ALTDORF – „War schön, war anstrengend, reicht jetzt!?“: Unter diesem augenzwinkernden Motto verabschiedete die Fachakademie für Sozialpädagogik des Landkreises Nürnberger Land in Altdorf 28 ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher.
Hinter ihnen liegen vier beziehungsweise drei intensive Ausbildungsjahre, zahlreiche Praxiserfahrungen und viele persönliche Herausforderungen. Vor ihnen liegt ein Beruf, in dem sie Verantwortung übernehmen, Menschen begleiten und deren Zukunft mitgestalten.
Mit der feierlichen Übergabe ihrer Zeugnisse dürfen sie sich nun „staatlich anerkannte Erzieherinnen“ und „staatlich anerkannte Erzieher“ nennen. Eröffnet und moderiert wurde die Feier von Marie Kohl und Max Söllner aus der Abschlussklasse.
„Wir waren ein Team“
Wie eng die Gemeinschaft während der Ausbildung geworden war, brachte Marie Kohl zum Ausdruck: „Ich konnte es mir nicht vorstellen, aber ich werde die Schule vermissen. Das Zusammensein, auch mit den Lehrkräften, war immer auf Augenhöhe. Wir waren ein Team. Das behalte ich in meinem Herzen.“
Auch die Grußworte richteten den Blick über den Abschluss hinaus. Altdorfs Bürgermeister Martin Tabor betonte, wie wichtig es sei, die Ausbildung fest auf den Grundpfeilern der Demokratie zu gestalten. Denn gerade pädagogische Fachkräfte hätten die Aufgabe, Respekt, Toleranz und Mitmenschlichkeit nicht nur zu vermitteln, sondern täglich vorzuleben.
Kritik an Sparmaßnahmen
Der stellvertretende Landrat Robert Ilg schlug ebenfalls politische Töne an. Er beanstandete Veränderungen und Kürzungen im sozialen Bereich und machte deutlich: Soziale Arbeit braucht nicht nur Anerkennung, sondern auch verlässliche Rahmenbedingungen. Wer hier spart, spart an der Zukunft der Gesellschaft.
Für einen besonders emotionalen Moment sorgte Schulleiterin Linda Neundorf. Sie blickte auf die letzten gemeinsamen (Lern-)Jahre zurück, betonte das fachliche und persönliche Wachstum jedes Einzelnen und sprach von ihrem großen Stolz auf die Absolventinnen und Absolventen.
Beeindruckend ist auch die Bilanz des diesjährigen Abschlussjahrgangs: 22 der 28 Absolventinnen und Absolventen erwarben neben ihrem Berufsabschluss eine zusätzliche Qualifikation. Neun bestanden die fachgebundene Fachhochschulreife. Sie können nun sozialpädagogische Fächer an einer Fachhochschule studieren. Weitere 13 erwarben die allgemeine Fachhochschulreife. Damit steht ihnen ein Studium aller Fachrichtungen an einer Fachhochschule offen. Diese Zahlen zeigen: Dieser Jahrgang hat nicht nur durchgehalten, sondern Chancen genutzt und sich neue Bildungswege eröffnet.
Erste Kinderpflegeausbildung
Während die einen Abschied nahmen, richtet die Schule den Blick bereits nach vorn. Ab dem kommenden Schuljahr startet erstmals die Kinderpflegeausbildung an der dafür gegründeten Berufsfachschule für Kinderpflege Altdorf des Landkreises Nürnberger Land. Das Interesse ist enorm: Bereits jetzt gibt es Wartelisten für den Ausbildungsstart im kommenden September. Der erste Jahrgang beginnt dann mit 32 Schülerinnen und Schülern.
Musikalische Beiträge der Schulband, ein eigener Beitrag der Abschlussklasse und ein Bilderrückblick ließen zudem die gemeinsame Zeit noch einmal lebendig werden. Den Höhepunkt bildete schließlich die Zeugnisausgabe – ein Moment voller Stolz, Erleichterung und Aufbruch. Beim anschließenden Sektempfang wurde gefeiert, gelacht und zurückgeblickt.
