Rundum gelungene Aktion

Segen zum Aufkleben

So dicht gedrängt und fröhlich wie im vergangenen Jahr kann es diesen Januar nicht zugehen. Die Feuchter Sternsinger sind trotzdem mit Elan bei der Sache gewesen und haben allen Feuchter Haushalten kleine Segenspäckchen in die Briefkästen geworfen. | Foto: Archiv/Marion Koch2021/01/Feucht-Sternsinger-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND – Nicht singen, nichts aufsagen, nicht umherziehen – die Sternsingeraktion drohte dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie ins Wasser zu fallen. Doch das kam für die Pfarreien im Nürnberger Land nicht in Frage.

Das Feuchter Team rund um Silke Deckelnick hat sich viele Gedanken gemacht, wie es die Aktion an die aktuelle Situation anpassen kann. Einfach Absagen kam für die Feuchter Organisatoren nicht in Frage, genauso wenig wie traditionelles Umherziehen. Der Kompromiss: 75 Jungen und Mädchen waren in den letzten Tagen unter Einhaltung der derzeit gültigen Regeln in Feucht unterwegs, um allen Haushalten einen Flyer für die Sternsingeraktion und einen gesegneten Aufkleber mit dem Segensspruch in die Briefkästen zu werfen.

Natürlich waren die Kinder traurig, dass das gemeinsame Erlebnis des von Tür zu Tür Gehens, wegfällt“, berichtet Organisatorin Silke Deckelnick. Verzagt seien sie deswegen aber noch lange nicht gewesen. Im Gegenteil. „Sie haben sich leichter in die Situation ergeben als manch Erwachsener“, sagt Deckelnick. Mit einem gesunden „Ist nun mal so“ hätten sich die Feuchter Sternsinger umso emsiger ans Verteilen gemacht. Viele der kleinen Könige, die Segenswünsche fürs neue Jahr in die Briefkästen warfen, hatten gar Bedenken, dass es nicht genug für sie zu tun geben könnte. Sollte jemand ausnahmsweise keinen Aufkleber vorgefunden haben, kann er sich diesen gerne im Katholischen Pfarrbüro zu den Öffnungszeiten abholen.

Positives Feedback

Das Feedback aus der Feuchter Bevölkerung war durchweg sehr positiv. Unter anderem schlage sich das in der erfreulichen Spendensumme wieder, heißt es in einer Pressemitteilung. 8235 Euro sind bisher auf dem Konto der Katholischen Kirchenstiftung, das auf dem Flyer angegeben ist, eingegangen. Zu dem fantastischen Sammelergebnis von 2020 fehlten allerdings noch rund 11 000 Euro. „Darum dürfen Sie gerne auch weiterhin Ihre Spenden überweisen oder in einem Kuvert im Pfarrbüro abgeben“, ermuntert Marion Koch, die für die Öffentlichkeitsarbeit in der Pfarrei zuständig ist, potentielle Spender. „Die Kinder, denen es am Nötigsten zum Leben fehlt, werden es Ihnen danken.“ Die Sternsingeraktion wurde dieses Jahr bis Dienstag, 2. Februar, verlängert.

Verständnis bei den Sternsingern

Auch die Verantwortlichen im katholischen Pfarrverband Altdorf, Winkelhaid, Burgthann, Leinburg haben sich etwas zum Ausgleich einfallen lassen und Segenspäckchen an die verschiedenen Haushalte verteilt. Die Altdorfer Sternsinger stehen den Feuchtern in puncto Eifer in nichts nach. Wen auch immer er gefragt habe, durch die Bank habe es sofort geheißen: „Klar, wir machen trotzdem mit“, sagt Christian Schmidt, der die Altdorfer Sternsinger seit langem betreut. Auch viel Verständnis habe er von seinen Schützlingen erfahren. „Natürlich kann man das im Lockdown nicht so handhaben wie sonst. Das hat jeder sofort eingesehen“, berichtet Schmidt.

Trotzdem freut er sich bereits auf nächstes Jahr, wenn die Aktion wieder hoffentlich wie gewohnt stattfinden kann. Den bürokratischen Aufwand der diesjährigen Akrion wird er nicht vermissen. „Es ist leichter, mit knapp 60 Sternsingern von Haus zu Haus zu ziehen, als 10 000 Tütchen zu verpacken und zu organisieren, dass alles ordnungsgemäß verteilt wird“, sagt der Altdorfer Betreuer.

Aufkleber reichen für alle aus

Wer noch kein Sternsingerpäckchen bekommen hat, muss nicht bangen, er wurde vergessen, beruhigt indes die Altdorfer Gemeindereferentin Brigitte Märx. „Alle Haushalte bekommen die Segensaufkleber“, versichert sie. „Es könnte nur noch ein paar Tage dauern.“ Kreide und Weihrauch können gläubige Altdorfer in der katholischen Kirche abholen.
Die Schwarzenbrucker hatten bis zuletzt noch gehofft, eventuell doch als Weise aus dem Morgenland von Tür zu Tür gehen zu können. Doch auch sie haben eine Alternative gefunden: In der Katholischen Kirche in Schwarzenbruck und in der Kapelle in Mimberg liegen die Segensaufkleber aus. Auch in der Evangelischen Kirche in Schwarzenbruck und Rummelsberg können sich Interessierte einen Aufkleber mitnehmen.

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