Landwirt findet 18 tote Tiere

Wieder ein Wolfsangriff?

Sebastian Bäumler vom "Netzwerk Große Beutegreifer" sicherte in dem Wildgehege Spuren. | Foto: Schuster2021/03/IMG_19684-scaled.jpg

ILLAFELD — Nur vier Tage, nachdem bei Riegelstein Rothirsche und Schafe getötet worden sind, hat ein Landwirt bei Illafeld heute 18 gerissene Tiere in seinem Gehege gefunden. Offiziell ist noch nicht erwiesen, dass es sich um einen Angriff von Wölfen gehandelt hat, doch eine Wildkamera soll mehrere Raubtiere festgehalten haben.

Der „Tatort“ liegt nur rund einen Kilometer von jenem Ort entfernt, an dem es einen ersten mutmaßlichen Wolfsangriff gegeben hat. In einem Gehege bei Illafeld, einem Ortsteil von Betzenstein, sind diesmal 18 Stück Dammwild getötet worden.

Am Mittwochmorgen gegen 5.30 Uhr unternahm Landwirt Hans Ertel, der wegen der Ereignisse der vergangenen Tage ohnehin unruhig geschlafen hatte, einen Kontrollgang. Dabei merkte er nach eigener Aussage, dass die Tiere in seinem Gehege, die teilweise mit der Hand gefüttert werden konnten, unruhig waren. Als er dann – noch im Dunkeln – näher kam, sah er gleich ein Tier am Boden liegen. Erst bei Sonnenaufgang entdeckte er das ganze Ausmaß des nächtlichen Angriffs.

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Kamera soll Wölfe aufgenommen haben

Laut Ertel hat eine Wildkamera mehrere Wölfe aufgenommen. Eine offizielle Bestätigung steht aber noch aus. Wie im Fall bei Riegelstein wurden auch diesmal Spuren gesichert. Sie müssen nun analysiert werden.


Sebastian Bäumler aus Auerbach war als Vertreter des Wildtiermanagements vor Ort. Er ist einer von bayernweit 140 Ehrenamtlichen im  „Netzwerk Große Beutegreifer“. Eine seiner Aufgaben ist die Dokumentation von möglichen Hinweisen auf Risse. Für die Betroffenen ist er erster Ansprechpartner.

Am Wochenende waren im Gehege von Landwirt Christian Leißner drei Rothirsche und vier Mufflons getötet worden (die Pegnitz-Zeitung berichtete). Hier stehen die Ergebnisse von Gentests noch aus. Die Spuren deuteten aber tatsächlich auf einen Wolfsangriff hin, so das Landesamt für Umwelt am Montag dieser Woche.

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