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SCHWARZENBRUCK – Seit 1981 findet die Gewerbeschau in Schwarzenbruck statt. „Zeit für was Neues“, dachten sich die Organisatoren und machten dieses Jahr alles ein wenig anders. Den krönenden Abschluss des Tages bildete eine besondere Verleihung.

Denn nicht nur Ort, sondern auch die Länge der Veranstaltung hatte sich geändert. Zum ersten fand die Gewerbeschau nur an einem statt drei Tagen statt. Damit wolle man noch mehr Aussteller locken, verrät Harald Lumpi, Vorsitzender des Handwerker- und Gewerbevereins und Initiator der Schau. Denn viele Unternehmen könnten es sich nicht leisten, wie bislang üblich, am Freitagvormittag aufzubauen, von Freitagnachmittag bis Sonntag auszustellen und am Montag wieder abzubauen.

Die kürzere Ausstellungsdauer machte den üblichen Austragungsort, ein durch 10.000 Euro recht kostspieliges Zelt, hinfällig. Als weitere Premiere fand die Schau deshalb in der Bürgerhalle statt. Das neue Konzept ging auf: Alle 26 Aussteller zeigten sich sehr zufrieden mit den neuen Räumlichkeiten und der verkürzten Dauer.

Know-How im Ort

Vom Malermeister bis zum Zahntechniker, vom Raumausstatter über die Schreinerei bis hin zu Kosmetik, Sanitär und verschiedenen Banken: Die Gewerbetreibenden Schwarzenbrucks waren auf den Beinen. „Ziel ist es, die Betriebe im Ort den Bürgern bekannt zu machen“, so Bürgermeister Bernd Ernstberger. Die Kunden könnten sich unverbindlich informieren. Kundennähe und ein direktes Gespräch, das will Ernstberger dem Internet-Shopping entgegensetzen, ganz nach dem Motto: „Wir sind für Euch da.“

Das Programm rundeten Vorträge über Umweltschutz, Photovoltaik- und Solaranlagen ab. Das Spielmobil sorgte zudem für Spaß bei den kleinsten Besuchern und auch der Foto- und Videoclub lud in seine Räume im Untergeschoss.

Faire Zertifizierung

So mancher Kunde weiß gar nicht, wie viel Know-How bei ihm um die Ecke liegt. So bieten die Rummelsberger die unterschiedlichsten Serviceleistungen, vom Fensterputzen bis zum Gärtnern und Malern an. Die Mitarbeiter werden in den Werkstätten angelernt, Inklusion wird auch hier groß geschrieben, erläutern Krain Schwimmer und Ralf Kunkel von der Rummelsberger Diakonie.

Brigitte Hanek-Ures Laden befindet sich nicht in Schwarzenbruck. Ihre Anwesenheit machte dennoch Sinn. Denn sie informierte über die verschiedenen Siegel für fair produzierte Kleidung. Und warum das in der Gemeinde so eine große Rolle spielt, wurde am Abend klar: Schwarzenbruck erhielt den Titel „Fair-
trade Town“. Die Gemeinde hatte sich um die Auszeichnung beworben, weil fair gehandelte Produkte längst in Kindergärten, Schulen, der Verwaltung und in den Kirchen Einzug gehalten haben. Zu Ehrentagen überreicht der Bürgermeister Geschenkkörbe mit fairen Lebensmitteln – und regionalem. Das sei ihm ebenfalls wichtig, betont Ernstberger.

Er erachtet das Thema auch vor dem Hintergrund der Wirtschaftsflüchtlinge als sehr wichtig: Würden diese einen anständigen Lohn für ihre Arbeit erhalten, müssten sie nicht losziehen, um in Europa auf ein höheres Gehalt zu hoffen.

Um auch die Fußballer von seinem Konzept zu überzeugen, überreichte Ernstberger den Mannschaften des TSV Ochenbruck und dem EKSG Rummelsberg fair produzierte Fußbälle, bei denen die Näherinnen besser bezahlt werden. Dann würden sie schon merken, wie gut die Bälle sind und fortan nur noch mit fairem Rund kicken, so die Hoffnung des Gemeindeoberhaupts. Kai Mirjam Kappes

Eine Bildergalerie finden Sie auf unserer Internetseite www.n-land.de

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