Challenge Roth

Paracycler wollen Triathlon-Rekorde brechen

Trotz Handicap auf Rekordkurs: Die Triathlonstaffel mit dem Paracycling-Tandem Peter Renner (vorne) und Tim Kleinwächter, Schwimmerin Christiane Reppe sowie Thomas Frühwirth. | Foto: privat2020/08/Das-Tandem-am-Attersee.jpg

ROTH (ra) – Die „Challenge Roth“ fand nicht statt. Die Faszination und der Geist des traditionsreichen und unter Ausdauersportlern aus aller Welt hochgeschätzten Events inspirieren nichtsdestotrotz auch 2020 die Athleten.

Unter dem Motto #record_roth20 planen der Engelthaler Peter Renner und sein sehbehinderter „Heizer“ Tim Kleinwächter aus Bad Windsheim mit ihrem Tandem-Rennrad eine sportliche Höchstleistung zu erbringen. Als Staffel wollen die Paracycler zusammen mit Christiane Reppe sowie Thomas Frühwirth den Triathlon zum einen schneller als der amtierende Roth-Sieger von 2019, Andreas Dreitz, absolvieren und – um dem Ganzen die Krone aufzusetzen – zum anderen sogar die schnellste Staffel werden, die das Rennen in Roth bislang gesehen hat.

Unter 8 Stunden

Zur Erinnerung und Orientierung: Der Oberfranke (der die Aktion als „Pate“ unterstützt) benötigte damals für die drei Disziplinen 7:59:02. Überhaupt diese Zeit zu unterbieten, ist eine beachtliche Leistung. Die Staffel-Bestzeit von knapp über sieben Stunden zu knacken, wird noch einmal deutlich schwerer.

Umso beeindruckender ist es da zu sehen, welche besonderen Athleten sich dieser Herausforderung stellen: Schwimmerin Christiane Reppe wurde nach einer Krankheit als Kind das rechte Bein amputiert, Tim Kleinwächter, der mit seinem Piloten Peter Renner auf dem Renntandem über die Radstrecke jagen wird, ist praktisch blind und „Läufer“ Thomas Frühwirth muss aufgrund seiner Querschnittslähmung den abschließenden Marathon mit dem Handrollstuhl – dem „Handbike“ – in Angriff nehmen.

Alle drei Para-Athleten haben zwar in ihren jeweiligen Disziplinen (alle sind primär im Bereich Paracycling aktiv, der Österreicher Thomas Frühwirth zudem als Paratriathlet und Christiane Reppe als Schwimmerin) schon etliche nationale wie internationale Erfolge vorzuweisen. Nichtsdestotrotz darf man gespannt sein, ob sie Dreitz‘ Zeit und zudem die Staffel-Bestmarke egalisieren können.

„Ein solcher Rekordversuch mit einer Parastaffel“, erzählt Initiator Peter Renner aus Engelthal, „ist mir schon seit ein paar Jahren durch den Kopf gegeistert.“ Bislang sei es aber immer daran gescheitert, dass die internationalen Top-Athleten aufgrund eines in der Regel vollen Wettkampfkalenders nie für die „Challenge Roth“ Zeit fanden. Corona macht das nun möglich, und so sei die Idee gereift, heuer „selbst etwas auf die Beine zu stellen.“

Geld für drei Projekte

Der sportliche Aspekt ist aber nur die eine Seite. Darüber hinaus wollen die vier Sportler mit ihrem Projekt auch einen karitativen Zweck erfüllen und für mehrere soziale Initiativen Geld sammeln. Neben der Stiftung „Deutschland schwimmt“ (Ziel: aus Nichtschwimmern Schwimmer machen) und der Initiative „Fürth drückt“ (Ziel: Kinder und Lehrer in den grundlegenden Reanimationsmaßnahmen ausbilden) gehen die Spenden an ein Nachwuchsprojekt des Herrmann Radteam aus Baiersdorf, um Kinder und Jugendliche an den Radsport heranzuführen.

Zu diesem Zweck haben sie unter der Überschrift „Unser Rekord für alle: #re-cord_roth20“ auf der Spendenplattform Better Place (www.betterplace.org/f35596) eine Sammelaktion gestartet. Jeder Euro ist willkommen… Ob ihr ehrgeiziges Projekt gelingt, wird sich am „Raceday“. Und der ist im Jahr 2020 ausnahmsweise nicht Anfang Juli, sondern am 5. September.

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