NÜRNBERGER LAND – Wer sich in einem Verein engagiert, übernimmt oft mehr Verantwortung, als ihm zunächst bewusst ist. Das WinWin Freiwilligenzentrum des Landratsamts Nürnberger Land, das seit mehr als zehn Jahren die ehrenamtliche Arbeit im Landkreis unterstützt und berät, hat daher ein neues Fortbildungsprogramm für Vereinsvorstände und Ehrenamtliche zusammengestellt.
Den Auftakt macht der „Vereinsführerschein 2026“, der ab dem 17. September jeweils um 18.30 Uhr online startet und sich an aktive Vereinsvorstände sowie an Ehrenamtliche richtet, die sich auf eine Vorstandsaufgabe vorbereiten oder künftig Verantwortung im Verein übernehmen möchten. In sieben Modulen zu je 90 Minuten vermittelt Vereinsberater und Coach Karl Bosch, der seit vielen Jahren selbstständig Vereine berät und unter anderem auch die Servicestelle für Vereine im Landkreis Lindau leitet, das Grundlagenwissen, das geschäftsführende Vorstände für eine rechtssichere Arbeit benötigen.
Themen sind unter anderem Recht, Versicherung und Haftung, Satzung, Kassenführung sowie die Mitgliederversammlung. In jedem Modul bleibt zudem Zeit für individuelle Fragen der Teilnehmenden. Als einzige Fortbildung im Programm ist sie nicht kostenfrei –, wobei die teilnehmende Person innerhalb des Vereins wechseln kann.
Auf viele Schultern verteilt
Am Montag, 21. September, folgt von 18 bis 20 Uhr im Landratsamt Lauf das kostenfreie Seminar „Neue Wege der Vereinsführung am Beispiel des Teamvorstands“. Da viele Vereine Schwierigkeiten haben, Nachfolger für Vorstandsämter zu finden, zeigt die Veranstaltung, wie Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt werden kann und welche Voraussetzungen es dafür gibt. Das Thema greift ein Anliegen auf, das gerade im WinWin Freiwilligenzentrum besonders präsent ist: Erst im Oktober 2025 hatte Zentrumsleiterin Kerstin Stocker gemeinsam mit den Ehrenamtsexperten Maria Schneider und Karl Bosch das Handbuch „Teamvorstand – Schritt für Schritt zum Ziel“ veröffentlicht, das Vereinen mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Mustervorlagen für Satzung und Geschäftsordnung zeigt, wie sich Vorstandsarbeit auf mehrere Personen verteilen lässt. Der Ratgeber wurde von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen mit dem Innovationspreis 2025 ausgezeichnet und steht zum Download bereit. Für das Seminar sind nur noch wenige Plätze verfügbar.
Umgang mit Belastung
Einen Tag später, am 22. September, steht von 17 bis 20 Uhr ebenfalls im Landratsamt Lauf der Umgang mit belastenden Situationen im Ehrenamt im Mittelpunkt. Referent Simon Spindler erklärt in seinem Vortrag, wie Engagierte reagieren können, wenn ihnen im Rahmen ihrer Tätigkeit Sorgen, Konflikte oder schwierige Lebenssituationen anderer anvertraut werden – etwa weil im Ehrenamt oft ein besonderes Vertrauensverhältnis entsteht – und wie sie dabei selbst psychisch gesund und handlungsfähig bleiben. Kompakter fällt das Format „Draufgschaut“ aus: Am Montag, 26. Oktober, gibt es von 18 bis 18.45 Uhr in nur 45 Minuten einen Überblick über Instrumente einer guten Anerkennungskultur im Ehrenamt, etwa die Bayerische Ehrenamtskarte. Den Abschluss der Reihe bildet am Mittwoch, 9. Dezember, von 18 bis 19.30 Uhr das Online-Seminar „Mitgliederbefragungen als Steuerungsinstrument für den Verein“. Es geht der Frage nach, wie Vereine mit gezielten Befragungen herausfinden, ob ihre Mitglieder zufrieden sind, warum sie austreten und was sich andere von ihrem Verein wünschen.
INFO
Alle Angebote richten sich ausschließlich an gemeinwohlorientierte Vereine und Organisationen aus dem Nürnberger Land. Anmeldungen sind, sofern nicht anders angegeben, kostenfrei und über die Website des Landratsamts Nürnberger Land unter www.nuernberger-land.de/veranstaltungen möglich.
Text: db
