Ab nächster Woche soll es losgehen

Impfteams steuern Betreute an

Ab nächster Woche können sich Senioren über 80 Jahre auch in ihren gewohnten vier Wänden von Mitgliedern der Mobilen Teams impfen lassen. | Foto: David Pereiras/stock.adobe.com2021/03/NL-Impfen-adobe-stock-David-Pereiras-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND – Bisher mussten sich Bewohner des Betreuten Wohnens in Eigenregie um ihre Impfung kümmern, auch wenn sie über 80 und pflegebedürftig waren. Nun kommen die Mobilen Impfteams auch zu ihnen ins Heim.

Gute Nachricht für ältere Menschen, die in einem Heim für Betreutes Wohnen leben: Ab nächster Woche werden auch sie über mobile Impfteams in ihren Wohnheimen mit Vakzinen versorgt. Dieser Schritt ist neu. Bis dato mussten sich die Bewohner in diesen Einrichtungen noch selbst um ihren Impftermin kümmern, auch wenn sie über 80 Jahre alt waren und Vorerkrankungen oder eine hohe Pflegebedürftigkeit aufwiesen, also zur ersten Prioritätengruppe gehörten.

Peter Fischer, der Geschäftsführer der Zentralen Diakoniestation im Dekanat Altdorf mit den drei Betreuten Häusern Haus Waldenstein, Altdorf, Seniorenzentrum am Zeidlerschloss, Feucht, und dem Dr. Wilhelm von Petz Haus, Schwarzenbruck, teilt mit, dass bis gestern noch keine Bewohner durch die Mobilen Impfteams geimpft wurden, obwohl man Bewohner bis einschließlich Pflegegrad 5 versorge. Bereits seit Mitte Januar habe man vergeblich versucht, die mobilen Dienste für diese älteren Menschen zu gewinnen. Einzelne hätten sich daher selbst registriert und im Impfzentrum bereits impfen lassen.

Betreutes Wohnen fiel durchs Raster

Der Unmut bei manchen Senioren in diesen und anderen Institutionen und ihren Angehörigen war verständlich. Kam es doch tatsächlich vor, dass in einem Haus mit Pflegeabteilung und Betreutem Wohnen die Impfteams vor Ort nur Bewohner und Personal der Pflegeeinrichtung impften, während in unmittelbarer Nähe die älteren Bewohner des Betreuten Wohnens nicht bedient werden durften. Denn im ersten Schritt waren nur Pflege- und Behindertenheime für die Versorgung durch die mobilen Teams vorgesehen, Betreutes Wohnen fiel durchs Raster.

Nun aber, so erklärt Johanna Nürnberger von der Pressestelle des Landratsamts in Lauf, ist man mit den Bewohnern der Pflege- und Behindertenheime durch, auch die zweiten Impfungen sind dort verabreicht worden. Das bedeutet, dass Kapazitäten für das Betreute Wohnen frei werden. Termine zwischen den Einrichtungen und dem Impfzentrum werden ab sofort direkt vereinbart.

Bereitschaft bei 60 bis 70 Prozent

Wir sind alle sehr dankbar“, stellt Christa Wild, die Leiterin des Seniorenzentrums Altdorf am Burgthanner Weg, fest. Die Impfungen der Pflege-Bewohner hätten gut geklappt, nun ist man froh, dass auch das Pflegepersonal und die Senioren im Betreuten Wohnen bald an der Reihe sind. 60 bis 70 Prozent von ihnen hätten sich zur Impfung entschlossen, zehn hatten schon eine Impfung in Eigenregie organisiert. 45 Impfwillige konnte man nun an das Zentrum in Röthenbach melden, Termine erwartet man in den nächsten Tagen.

Johanna Nürnberger weist allerdings darauf hin, dass nur Bewohner berücksichtigt werden, die die üblichen Kriterien für die erste Prioritätengruppe erfüllen. Wer noch keine 80 Jahre alt ist und in einem Heim für Betreutes Wohnen lebt, hat noch keine Chance, bei einem Termin durch ein Mobiles Impfteam immunisiert zu werden.

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