Posaunenchorjubiläum und Kirchweih in Beerbach

Viel Grund zum Feiern

Die Aktiven des Beerbacher Posaunenchors feierten das 60-jährige Bestehens ihres Vereins mit einem Bläsergruß. | Foto: Jahn2018/09/Beerbach-Jubilaum-Posaunenchor-Blasergruss-gja.jpg

BEERBACH — In Erinnerung an die Weihe der St. Egidien-Kirche hat die evangelische Kirchengemeinde Beerbach am Sonntag ihre Kirchweih begangen. Doch es gab noch einen weiteren Grund zum Feiern: Der Posaunenchor Beerbach freut sich über sein 60-jähriges Bestehen.

Die weiße Fahne mit dem violetten Kreuz, der sogenannte „Zachäus“, der zum Kirchweihfest wieder am Kirchturm ausgehängt war, verkündete allen Kirchgängern: „Hier ist etwas Besonderes los, hier gibt’s was zu Feiern, kommt vorbei“. Und es funktionierte: Die Kirche war voll. Das mag auch daran gelegen haben, dass der Posaunenchor Beerbach ebenfalls etwas zu feiern hatte: Seit 60 Jahren erfreuen die Instrumentalisten ihre Zuhörer.

Unter der Leitung von Günther Mößel machte der Jubiläums-Posaunenchor den Auftakt. Gemeinsam mit Bläserfreunden aus den Nachbargemeinden Eckenhaid, Eschenau, Forth, Kalchreuth und Uttenreuth stimmte er zu Beginn des Festgottesdienstes „Highland Cathedral“ an.

Pfarrerin Claire Menzinger zeigte sich in ihrer Predigt erfreut über die parallele Feier der Kirchweihe und des Posaunenchorjubiläums. Diese Gleichzeitigkeit sei eine schöne Symbolik, denn sie zeige, dass Posaunenchor und Gemeinde, Kirchenmusik und Gottesdienst eng miteinander verwoben sind. „Als Gemeinde gratulieren wir unserem Posaunenchor ganz herzlich“, fügte sie an.

Ein sehr aktiver Verein

Die Pfarrerin erzählte, dass die Bläserschar mit über 90 Proben und Einsätzen pro Jahr wohl die aktivste Gruppe der Gemeinde sei und mit 60 Jahren auch die beständigste Gemeinschaft. Faszinierend ist, dass der Chor in wunderbarer Weise Jung und Alt vereint. Das hat sicherlich auch mit dem integrativen Leitungsstil von Günther Mößel zu tun und mit seiner Bereitschaft, immer wieder Jungbläser für den Chor zu gewinnen und auszubilden.

Nach einem Rückblick in die Geschichte und Grußworten – für die Stadt war 2. Bürgermeister Norbert Maschler gekommen, für den Landkreis Landrat Armin Kroder – standen Ehrungen an. Mit Urkunden und Geschenken der Stadt wurden Georg Mersberger aus Günthersbühl und Manfred Rohleder aus Kleingeschaidt geehrt, die seit 50 Jahren dem Posaunenchor angehören. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Dietmar Horlamus aus Kleingeschaidt, der dem Posaunenchor seit 40 Jahren treu ist.

Im Anschluss spielte der Posaunenchor die „Echo-Fantasie“ und gab nach dem Gottesdienst ein Standkonzert vor dem Festzelt zur Kirchweih. Hier wurden sechs weitere Lieder vorgetragen – beginnend mit einem Marsch bis zum Schlusspunkt, dem Lied „Möge die Straße uns zusammenführen“.

Mittagessen im Festzelt

Zum Mittagsessen gab es im Zelt ein großes Stelldichein. Die Kirwagäste hatten sich viel zu erzählen und ließen sich dazu Schweinebraten und Kloß schmecken. Darüber hinaus verlockten gegenüber im Pfarrgemeindehaus leckere Kuchen und Torten, welche die Gemeindemitglieder selbst gebacken hatten, zum gemütlichen Kaffeeklatsch. Außerdem gab es einen Verkaufsstand mit fair gehandelten Produkten aus dem Eine-Welt-Laden in Eschenau und am Stand der Diakonie Unteres Pegnitztal erhielten die Besucher nützliche Gesundheits-Tipps.

Ewald Glückert, Laufs ehemaliger Stadtarchivar und ein außerordentlicher Kenner seines Heimatorts Beerbach, blätterte bei einer Führung zur Geschichte der Beerbacher Kirche und ihrer Gemeinde in einem mehr als fünf Jahrhunderte umfassenden Kalender. Dabei hob er ganz besonders die historischen Daten hervor, die mit der Geschichte der Egidienkirche und der Kirchengemeinde im Zusammenhang stehen.

Mit der Schlussandacht in St. Egidien, die in diesem Jahr unter dem Motto „Glockenläuten“ stand, endete der Kirchweihtag. Anlass für das diesjährige Thema der Abend­andacht ist die geplante Erneuerung des dreistimmigen Geläuts im Kirchturm von St. Egidien. Zu Beginn wurden die Anfangszeilen des Beerbacher Heimatgedichtes „Hör` ich von Beerbach Glocken läuten“ vorgetragen. Dieses wurde einst verfasst von einem Eschenauer, der aus Neunhof stammte. Es schildert den Werdegang der Beerbacher Glocken.
Kantor Klaus Schmidt an der Orgel, der Jubiläumsposaunenchor und der Gesang der Gemeindemitglieder gestalteten den festlichen Ausklang des Tages musikalisch.

N-Land G. Jahn
G. Jahn