Tauwetter bremst Skifahrer

Skirennen waren in diesem Winter überall auf heimischen Pisten möglich, wie hier in Spies. Doch jetzt ruht der Liftbetrieb. Foto: PZ-Archiv2010/02/Auftaktrennen_alpinSpies.jpg

SPIES (bu/vz) – Das Tauwetter hat viele schneeweiße Skipisten in schmutzig-graue Fleckenteppiche verwandelt. Die meisten Lifte haben ihren Betrieb zumindest vorerst eingestellt – nach einer super Wintersaison.

Seit 6. Januar konnte man beispielsweise am Rothenberg durchgehend Ski fahren. «Das ging aber nur dank unserer neuen Schneekanone», weiß Jürgen «Chicken» Hähnlein, der beim Skiclub Rothenberg zuständig für die Skirennen ist. Früher fehlte nämlich trotz Neuschnee oft die wichtige Bindung zum Untergrund, «heuer konnten wir eine ausreichende Grundlage schaffen», so Hähnlein. Mit der Saison ist er «sehr zufrieden», konnten doch insgesamt fünf Rennen auf der heimischen Piste ausgetragen werden. Und noch wollen Hähnlein und seine Vereinskollegen die Saison 2009/2010 nicht abschreiben. «Bei ein paar kalten Tagen und etwas Schnee geht vielleicht noch was.»

Gleiches gilt für den Osternoher Schlossberg, wo derzeit der Lift ebenfalls stillsteht – nach 48 Betriebstagen. «Das ist für unsere Verhältnisse absolut super. In einer normalen Saison sind es ungefähr 20 Tage, in schlechten Jahren nur vier oder fünf Tage», erzählt Skilift-Betreiber Werner Raum. Gut 9500 Liftkarten wurden insgesamt verkauft. Ein bisschen traurig ist Raum trotz dieser guten Zahlen darüber, dass die geplante «Snowboard-Session» am Samstag vermutlich ausfällt, «aber wenn es nochmal schneit, könnten wir sofort wieder anfangen, denn Schnee liegt auf der Piste eigentlich noch genug». Ein viel größeres Problem sind die Parkplätze, die wegen des Tauwetters zurzeit zum Großteil nicht befahrbar sind.

Seit dem Wochenende steht der Skilift Spies still. Die Saison ist damit jedoch auch hier noch nicht zu Ende, denn wenn neuer Schneefall kommt, dann wird der Hang präpariert, wird das Team um Dieter Langfritz den Lift wieder laufen lassen. Erstmals gibt es in Betzenstein auch eine ein Kilometer lange Loipe für Skater. In dieser Saison gab es Rekordbesuch mit rund 6000 Besuchern.

Nicht alle sind mit der Schließung des Lifts einverstanden, denn das Fremdenverkehrsamt der Stadt – sprich seine Leiterin Margit Dippold – musste telefonischen Ärger über sich ergehen lassen. Ganz anders sieht das Dieter Langfritz: Große Eisplatten seien im Hang, gefahrloses Fahren fast unmöglich. Margit Dippold hat aber auch viele gute Erfahrungen gemacht, denn zahllose E-Mails erreichten in den bisherigen Wintermonaten die Stadt. Da schreibt zum Beispiel eine Familie aus Herzogenaurach: «Ich möchte mich herzlich bedanken für die wunderbaren Loipen. An Abzweigungen wäre ein Hinweisschild hilfreich, da die aktuellen Loipen nicht immer genau mit der Loipenkarte übereinstimmen.»

Die Strecke für Skater wurde – versuchsweise – von Raupenfahrer Hermann Bötzl präpariert und ohne große Reklame mehr als angenommen. Sie ist zwar nur einen Kilometer lang und führt vom Skilift nach Reuthof und zurück, aber der Versuch hat gezeigt, dass die Betzensteiner damit auf dem richtigen Weg sind.

Auch am Lifthäuschen gab es Grund zur Freude: Das bisherige Rekordergebnis vom Jahr 2005 mit 5800 Besuchern dürfte übertroffen worden sein, denn in ähnlicher Größe wurden auch heuer Karten verkauft. Hinzu kommen aber noch die Freikarten für Betzensteiner Kinder, die den Lift kostenlos nutzen dürfen.

Nicht mehr gespurt sind die Loipen um Lichtenegg. Noch offen war gestern, ob der Lift am Hohenstein weiter läuft.

N-Land N-Land Redaktion
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