 8. Juni ab 19 Uhr im Rückersdorfer Bürgersaal erörtert werden. Optisch werden die Nachbarn wohl mit einem stattlichen Fabrikneubau leben müssen, aber akustisch wird es möglicherweise sogar angenehmer als bisher.

Die Haustechnik auf dem Dach muss nämlich „eingehaust“ werden, also eine starke Geräuschdämmung bekommen. Bisher war – und ist – der Geräuschpegel ein Problem, wie Anwohner sagen. Möglicherweise hält der hohe Neubau aber auch Bahnlärm von den Wohnhäusern ab.

Eine Fabrik braucht Parkplätze – bei einer Erweiterung mehr als vorher. Die Firma will nun neue Stellplätze entlang ihrer Grundstücksgrenze zur Eichenstraße schaffen, erklärte Guido Bauernschmitt, der im Auftrag des Rathauses die Bauleitplanung für das gesamte westliche Gemeindegebiet überarbeitet.

Der Gemeinderat will „in diesem sensiblen Bereich“, der ansonsten fast nur zum Wohnen dient, Nägel mit Köpfen machen, wie es heißt. Die Parkplätze zur Eichenstraße hin müssen deshalb abgeschirmt werden: durch einen vier Meter breiten Grünstreifen (der auch als ökologische Ausgleichsfläche zählt) und eine Schallschutzwand – für den Fall, dass dort auch nachts ein- und ausgeparkt wird.

Im Bereich Grabenstraße/Eichenstraße sieht die Planung eine Zufahrt zum Werksgelände vor. „Nur für den Notfall“, hieß es in der Gemeinderatssitzung. Die reguläre Verkehrsanbindung solle weiterhin über die Frankenstraße erfolgen.
In die Bauleitplanung, die ganz speziell für dieses Firmenprojekt ausgearbeitet wurde, ist auch das angrenzende Lackiererei-Anwesen einbezogen. Grundsätzlich wolle man mit diesen neuen Plänen aber nur den Bestand erhalten und eine nachbarschaftsverträgliche Modernisierung der hier ansässigen Betriebe ermöglichen, heißt es.

N-Land Thomas Kohl
Thomas Kohl