Neue Urnensysteme können nicht verwendet werden

Aus für Etagengräber

Die neue Satzung betrifft die Friedhöfe in Burgthann, Schwarzenbach und Unterferrieden (Bild). | Foto: Gisa Spandler2021/04/Unterferrieden-Friedhof2-scaled.jpg

BURGTHANN – Nach der Bewertung eines Fachgutachtens zu den gemeindlichen Friedhöfen wird eine neue Satzung ausgearbeitet. Die Gebühren müssen angehoben werden.

Die Gemeinde wird sich eine neue Friedhofssatzung geben. Kämmerer Markus Bierschneider stellte in der jüngsten Sitzung des Ferienausschusses die Ergebnisse einer Untersuchung vor, die in ein neues Konzept für die gemeindlichen Friedhöfe münden und anschließend in ein verbindliches Regelwerk gegossen werden sollen.

Die untersuchende Fachfirma stellte fest, dass die Verwesungsbedingungen auf den Friedhöfen Burgthann und Unterferrieden gut seien, aber es wurde empfohlen, im jeweils alten Teil keine Stockwerksbestattungen mehr zuzulassen, weil sonst „in den Untergrund aus dichtem und wasserstauendem Verwitterungslehm eingegriffen wird“.

Außerdem wird empfohlen, Sargbeilagen aus nicht verrottbaren Materialien zu verbieten sowie die Verwendung von Abdeckplatten auf Erdgräbern auf maximal 70 Prozent der Grabfläche zu begrenzen.

Ein Problem stellen die letztes Jahr für den Schwarzenbacher Friedhof angeschafften neuen Urnensysteme dar, die aus Röhren mit Abdeckplatten bestehen. Sie können nämlich wegen der dortigen Bodenverhältnisse nicht verwendet werden und sollen nun in Burgthann und eventuell auch in Unterferrieden eingesetzt werden. In Schwarzenbach muss deshalb nach alternativen Urnensystemen gesucht werden.

Baumgräber angedacht

Da schon länger die Nachfrage nach pflegefreien Urnengrabvarianten steigt, ist zudem angedacht, den Baumgürtel um den Burgthanner Friedhof als Baumgräber in Form eines Bestattungswaldstücks anzubieten.

Ferner müssen auch die Gebühren zum Jahreswechsel angepasst werden, denn die Friedhöfe sollen laut Gesetz kostendeckend betrieben werden. In den vergangenen Jahren hatte man allerdings eine Unterdeckung von zehn Prozent zu verzeichnen, teilte Bierschneider mit.

Um Missverständnisse zu vermeiden, erläuterte Bürgermeister Heinz Meyer, dass jene Stockwerksgräber, die bereits verkauft wurden, bleiben und belegt werden können. Ab dem Gültigkeitszeitpunkt der neuen Satzung jedoch wird es dieses Angebot nicht mehr geben.

Etwas irritiert über die Anschaffung der Röhrenurnen zeigte sich in der Diskussion Wolfgang Lahm (SPD), der darauf hinwies, dass das System doch auf Empfehlung der untersuchenden Firma Weiher angeschafft wurde.

Auch störte er sich an der Vorschrift, maximal 70 Prozent der Grabfläche mit Abdeckplatten auszustatten. „Für Angehörige, die auswärts leben, wäre eine komplette Abdeckung doch viel sinnvoller“, gab er zu bedenken.

Der Bürgermeister erklärte aber, dass es hier auch um den Verwesungsprozess gehe, der von einer gewissen Luftzufuhr von oben beschleunigt werde.

Schwierige Kostendeckung

Diskutiert wurde auch die Frage der erwünschten Kostendeckung, über die Klaus Wagner (FW) informiert werden wollte. Meyer legte dar, dass man gehalten sei und immer wieder ermahnt werde, die Finanzen in diesem Bereich im Blick zu behalten, weswegen man die Gebühren anpassen müsse.

Er ließ allerdings durchblicken, dass es aussichtslos sei, hier im Deckungsbereich zu arbeiten: „Wir versuchen’s, aber wir werden’s nicht schaffen“, kommentierte er die Situation. Nachdem die Räte das Konzept ohne Gegenstimmen angenommen hatten, kündigte Hauptamtsleiter Johannes Strobel an, dass die neue Satzung von der Verwaltung ausgearbeitet und demnächst dem Gesamt-Gemeinderat vorgelegt werde.

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