ALFELD – Öfter mal mit offenen Augen durch die Natur gehen – wie das geht, hat Karl Rauenbusch 14 wanderfreudigen Interessierten bei der Landschaftswanderung „Alfelder Rinntal“ des LBV Alfeld gezeigt.
Er zog die Teilnehmer dabei mit spannenden Informationen zu Flora, Fauna, Kuriosem und Historischem immer wieder in den Bann. Die stellten dabei fest, dass Flora und Fauna im „Naturschutzgebiet Rinntal“ doch eine weit vielfältigere ist, als die in den heimischen Gärten.
Erste Station war laut Pressemeldung des LBV Alfeld eine Quellfassung am Alfelder Bach, an der man dank erstklassiger Wasserqualität kleine Bachflohkrebse beobachten konnten. Danach ging es dem Naturlehrpfad folgend steil bergauf, wo alle immer wieder Spannendes zu dort vorkommenden Pflanzen erfahren konnten. So zum Beispiel zu der hier noch vorkommenden Küchenschelle, deren Verbreitung früher durch Rinder-Beweidung der Hänge und den daraus resultierenden Verletzungen der Grasnarbe gefördert wurde. Interessant ist auch, dass der Name nichts mit der Verwendung in der Küche zu tun hat, sondern eher mit den Tieren, daher auch „gewöhnliche Kuhschelle“. Karl Rauenbusch wusste auch Interessantes zu seltenen Orchideen, aber auch zu den Raupen der Gespinstmotten, die zur Zeit ganze Schlehenbestände kahlfressen, zu sagen.
Kurioser Apfelbaum
Nach einem kurzen Abstieg erreichte die Gruppe am Pumpenhaus das Rinntal. Anhand von Schautafeln konnten die Männer und Frauen einiges zur Entstehungsgeschichte der Felsen als Riffformationen des Jurameeres erfahren und wie sich durch Ausbreitung des Waldes das Tal im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert hat. Das Rinntal wurde früher durch Beweidung mit Rindern vor Verbuschung bewahrt. Bis heute noch wird mit Schafen unter klarer Reglementierung das Rinntal beweidet. Viele Hutanger der Hersbrucker Alb können dank der unermüdlichen Arbeit des Naturschutzzentrums Wengleinpark sogar wieder mit Rindern beweidet werden.
Beeindruckend war auch ein einzeln stehender Apfelbaum im Rinntal. Kurioserweise konnte bei der landkreisweiten Kartierung von Apfelbäumen der Kartier-Spezialist den Baum nicht zuordnen – somit wurde kurzerhand dem Apfel der Name „Der Schöne vom Rinntal“ gegeben. Spannend waren auch die Erklärungen zu vielen weiteren seltenen Bewohnern, wie den „Mordwanzen“, die als Nahrung andere Insekten fressen.
Besonders schön und sehr typisch für die Alfelder Landschaft sind Trockenmauern, mit denen in früheren Jahren versucht wurde, den sehr mageren und durch die vielen Hänge und Täler beschränkten Anbaugebieten mehr Fläche abzuringen. Leider verfallen die Mauern zunehmend, da der Aufbau sehr aufwendig und teuer wäre – zum Leidwesen vieler in den Mauern lebender Tierarten.
