Ein Feuchter bringt den Laser-Run nach Franken

Biathlon unter Palmen

Arnd Schneider führt die Deutsche Delegation als Fahnenträger an.2019/11/Feucht-Schneider-Arnd-Fuenfkampf-Florida-3.jpg

FEUCHT – Arnd Schneider ist gerade von der WM im Modernen Fünfkampf aus Florida zurückgekehrt.
Nun möchte der Gymnasiallehrer die Teildisziplin Laser-Run an bayerischen Schulen etablieren.

Schwimmen, Laufen, Schießen, Fechten, Reiten. Wer diese fünf Disziplinen beherrscht, ist der ideale Athlet – zumindest laut Pierre de Coubertin, der den Modernen Fünfkampf erfunden hat. Vor etwas mehr als einem Jahr erfährt der Feuchter Arnd Schneider von dem Sport und einer Teildisziplin, dem sogenannten Laser-Run.

Der 53-Jährige Lehrer unterrichtet Wirtschaft, Informatik und Sport am Neuen Gymnasium in Nürnberg und ist das, was man ein sportliches Multitalent nennt. Der Laser-Run, eine Kombination aus Laufen und Schießen, ist die Abschlussdisziplin des Modernen Fünfkampfs. Für eine Woche reiste Schneider nun nach St. Petersburg (Florida) und vertrat dort Deutschland in den Biathle- und Triathle-Wettkämpfen. Diese Teildisziplinen erleichtern Rookies wie Arnd Schneider den Einstieg in den Modernen Fünfkampf.

50 Sekunden für fünf Treffer

Während er sich beim Biathle nur im Schwimmen und Laufen mit den anderen messen musste, kommt beim Triathle noch das Schießen hinzu. Geschossen wird mit Laserpistolen auf eine zehn Meter entfernte Zielscheibe. Die Athleten haben maximal 50 Sekunden Zeit, um fünf Treffer zu landen. Je besser man trifft, desto schneller darf man weiter, denn vom Schießstand geht es ins Wasser und anschließend auf die Laufstrecke.

50 Sekunden für fünf Treffer. Danach geht es ins Wasser und anschließend auf die Laufrunde.2019/11/Feucht-Schneider-Arnd-Fuenfkampf-Florida-2-online.jpg

Insgesamt werden vier Runden absolviert. Schneider belegte in der Altersklasse 40+ den achten Platz. Mit dem Ergebnis ist er durchaus zufrieden. „Nur das Schießen lief nicht so wie geplant. Ich war stark im Schwimmen und gut beim Laufen, aber mit einem Puls von 170 durch die Belastung habe ich das Ziel nicht so gut getroffen, wie im Training. Da fehlt mir noch die nötige Erfahrung“, erzählt Schneider. Durch die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft im Sommer qualifizierte er sich für die WM, bei der Athleten aus 33 Ländern und einer Altersspanne von mehr als 60 Jahren teilnahmen. „Ein ganz bunter Mix, eine unglaubliche Erfahrung“, schwärmt Schneider.

Laser-Run am Neuen Gymnasium

Vom Rudern über die Leichtathletik bis hin zum Klettern oder das Laufen eines Langstreckentriathlons – es gibt quasi keine Sportart, die Schneider noch nicht ausprobiert hat. Denn: „Sport ist eine große Säule in meinem Leben“, sagt der Feuchter und sieht es als seine Aufgabe, junge Leute von ihren Smartphone-Bildschirmen weg zu holen und für Sport zu begeistern. In Klassenzimmer, Schulsport und Freizeit. Er will ihnen Werte wie Ehrgeiz, Kampfgeist, Durchhaltevermögen und Teamwork vermitteln. Und es scheint, zu funktionieren. Laser-Run hat am Neuen Gymnasium eine „Riesenwelle der Begeisterung“ ausgelöst.

Als Leiter des Fachbereiches Sport hat Schneider einen Teil des Modernen Fünfkampfs, den Laser-Run, an seine Schule geholt. „Es ist ein tolles Wettkampfformat für Schüler. Damit habe ich es geschafft, Kinder für Sport und Bewegung zu begeistern. Auch diejenigen, die normalerweise das Sofa vorziehen“, berichtet der Lehrer stolz.

Etwa 30 Schüler aller Jahrgangsstufen haben gemeinsam mit Schneider für die Deutsche Meisterschaft trainiert, die im Juli an der Bertolt-Brecht-Sportanlage in Nürnberg ausgetragen wurde. Sie trafen sich dreimal pro Woche zum Laufen und Schießen, auch nach Unterrichtsschluss. Die Schüler lernten, sich zu konzentrieren und einen Fokus zu setzen. Zudem sammelten sie Erfolgserlebnisse und Selbstvertrauen.

Die deutschen Teilnehmer der Biathle- und Triathle-Wettkämpfe.2019/11/48956285563_c4e6450c99_k.jpg

Das gleicht in den Augen Schneiders die Argumente jener Kritiker aus, die bei Waffen an deutschen Schulen die Nase rümpfen. „Abgesehen vom Äußeren haben die Laserpistolen nichts mit Waffen zu tun. Es sind Sportgeräte und absolut ungefährlich. Da sollte differenziert werden“, meint der Pädagoge. Weil damals nicht genug Zeit für die Suche von Sponsoren war, streckte Schneider sogar 10 000 Euro aus eigener Tasche vor, um das Equipment zu besorgen. Mittlerweile hat ein Förderverein die Kosten für Laserpistolen und Zielscheiben übernommen.

Damit steht den Deutschen Meisterschaften im Laser-Run 2020 in Nürnberg nichts im Weg. Schneiders Ziel ist, dort mit 60 bis 70 Schülern anzutreten und die stärkste Schule Deutschlands zu werden. Er sieht den Sommer-Biathlon stark im Kommen und hofft, dass sich noch mehr Schulen aus der Region beteiligen.

Info: Weitere Informationen zum Modernen Fünfkampf gibt es unter www.dvmf.de.

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