Tennisspielen ist wieder erlaubt, das gesellige Drumherum muss aber ausfallen

Erster Aufschlag ohne Publikum

Darauf haben viele Tennisfreunde sehnsüchtig gewartet: Es darf wieder gespielt werden; wie hier auf den Plätzen des TSV Lauf. | Foto: Höfling2020/05/Tennis-TSV-Lauf.jpg

NÜRNBERGER LAND – Viele Tennisspieler hatten schon auf den Tag hingefiebert, an dem die ersten Ballwechsel wieder erlaubt waren. Doch zu Wochenbeginn sorgte Frost für Frust; das Wetter verhinderte vielerorts den ersehnten Start am 11. Mai und beschädigte die frisch überarbeiteten Plätze. Doch jetzt sind diese wieder bespielbar; am Wochenende soll nun auch dort der erste Aufschlag erfolgen, wo es während der vergangenen Tage noch nicht möglich war.

Beim TV 1877 Lauf haben drei Tage Tennisbetrieb ihre Spuren hinterlassen. „Aufgrund des starken Regens und des folgenden Frostes von Sonntag auf Montag waren unsere Plätze gefroren und der Oberbelag ist aufgebrochen“, berichtet Abteilungsleiter Friedhelm Tischler.

Trotz dieser Verhältnisse sei krampfhaft versucht worden, Tennis zu spielen, teils nacheinander auf mehreren Plätzen, ist auf der Homepage des Vereins dokumentiert. Das Ergebnis habe man nun aufgearbeitet. „Die Plätze sind jetzt gut“, weiß Tischler, der am Freitagnachmittag selbst ein erstes Match bestritten hat.

Buchführen vor dem Tennis

Das Drumherum sei natürlich ungewohnt, räumt Tischler ein: keine Zuschauer, keine Geselligkeit. Nur Einzelmatches sind erlaubt; die Spieler müssen auf Shakehands verzichten und die üblichen Abstandsregeln einhalten, die in Zeiten von Corona vorgegeben sind. Dazu müssen die Mitglieder beim TV 77 Buch führen: Auf den ausliegenden Listen wird eingetragen, wer wann mit wem gespielt hat. Dabei setzt man bei den 77ern auf Eigenverantwortlichkeit.

Wer zuerst kommt, darf spielen

Deswegen wurde auch auf ein Anmeldesystem verzichtet. Der damit verbundene Aufwand, beispielsweise über ein internetbasiertes System, sei zu groß gewesen, sagt Tischler, speziell für viele Ältere auch eine Hürde.

So gilt also auf den acht Plätzen des TV 77, bei dem rund 300 Mitglieder Tennis spielen: Wer zuerst kommt, schlägt zuerst auf. Wer bei der Ankunft feststellt, dass alle Spielfelder belegt seien, müsse eben später noch einmal kommen. Schwierigkeiten erwartet der Abteilungschef nicht, mit etwas Rücksichtnahme gehe das gut, schließlich wollten ja alle einfach nur spielen.

Bereits die Aktion rund um die Vorbereitung der Plätze habe gezeigt, dass das gut funktioniere. Wo in anderen Jahren eine rund 20-köpfige Gruppe an ein oder zwei Wochenenden die Felder nach dem Winter wieder bespielbar gemacht hatte, seien nun eine ganze Reihe von Kleinstgruppen mit dem gebührenden Abstand zugange gewesen und eben sechs- oder siebenmal im Einsatz gewesen.

Einschränkungen werden akzeptiert

Wie beim Nachbarverein freuten sich auch die Spieler des TSV Lauf auf die ersten Ballwechsel. „Alle unsere Mitglieder akzeptieren die Hygiene- und Abstandsregeln in vollem Umfang“, so Abteilungsleiterin Antje Buchbinder. „Hauptsache, wir dürfen wieder auf die Plätze“. Das empfohlene Händewaschen sei für die Tennisspieler selbstverständlich, auch, dass die Umkleiden geschlossen sind und nur zu Hause geduscht werden kann, werde akzeptiert.

Nach dem regnerischen Montag sei die Vorfreude nur noch weiter gewachsen; bereits am Dienstag wurde beim TSV eifrig gespielt, trainiert und viel gelacht. Trotz aller Lockerungen mahnt Buchbinder: „Die Gesundheit der Vereinsmitglieder hat nach wie vor oberste Priorität“. Die Hygiene- und Verhaltensregeln des BTV wurden am Tennishäuschen ausgehängt sowie an alle Mitglieder verteilt. Wichtigstes Grundprinzip ist dabei, dass immer ein Abstand unter allen Personen auf der Anlage von mindestens eineinhalb Metern eingehalten wird.

Gaststätte soll öffnen

Auch der Fahrplan für die nächsten Wochen steht bereits: Die Vereins-Gaststätte des TSV öffnet voraussichtlich am 19. Mai, sagt Buchbinder. Die Medenspiele der Damen-, Herren- und Kinder-Mannschaften werden dann nach derzeitigem Stand am 8. Juni beginnen.


Auf diesen Termin fiebern auch die Teams beim TV 1877 hin, der 21 Mannschaften für die Medenrunde gemeldet hat. Der Schwerpunkt liegt dabei im Jugendbereich; rund 100 Nachwuchsspieler sind bei den 77ern registriert. Auch nach der Pandemiebedingten Zwangspause ist der TV Lauf mit dieser Anzahl von Teams im Medenspielbetrieb vertreten.

Die Geselligkeit fehlt

Beim TC Schnaittach mit seinen rund 240 Mitgliedern, davon rund 50 Jugendliche, sieht es etwas anders aus. Hier haben sich die Mannschaften Damen 40 und Damen 50 sowie die Herren 50 und Herren 60 abgemeldet, bestätigt Vorsitzender Gerhard Hertlein. Den Spielern fehle einfach zu sehr das gesellige Moment, das aktuell zwangsläufig entfallen muss, um den Aufwand für die Rundenspiele zu betreiben.

Das gesellige Drumherum

In diesen Klassen wolle man nicht nur einfach irgendwo hinfahren, spielen und dann schnell wieder abreisen, weiß Hertlein. Den Spielern sei der persönliche Kontakt mit den Akteuren anderer Teams und das ganze gesellige Drumherum mindestens genauso wichtig wie der rein sportliche Vergleich. So überlegen aktuell auch die Teams Herren und Damen des TCS noch, ob sie wieder in die Runde einsteigen.

Immerhin: Gespielt wurde bereits auf der Anlage des TCS; allerdings wetterbedingt gerade mal drei Partien am Montag. Danach hat Hertlein die Felder gesperrt: „Die Plätze wären sonst demoliert gewesen“. Doch jetzt ist alles wieder in Bestzustand, lobt der TCS-Chef vor allem den Einsatz seines Platzreferenten Markus Hartmann, der die Felder mit Leidenschaft betreue und diese überwiegend im Solo-Einsatz erneut überarbeitet habe, so dass nun am Wochenende die Vereinsmitglieder zum Schläger greifen können.

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