EM-Tagebuch von Schwarz und Scharf

Applaus auch für zwei Franken

Hier posieren Gerhard Scharf und Werner Schwarz ( v. links) mit der deutschen Elf am Fanbus. Foto: privat2016/06/IMG_4614.jpg

LILLE/HERSBRUCK – Was diese beiden alles für die deutsche Nationalmannschaft auf sich nehmen: Diesmal fuhren Werner „Blacky“ Schwarz und Gerhard Scharf mit dem Auto über 700 Kilometer, um beim EM-Achtelfinalspiel gegen die Slowakei live dabei zu sein.

Dafür starteten die beiden am Samstag. Zwischenhalt samt Übernachtung war dann in Kerpen, dem Geburtsort von Rennfahrer Michael Schuhmacher, direkt neben der Kartbahn. Nach der sonntäglichen Ankunft im nordfranzösischen Lille waren Hotelbezug und Tickets die zunächst wichtigsten Programmpunkte.

„Ab dem Achtelfinale gibt es nämlich nur Vouchers, die man dann vor Ort am Ticket-Change-Point in seine richtige Karte tauschen muss“, erklärt Schwarz. Gesagt, getan. Damit war der Weg ins Stadion frei.

Statt Fanmarsch im Regen, der just in dem Moment vom Himmel fiel, als die Deutschen loslaufen wollten, wählten die beiden Franken U-Bahn und Bus, um zum Ort des Geschehens zu gelangen. „Großes Lob an die Franzosen“, sagt Schwarz, „es ist alles top organisiert und wir hatten keine Wartezeiten“.

Und auch bei der Begegnung der Deutschen gegen die Slowaken mussten Schwarz und Scharf nicht lange auf ein Tor warten. „Ich denke, jetzt hat sich ein Team gefunden“, resümiert Schwarz, eines, das sich „kontinuierlich steigert“. Vor allem der junge Julian Draxler gefiel ihm ausgesprochen gut. Mit den Einwechslungen am Schluss konnte Bundestrainer Joachim Löw Schwarz nicht überraschen: „Das war erwartungsgemäß.“ Wenn eine Partie stabil läuft, wird „Jogi“ zum Beispiel Bastian Schweinsteiger immer bringen, mutmaßt Schwarz – aber nicht von Beginn an.

Nur zwei Chancen der Slowaken haben Scharf und Schwarz, die in greifbarer Nähe zum Spielfeld saßen, gesehen: „Wir hatten die Slowaken im Griff.“ Doch mit etwas anderem hatten die zwei nicht gerechnet: „Bisher waren es alles Gegner, die man schlagen musste“, analysieren sie zufrieden.

Das waren sie auch mit den Nationalkickern nach dem Abpfiff: Die kamen nämlich in die Fankurve gelaufen, feierten mit und klatschten den Unterstützern aus der Heimat Beifall. „Darüber freut man sich schon. Das ist schließlich das Mindeste, was die Jungs für uns machen können“, meint Schwarz. Und noch was vielleicht: Den EM-Sieg holen. Aber da wird die nächste Partie richtig interessant. „Die wird einen Gegner auf Augenhöhe haben“, sagt Schwarz.

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