Bei Kirchweih Winkelhaid geht’s spritzig zu

Wolkenbruch und Bierdusche

Nach gelungenem Anstich stößt Bürgermeister Michael Schmidt mit seiner Frau, den Kärwaboum, Festwirtinnen Anja Krieger (2.v.l.), und Barbara Thorak (4.v.l.) und Ivan Nikoloski (5.v.r.) an. | Foto: Magdalena Mock2019/07/Winkelhaid-Kirchweih-Bieranstich-2019.jpg

WINKELHAID – Freitagabend, 18 Uhr: Vor dem Gasthaus zur Linde tummeln sich Lederhosen und fesche Dirndl, in der Luft liegt der Geruch von Zuckerwatte, brutzelnden Würstchen und Bratensoße, vom Festbetrieb auf der Hauptstraße schallt das Jauchzen von Kindern zum Gasthaus. Es ist Kirchweih.

Bürgermeister Michael Schmidt wartet unter dem schützenden Blätterdach der alten Linde, von der die Wirtschaft ihren Namen hat, auf seinen großen Einsatz: den Bieranstich.

Noch am späten Nachmittag hatte es sturzbachartig geschüttet, doch als Schmidt zur Tat schreitet und sich die Lederschürze umbindet, bricht die Sonne durch die schweren Gewitterwolken. Am Horizont rollt noch ein verspäteter Donner.

Nervös ist der Winkelhaider Bürgermeister nicht, als er den schweren Holzhammer zur Hand nimmt. „Aber wurscht ist mir das natürlich nie. So cool ist man dann auch nicht. Passiert ja doch nicht jeden Tag, dass man so ein Fasserl ansticht“, gibt er zu. Ein einziges Mal sei ein Fass hochgegangen, erzählt Schmidt. „Die hatten es vorher fallen lassen, aber mir das natürlich nicht gesagt. Das ist regelrecht explodiert. Aber gut, einen gewissen Unterhaltungsfaktor sollte es ja auch haben“, sagt er leutselig.

Der Traum eines jeden Mannes

Auf zwei Anläufe treibt er den Hahn mit mehreren kräftigen Schlägen ins Fass. Alles gut gegangen. Schaumig und kühl sprudelt das Bier ins Glas.

Nur Ivan Nikoloski von Tucher Bräu bekommt eine kleine Dusche als er den Fassbelüfter ansetzt. Zu viel Druck. Er nimmt’s gelassen: Das sei sowieso der Traum eines jeden Mannes, sagt er lachend.

Die Kärwa-Boum, die sich in Reih und Glied aufgestellt haben, um von ihrem Bürgermeister die erste offizielle Maß zu empfangen, würden dem sicherlich zustimmen. Sie haben ein zwar verregnetes Wochenende vor sich, aber davon lassen sie sich nicht aufhalten. „Die Kärwa is kumma, die Kärwa is da“ gröllt es fröhlich durch den Biergarten.

N-Land Magdalena Mock
Magdalena Mock