Jungtiere noch immer in Hersbruck in Quarantäne

Sorge um gerettete Hundewelpen

Neugierig, aber noch nicht gesund: Die kupierten Ohren der Hündin (links) haben sich entzündet, beide Welpen sind noch mit Parasiten befallen und müssen weiter behandelt werden. | Foto: Tierheim2016/10/welpen.jpg

HERSBRUCK – Die beiden Hundewelpen, die vor gut einer Woche aus einem illegalen Tiertransport gerettet wurden, sind immer noch in Quarantäne. Das Hersbrucker Tierheim tut alles dafür, dass es ihnen bald wieder besser geht, allerdings stellt sich das als nicht ganz einfach heraus.

Vor allem die Hündin leide neben Parasiten auch an einer Entzündung an den verbotenerweise kupierten Ohren und musste deshalb nochmals operiert werden. „Man könnte meinen, ein Erstklässer hätte ihr die Ohren mit einer Spielzeugschere abgeschnitten, so stümperhaft wurde das gemacht“, sagt Tierheimleiterin Martina Höng verärgert.

Die beiden Hunde waren in eine viel zu enge Transportbox gezwängt und sollten von Rumänien nach England und Frankreich gebracht werden, als sie vergangene Woche an einer Tankstelle in Schwaig konfisziert wurden. „Sie sind noch nicht transportfähig. Daher behalten wir sie noch länger bei uns“, so Höng.

Hinzu kommt, dass der EU-Heimtierausweis der Welpen wahrscheinlich gefälscht wurde. „Ich dachte mir von Anfang an, dass die Altersangabe nicht stimmen kann, nachdem ich mir die Zähne der beiden angesehen hatte“, erklärt Elke Spengler-Wieber vom Veterinäramt in Lauf. „Nach einer kurzen Internetrecherche fand ich heraus, dass die Hunde nicht, wie im Ausweis angegeben, am 11.5.16, sondern einen Monat später geboren wurden.“

Deshalb ist auch die eingetragene Tollwutimpfung unwirksam, die frühestens zwölf Wochen nach der Geburt gemacht werden darf. Die wird jetzt wiederholt. „Aber eben erst, wenn die beiden Welpen wieder völlig gesund sind. Nach der Impfung behalten wir sie außerdem noch weitere 21 Tage im Tierheim“, so die Veterinärin vom Amt aus Lauf.

Die entstandenen Kosten werden dann zum Teil den zukünftigen Besitzern in Rechnung gestellt, auch den neuen Ausweis müssen sie bezahlen. Hier entscheidet sich, ob die Käufer die Hunde behalten wollen oder nicht. Die Erfahrung zeige, dass die meisten die Tiere dann aufgeben. Danach können sie zur Vermittlung freigestellt werden, sagt Spengler- Wieber.

Sie ist bereits in Kontakt mit den beiden Käufern. Die Engländerin wusste angeblich nichts von den kupierten Ohren der Hündin und war selbst schockiert. Doch die Veterinärin beobachtet derzeit einen traurigen Trend, der nichts anderes als eine Modeerscheinung ist: „Leider fallen mir immer mehr kupierte Hunde im Landkreis auf. Die Tiere werden meistens im Ausland bestellt und dort an den Ohren oder dem Schwanz kupiert. Oft aber alles andere als fachmännisch, so dass sich leicht Entzündungen bilden.“

Deshalb sollte jeder vorsichtig sein, der Tiere von ausländischen Händlern kauft. Denn das Kupieren von Ohren und Ruten ist zwar in Deutschland per Gesetz verboten, in vielen anderen Ländern jedoch nicht.

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