Pannen sollen ein Ende haben

Fünf-Stufen-Plan für die Gräfenbergbahn

Aussteigen: So hieß es im vergangenen Winter oft für Schüler und Pendler, die mit der Gräfenbergbahn unterwegs waren. Immer wieder gab es Pannen. Nun hat die Bahn einen Plan für die Sanierung der Strecke vorgelegt. | Foto: PZ-Archiv/Johnston2019/01/Grafenbergbahn_2_sj2.jpg

ERLANGEN LAND — Mit einem Fünf-Stufen-Plan will die Deutsche Bahn in den kommenden zehn Jahren schrittweise für Verbesserungen auf der Pannenstrecke Gräfenbergbahn sorgen. Dies versicherten die DB-Vertreter in einer Sitzung des Kreistags Erlangen-Höchstadt.

Landrat Alexander Tritthart hatte sich an Klaus-Dieter Josel, den Konzernbevollmächtigten der Bahn für Bayern, gewandt und um eine Stellungnahme zu den zahlreichen Störungen und Ausfällen gebeten, die seit vielen Jahren auf der Strecke zu verzeichnen sind und die sich zuletzt vehement häuften.

Da auch der Ersatzverkehr mit Bussen – wie berichtet – immer wieder nicht richtig funktioniert, „kommen Schüler regelmäßig zu spät zum Unterricht“, monierte Tritthart. Auch für die Pendler dürfe diese „ständige Unzuverlässigkeit kein Dauerzustand bleiben“. Als bedeutender Kunde der Bahn könne der Landkreis die momentane Situation nicht weiter hinnehmen. Schließlich leide das Image des gesamten öffentlichen Nahverkehrs unter dem schlechten Bild, das die Gräfenbergbahn derzeit abgebe.

Karl-Heinz Holzwarth als Qualitätsbeauftragter für den Freistaat, Marco Schimmich als der Verkehrsvertragsmanager für Franken und Olaf Hanau als Zuständiger für das Schienennetz, die für die Bahn nun einen Sachstandsbericht gaben, bedauerten die jüngsten Vorfälle. 5,7 Millionen Euro würden derzeit in die Sicherung der Dämme, den Uferschutz und die neue Brücke an der Schützenstraße in Heroldsberg investiert.

Im Zuge eines Fünf-Stufen-Plans will die Bahn zunächst Stellen anpacken, an denen die Züge besonders langsam fahren. Danach werden für 400 .000 Euro Schwachstellen bei den Schienen und Schwellen beseitigt. Die Arbeiten sind für die nächsten Osterferien eingeplant, damit die Schüler keine Beeinträchtigungen befürchten müssen.

Neue Brücken

Für sieben Millionen Euro folgen in den Herbstferien als dritter Abschnitt neue Brücken am Denner- und am Schleifweg in Heroldsberg. Entscheidend ist innerhalb des Plans die vierte Stufe, die mit 20 Millionen Euro kalkuliert ist. So erhält die Vier-Schlösser-Gemeinde ein neues elektronisches Stellwerk. Mit diesem lässt sich verfolgen, wo genau sich der jeweilige Zug befindet, was bisher nicht möglich ist. Die Überführungen an der Heroldsberger Kohlengasse und am Hofwiesenweg in Kalchreuth werden ebenfalls modernisiert.

Die abschließende fünfte Stufe soll von 2025 bis 2028 umgesetzt werden. Sie sieht weitere Maßnahmen für schnellere Fahrzeiten sowie einen Aufbau auf das Stellwerk in Heroldsberg vor.

Zwischen Nürnberg-Nordost und Gräfenberg existieren viele Funklöcher, so dass die Meldungen der Zugführer oft nicht sofort weitergegeben werden. Hier sind laut Deutscher Bahn die Mobilfunkanbieter gefragt, damit an den Haltestellen rasch über Verspätungen informiert werden kann. Beim besonders häufig kritisierten Ersatzverkehr will die Bahn die Zahl der eingesetzten Busse erhöhen.

Mehrere Kreisräte hoben hervor, wie notwendig es sei, dass die oft „katastrophalen Zustände“, wie es Heroldsbergs Bürgermeister Johannes Schalwig nannte, ein Ende haben. Nach der „bisherigen Misswirtschaft“ (Andreas Hänjes) war jedoch die Skepsis zu spüren, ob die Bahn ihre Ankündigungen wie geplant verwirklicht.

N-Land Scott Johnston
Scott Johnston