NÜRNBERGER LAND – Die SPD-Fraktion Nürnberger Land hat beantragt, dass sich der Kreistag in einer seiner nächsten Sitzungen intensiv mit dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) austauscht. Im Fokus stehen die geplanten Digitalisierungsschritte des Verbundes für die Jahre 2027 bis 2030. Das Ziel der Sozialdemokraten: digitaler Fortschritt ja, aber nicht auf Kosten der Schwächsten, heißt es in einer Pressemitteilung.
Die Pläne des VGN, die Digitalisierung im Verbandsgebiet weiter voranzutreiben, stoßen bei der SPD-Fraktion grundsätzlich auf breite Zustimmung. Angesichts des großen Erfolgs des Deutschlandtickets ist es nur logisch, das Fahrkartenangebot an die neuen digitalen Rahmenbedingungen anzupassen. Ein vereinfachtes Sortiment sorgt für mehr Durchblick bei den Fahrgästen. Auch der schrittweise Verzicht auf Bargeld und Papier ist eine große Chance für die Zukunftsfähigkeit des ÖPNV. Dass bereits heute über 87 Prozent aller Fahrten mit digitalen Tickets absolviert werden, unterstreicht die erfolgreiche Arbeit der VGN-Geschäftsführung in diesem Bereich.
Alternativen für Menschen ohne Smartphone oder Digitalaffinität
„Die verbleibenden 13 Prozent dürfen jedoch kein Grund sein, den digitalen Wandel zu bremsen. Sie dürfen aber ebenso wenig einfach vergessen werden. Ein Verzicht auf Papiertickets ohne adäquate, leicht zugängliche Alternativen würde vor allem vulnerable Gruppen hart treffen“, so Kreisrat Jan Plobner.
Ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger, die ohnehin ein höheres Risiko für Einsamkeit und soziale Isolation tragen, und Menschen mit Beeinträchtigungen, für die ein barrierefreier Zugang zu Mobilität die Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe ist, stehen hier für die SPD im Fokus. Als Besteller des Nahverkehrs sehen die Kreispolitikerinnen und -politiker hier eine klare Fürsorgepflicht. Für die Menschen ohne Smartphone oder Digitalaffinität müsse es auch in Zukunft einfache Möglichkeiten geben, mobil zu bleiben. Wie genau diese Lösungen aussehen und wie der VGN die konkreten Umsetzungsschritte bis 2030 plant, ist aus Sicht der Fraktion ein zentrales Thema, das dringend im Kreistag diskutiert werden muss.
