HAPPURG – Die Geschichte des Happurger Stausees reicht weit zurück. Nach einem schweren Hochwasser 1909 entstanden bereits 1911 erste Pläne für ein Hochwasserrückhaltebecken. 1958 wurde der Stausee dann schließlich als Herzstück von Bayerns größtem Pumpspeicherkraftwerk in Betrieb genommen. Trotz Stilllegung des Werks 2011 erfüllte der See noch eine Doppelfunktion – als Hochwasserschutz und Naherholungsgebiet. Nun rückt das Ende der Zwangspause in greifbare Nähe. Vertreter der Bunten Liste und der Hersbrucker Bürgergemeinschaft hatten Gelegenheit, die Sanierungsmaßnahmen zu besichtigen.
Geführt wurde die Gruppe von Jürgen Damm, Leiter der Kraftwerksgruppe Pumpspeicher bei Uniper, sowie vom leitenden Ingenieur Sebastian Haas. Damm hatte laut Pressemeldung der HBG gute Nachrichten: Das Unternehmen liege im Zeitplan und will die Anlage 2028 wieder in Betrieb nehmen. Dafür investiere Uniper rund 250 Millionen Euro. Das Prinzip der Anlage sei simpel: Bei einem Stromüberschuss im Netz wird das Wasser des Stausees ins höher gelegene Oberbecken gepumpt. Steigt der Strombedarf, schießt das Wasser wieder hinab ins Tal und treibt die Turbinen an. Sobald der Betrieb wieder läuft, soll das Kraftwerk die Energieversorgung von rund 160.000 Menschen absichern. In der Turbinenhalle ist bereits ein Großteil der generalüberholten Maschinen wieder montiert.
Sanierungsmaßnahmen am Oberbecken
Eindrucksvoll präsentierten sich die Sanierungsmaßnahmen am Oberbecken. Um das zerklüftete Karstgelände wasserdicht zu machen, sei Spezialtiefbau gefragt. Rund 17.000 Löcher mit einer Tiefe von bis zu acht Metern seien in den Boden getrieben worden, um das Gestein dauerhaft zu versiegeln.
Die neu verlegte „Teichfolie“ sei inzwischen unter neuen Schutzschichten verschwunden. Ein Teilbereich des Beckens wurde zu Testzwecken bereits asphaltiert. Nach Abschluss der Arbeiten dürfen Spaziergänger den Damm wieder betreten. Zum Schutz wird ein Sicherheitszaun installiert. Beeindruckt von den Dimensionen und dem Baufortschritt bedankten sich Angelika Pflaum und Andrea Nüßlein bei Jürgen Damm und Sebastian Haas für die Führung.
