Stunde der Gartenvögel

LBV in Sorge: Zahl der Mehlschwalben und Mauersegler nimmt ab

Insektenjäger wie der Mauersegler kommen immer seltener in bayerischen Gärten vor - das hat die Zählaktion Stunde der Gartenvögel ergeben.
Insektenjäger wie der Mauersegler kommen immer seltener in bayerischen Gärten vor - das hat die Zählaktion Stunde der Gartenvögel ergeben. | Foto: Ralph Sturm2026/05/q40-f499x419-1024x657-1.webp

NÜRNBERGER LAND - Bei der diesjährigen Stunde der Gartenvögel des bayerischen Naturschutzverbands LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und NABU meldeten die Teilnehmenden erneut sehr wenige Vögel pro Garten: fast zehn Vögel weniger als noch vor zehn Jahren. Besonders Insektenjäger wie Mauersegler und Mehlschwalben wurden heuer in geringer Zahl gemeldet, obwohl das Wetter am Zählwochenende vielerorts warm und trocken war.

„Dass selbst bei gutem Flugwetter weniger Tiere beobachtet wurden, bereitet uns Sorge. Der Rückgang der Fluginsekten macht sich offenbar immer stärker bemerkbar“, ordnet LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson die Ergebnisse ein. Trotz der besorgniserregenden Entwicklung bei einigen Arten im Siedlungsraum sieht der LBV auch Hoffnungsschimmer – besonders dort, wo Menschen ihre Gärten oder Balkone naturnah gestalten.

Insgesamt haben sich rund 10.800 Menschen aus mehr als 7300 Gärten in Bayern an der Vogelzählaktion beteiligt. Sie zählten dabei rund 190.000 Vögel. Alle Ergebnisse sind einsehbar unter sdg.lbv.de.

Lebensgrundlage schrumpft

Mauersegler und Mehlschwalben sind auf Insekten angewiesen, die sie im Flug jagen. Doch mit sinkenden Insektenbeständen schrumpft auch die Lebensgrundlage für die Flugkünstler. Darüber hinaus sind fehlende Nistmöglichkeiten ein Problem für diese Vögel, die meist an Gebäuden brüten.

Etwas Entwarnung gibt es dagegen bei den Finkenarten: In Bayern weist derzeit nichts auf eine akute Infektionswelle durch Trichomonaden hin. Das sind Parasiten, die von Vogel zu Vogel übertragen werden und oft zum Tod führen. Grünfink, Buchfink und Stieglitz zeigen niedrige, aber stabile Zahlen. „Den Grünfink werden wir in den kommenden Jahren trotzdem genau im Blick behalten. Denn seit dem massiven Einbruch durch die Krankheit vor mehr als zehn Jahren hat sich der Bestand nicht erholt“, so Angelika Nelson. Besonders wichtig ist es deshalb, auf Hygiene an Futterstellen und Vogeltränken zu achten.

Die Top Ten 2026

Die Top Ten der Gartenvögel bleiben an der Spitze unverändert: Wie in den Vorjahren landet der Haussperling auf Platz 1, gefolgt von Amsel und Star. „Spatzen leben besonders gesellig und treten oft in größeren Gruppen auf. So bleibt der Haussperling auch heuer der am häufigsten beobachtete Gartenvogel“, erklärt Angelika Nelson.

Sein naher Verwandter, der Feldsperling, hat in den vergangenen Jahren zwar deutlich abgenommen, erreicht aber noch Rang 5. Amseln sowie Kohl- und Blaumeisen kommen in vielen Gärten vor, verteidigen jedoch ihre Reviere und werden deshalb meist nur einzeln oder paarweise beobachtet. Die Kohlmeise landet damit erneut auf Platz 4, die Blaumeise auf Rang 6. Elster und Rabenkrähe belegen die Plätze 7 und 8. Der Mauersegler rutscht auf Platz 9 ab, während die Mehlschwalbe nicht mehr unter den Top Ten ist.

Ringeltaube neu in der Top Ten

Neu dabei ist in diesem Jahr die Ringeltaube - sie schafft es auf Rang 10. „Die Ringeltaube ist sehr anpassungsfähig. Sie findet auch in Städten und Siedlungen Brutplätze und ausreichend Nahrung und wird deshalb in Bayerns Gärten immer häufiger beobachtet“, so die LBV-Vogelexpertin.

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