Retter begutachten Bikepark

Was und wo ist der „Doppelhammer“? Für Retter bringt eine gute Ortskenntnis und das richtige Fahrzeug entscheidende Sekunden. Bergwachtchef Jürgen Schmieder deutet auf das geländegängige All Terrain Vehicle für den Notarzt. Foto: Schuster2012/04/41037_RetterimBikeparkBegehungus_New_1334155871.jpg

OSTERNOHE (us) — Um einen reibungslosen Ablauf in der Rettungskette der Profis zu gewährleisten, trafen sich an zwei Abenden 20 Aktive von Arbeitersamariterbund und Rotem Kreuz bei der Bergwacht im Bikepark Osternohe.

Unter fachkundiger Führung auf und neben den Hindernissen, die die Mountainbiker in dem bewaldeten Gebiet am Schlossberg bewältigen, informierten sich neben Notärzten und Einsatzleiter auch die Sanitäter aus Hersbruck, Lauf und Schnaittach. Es ging vor allem um die Zufahrtsmöglichkeiten zur Downhillstrecke. Der Laufer Bereitschaftsleiter und Regionalleiter der Bayerischen Bergwacht, Jürgen Schmieder, zeigte die möglichen Hubschrauberlandeplätze und gab sicherheitsrelevante Tipps zum Verhalten der Retter auf der Strecke.

Vom Grundsatz her wird ein Verletzter von der Bergwacht erstversorgt und anschließend an geeigneter Stelle an die Besatzung des Rettungswagens übergeben.

Die sachkundige Streckenführung erfolgte durch Werner Raum, Geschäftsführer der Liftbetreibergesellschaft. Er gab Beschreibungen zu den Hindernissen mit Namen wie „Northshore skinny“. Mit Pfeilen und farbigen Punkten werden Schwierigkeitsgrade wie auf den Skipisten angegeben und damit werden die Fahrer auf der Freeriderstrecke gezielt über insgesamt 22 Hindernisse geführt – jeder nach seinem Können.

Die gut ausgerüsteten Biker mit Helm und Protektoren in der Kleidung sind ein ganz anderes Klientel als die Skifahrer im Winter, so Raum. Insbesondere die Hilfsbereitschaft untereinander ist vorbildlich.

Von einer kleinen Diensthütte an der Talstation, die vor kurzem durch den Liftbetreiber errichtet wurde (die PZ berichtete), starten die ehrenamtlichen Bergwachtler im Bedarfsfall ihren Einsatz. Dafür steht ihnen für das unwegsame Gelände ein Quad im Sommer wie auch im Winter, dann allerdings mit Ketten, zur Verfügung. Dieses All-Terrain-Vehicle kurz ATV kann auch den Notarzt sicher und schnell an den Einsatzort im Berggelände bringen.

Der Schlossberg ist für die Hilfeleistung in drei Rettungsbereiche unterteilt und es sollte schon jeder Fahrer im Rettungsdienst wissen, wenn der Auftrag lautet „Patientenübergabe Einfahrt Doppelhammer“, wo das denn ist.

Zum Abschluss der zweistündigen Informationsveranstaltung, von Profis für Profis, zeigten Bergwachthelfer den Kameraden des Rettungsdienstes ihre Möglichkeiten zur Rettung und adäquaten Versorgung von Verletzten. Von der Vakuumschiene über Schaufeltrage bis hin zum Bergesack mit Kopf und Gesichtsschutz liegt alles griffbereit im Fahrzeug bereit.

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