Neues Wärmenetz

So sparen die Eismannsberger rund 90.000 Liter Heizöl im Jahr

Vielfraß heißt die große Presse, über die Landwirt Andreas Schmidt seine Biogas-Anlage bei Eismannsberg mit Dung und nachwachsenden Rohstoffen füttert. | Foto: Blinten2022/07/Eismannsberg-Biogas-1200x800-crop.jpg

EISMANNSBERG – Nachhaltige Energieversorgung vor Ort – wie kann das funktionieren? Ein gutes Beispiel findet sich in Eismannsberg. Die Altdorfer CSU besichtigte die dortige Biogasanlage und das neue Wärmenetz im Ort.

Die Anlage erzeugt nicht nur Wärme, sondern auch Strom. Die Planungen des Wärmenetzes erfolgten bereits 2019. Aufgrund der Enge im Ortsbereich und des zum Teil sehr felsigen Untergrundes erwies sich die Umsetzungen als sehr herausfordernd.

Zahllose kritische Bereiche bedurften spezieller Lösungen und sorgten immer wieder zu Veränderungen in der Führung der Versorgungsleitungen. Davon ließ sich der Betreiber Andreas Schmidt aber nicht beirren und setzte dieses Vorhaben erfolgreich um. Unterstützung fand er bei der ortsansässigen Stadträtin Christa Wild und ihrem Ehemann Dieter, die sich für das Projekt sehr stark engagierten.

Die Mitglieder der Altdorfer CSU im Gespräch mit Schmidt. / Foto: Privat2022/07/Eismannsberg_Biogas-crop.jpg

Gemeinsam mit Bürgern

Heute ist dieses Projekt ein sehr gutes Beispiel dafür, dass sich nachhaltige Energieversorgung am besten mit den Leuten vor Ort umsetzen lässt. Entscheidungen über die Köpfe der Betroffenen hinweg erzeugt Widerstand und Ablehnung. Davon kann in Eismannsberg nicht die Rede sein. Mittlerweile sind fünfunddreißig Häuser an das Wärmenetz angeschlossen. Es werden jährlich rund 90 000 Liter Heizöl eingespart. Durch die stark steigenden Preise für Erdgas und Heizöl ist diese Lösung eine preiswerte Alternative mit lokaler Verfügbarkeit.

Im Gegensatz zu anderen regenerativen Energien ist Biogas unabhängig von der Wetterlage sowie vierundzwanzig Stunden verfügbar und bis zu einem gewissen Grad speicherbar. Parallel dazu wird das Biogas zur Erzeugung von Strom verwendet. Die parallele Nutzung zur Stromerzeugung und anschließenden Wärmenutzung erhöht den Wirkungsgrad der Anlage deutlich. Sicherlich konnte Andreas Schmidt vor gut drei Jahren die politische Entwicklung in Osteuropa nicht voraussehen, sein engagiertes und zukunftsorientiertes Projekt ist für die Eismannsberger allerdings eine Erfolgsgeschichte.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren