Friedliche Gegendemonstration zu „Juraduro“ bei Hormersdorf

Jäger und Motocross-Fahrer wurden sich einig

Landrat Armin Kroder (vorne links) erläuterte den Jägern, wie es zu der Genehmigung der Motocross-Veranstaltung durch das Landratsamt gekommen war, und versprach, sich deren Kritik zu Herzen zu nehmen2014/05/82100_jaegerdemokrodermotocrosshormersdorf_New_1399819264.jpg

BERNHOF — Mit Transparenten marschierten die Jäger am Samstag auf dem Gelände des Steinbruchs bei Bernhof, zwischen Ittling und Hormersdorf ein, um gegen das Motocross-Rennen „Juraduro“ zu protestieren. Dieses veranstaltete der Motorradclub Frankenjura am Wochenende auf dem weitläufigen Gelände und im Wald am südwestlichen Rand des Steinbruchs. Die Jäger hatten zuvor massive Bedenken wegen des Naturschutzes geäußert.

Motorbiker und Jäger stellten sehr sachlich und fair ihre jeweiligen Standpunkte dar. Die Jäger kritisierten, dass die Waldtiere um diese Jahreszeit mit der Aufzucht ihrer Jungen beschäftigt und deshalb besonders sensibel für Störungen seien. Bereits im Vorfeld, als der Vorsitzende des Motorradclub Frankenjura (MCF), Markus Dorn, von den Einwänden der Jäger erfahren hatte, suchte dieser den Kontakt zum Jagdpächter. Landrat Armin Kroder, der ebenfalls vor Ort war, verzichtete auf ein Grußwort zu der Veranstaltung und initiierte stattdessen nach einem kurzen Disput der beiden Parteien einen Gedanken- und Meinungsaustausch im kleinen Kreis.

In dem angenehm verlaufenden Gespräch, wie alle Parteien ausdrücklich betonten, beschrieb der Landrat noch einmal den Verlauf des Genehmigungsverfahrens für die Motocross-Veranstaltung. Die Jägerschaft um Hegegemeinschaftsleiter Ralph Faltenbacher, den ersten Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Schwarzwild e.V., Michael Schink, sowie Jagdpächter Thomas Memmler, stellte erneut klar, dass sich der Protest in keinster Weise gegen das Rennen als solches richte, geschweige denn gegen den Veranstalter oder die Fahrer. Es ging ihnen ausschließlich darum, wie die Genehmigung durch das Landrats­amt Nürnberger Land zustande gekommen war.

Die Jäger, die das ganze Jahr über in den Wäldern sind, wären im Vorfeld gerne gefragt worden. Schließlich könnten sie die Verhältnisse am besten einschätzen. Deshalb regten sie nun beim Landrat an, vor zukünftigen Veranstaltungen in freier Natur Gehör zu finden. In diesem aktuellen Fall hätten sie einfach auf einen späteren Termin der Veranstaltung gedrängt.

Die Jägerschaft betonte, dass sie das Freizeitvergnügen der Motocross-Freunde akzeptieren und auch die Motocrossler äußerten ihren Respekt vor den Jägern und vor der Natur. Das unkontrollierte und wilde Fahren motorisierter Zwei- und Vierräder im Wald, das in letzter Zeit häufiger zu beobachten ist, stieß bei allen Anwesenden auf Unverständnis. Der MCF-Vorsitzende erklärte unmissverständlich, dass er solche Fälle anzeigt.

Landrat Kroder und Siegfried Heinlein von der Ortsgruppe Schnaittach des Bund Naturschutz zogen am Ende das Fazit, dass es gut gewesen war, sich hier vor Ort zu treffen, um nach gemeinsamen Lösungen zu suchen. So wurde gleich ein Anstoß zur Planung für künftige, vergleichbare Events in freier Natur gegeben.

Der „Juraduro“ wird in Zukunft jedenfalls – wie auch schon bei früheren Veranstaltungen – wieder zu einem deutlich späteren Zeitpunkt im Jahr durchgeführt, versicherte MCF-Vorsitzender Dorn den Jägern und Naturschützern.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren