Helfer wechseln sich im Krisengebiet ab

Schichtwechsel für Einsatz im Schnee

Zusammenhelfen gegen die Schneemassen: In Buchenhöhe, einem Ortsteil von Berchtesgaden, sind Feuerwehrleute aus dem Nürnberger Land zusammen mit Bundeswehr, Bundespolizei und THW im Einsatz. | Foto: privat2019/01/Feuerwehr-Schnee-Katastrophe-Buchenhohe-2.jpg

NÜRNBERGER LAND/BERCHTESGADEN — Seit Montag waren 140 Feuerwehrleute aus dem Landkreis in Südbayern im Kampf gegen die Schneemassen im Einsatz. Nun werden sie abgelöst: Die ersten Ehrenamtlichen kamen gestern abend zurück, heute früh machte sich das nächste Kontingent auf den Weg ins Berchtesgadener Land.

Die Feuerwehrleute von 18 Feuerwehren aus dem Nürnberger Land waren im Landkreis Berchtesgadener Land im Einsatz, genauer gesagt in Buchenhöhe, einem Ortsteil des Marktes Berchtesgaden, der durch die Schneemassen von der Außenwelt abgeschnitten war. Teilweise stapelte sich der Schnee auf den Dächern des Ortes zweieinhalb Meter hoch. Bilder vom Einsatz zeigen, wie mühevoll die Ehrenamtlichen die Schneemassen von den Dächern entfernen.

Vor Ort arbeitet die Feuerwehr mit Bundeswehr, Bundespolizei und dem Technischen Hilfswerk zusammen. Das klappe „sensationell gut“, sagt Kreisbrandrat Norbert Thiel, der als Kontingentführer das Sagen über die 140 Ehrenamtlichen aus dem Landkreis hat.

Unbürokratisch helfe man sich gegenseitig aus, so Thiel, ob mit Leitern, Seilen oder Baggern. Und von Beginn an duzten sich alle Einsatzkräfte, sagt der Hersbrucker Feuerwehrmann im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung.
Untergebracht waren die Ehrenamtlichen im Ort Buchenhöhe selbst. Dort gibt es ein Wohnheim für Kinder und Jugendliche, in dem sich die Feuerwehrleute einquartieren konnten. So entfällt die tägliche Anfahrt zum Einsatzort.

Drei Meter hoher Schnee

„Wir räumen das ganze Dorf auf“, umschreibt Thiel den Einsatz. Der Schnee, der zweieinhalb bis drei Meter hoch liegt, wird auf ein Fußballfeld gefahren. Dort kommt eine Fräse der Bundeswehr zum Einsatz, die den Schnee auf ein Feld und in ein Waldstück bläst.

Die Lage habe sich mittlerweile etwas entspannt. Während es am Montag noch geschneit und gestürmt hatte, lachte gestern die Sonne über den Ehrenamtlichen. Da mache das Arbeiten gleich mehr Spaß, so Thiel.
Zwei Ausfälle hat der oberste Feuerwehrmann aus dem Landkreis zu beklagen: Ein Ehrenamtlicher hat sich eine Prellung zugezogen, ein anderer hat sich das Knie verdreht. Beide haben bereits gestern die Heimreise angetreten. Nicht alle der 140 Feuerwehrmänner sind nun zurückgekehrt. 15, darunter Thiel, bleiben bis heute. Acht weitere machen bis Sonntag weiter.

Zu ihnen stoßen heute im Lauf des Tages 153 Kollegen aus dem Landkreis. Gegen sechs Uhr hat sich heute ein zweites Hilfeleistungskontingent mit 27 Fahrzeugen aus dem Nürnberger Land auf den Weg gemacht. Die 153 Ehrenamtlichen wurden am Gerätehaus der Laufer Feuerwehr von Landrat Armin Kroder verabschiedet. Als das erste Kontingent in der Nacht auf Montag aufbrach, war Laufs Bürgermeister Benedikt Bisping dabei.

Vom Landkreis aus wird der Einsatz von Kreisbrandmeister Christian Falk aus Diepersdorf organisiert. Kontingentführer der zweiten Mission ist Kreisbrandinspektor Peter Schlerf aus Altdorf, sein Stellvertreter ist Kreisbrandmeister Thorsten Brunner aus Hartmannshof. Auch Kreisbrandmeister Armin Steinbauer aus Lauf ist dabei. Die Ehrenamtlichen kommen unter anderem von den Feuerwehren Altdorf, Behringersdorf, Burgthann, Feucht, Hartmannshof, Hersbruck, Hohenstadt, Lauf, Leinburg, Ludersheim, Moosbach, Oberferrieden, Pommelsbrunn, Röthenbach, Rüblanden, Rückersdorf, Rummelsberg, Schönberg, Schnaittach, Schwarzenbruck und Winkelhaid.

Laut Bürgermeister Benedikt Bisping sind 24 Ehrenamtliche aus der Kreisstadt dabei, nicht nur von der Laufer Wehr, sondern auch aus Bullach, Günthersbühl, Neunhof, Schönberg, Simonshofen, Weigenhofen und Wetzendorf. Bisping dankt den Helfern für ihren Einsatz und deren Arbeitnehmern für ihr Verständnis. Nach derzeitigem Stand ist der zweite Einsatz bis zum Sonntag geplant. Ob es danach noch weitere Einsätze der heimischen Ehrenamtlichen gibt, steht noch nicht fest. Das komme auf die Wetterbedingungen und darauf an, wie viele Helfer von anderen Regionen in den Alpen seien, heißt es seitens des Landratsamtes.

Auch THW hilft weiter

Auch Kräfte des Technischen Hilfswerks Lauf-Nürnberger Land sind in der Krisenregion. Nicht nur im Berchtesgadener Land, sondern auch in den Landkreisen Miesbach und Traunstein waren und sind die bisher 27 Helfer in Aktion. Einige davon sind mittlerweile wieder daheim, zwölf weitere THWler haben sich in der Nacht auf Donnerstag auf den Weg gemacht, heißt es seitens des THW Lauf-Nürnberger Land. Auch die Bergwacht Lauf-Hersbruck hat Helfer nach Südbayern geschickt (die PZ berichtete).

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer