Durchforstung des Waldes am Rothenberg

Festung rückt langsam wieder ins rechte Licht

Auch die alte Mauer kam nach den Forstarbeiten rund um die Festung wieder ans Tageslicht.2015/12/entbuschung-festung-rothenb-mauer.jpg

SCHNAITTACH — Es rührt sich wieder was rund um die Festung am Rothenberg. Derzeit sind noch sogenannte Hangläuterungsmaßnahmen“, also die Durchforstung des Waldes, auf der Ostseite im Gang. Auf der Sichtseite zu Schnaittach hin ist diese jedoch schon abgeschlossen. Über Weihnachten soll die Festung auch wieder beleuchtet werden.

Lange Zeit hat es gedauert, bis im Auftrag der Bayerischen Schlösserverwaltung nun endlich mit der Entbuschung und Durchforstung zur besseren Sichtbarkeit des Schnaittacher Wahrzeichens unmittelbar am Gemäuer, innerhalb des Zaunes, begonnen wurde. Zwar war das noch nicht der „Durchbruch“, wenn man jedoch auf der Autobahn unterwegs ist oder vom Friedhof aus zur Veste blickt, dann erkennt man schon deutlich, dass hier wieder mehr vom Mauerwerk sichtbar ist. Wenn nun auch noch die Privatwälder durchforstet würden – und da gibt es einige kleinere Waldstücke auf der Schnaittacher Rothenbergseite –, dann wäre ein gutes Stück zur besseren Sichtbarkeit getan.

Sehr gut gelungen ist jetzt schon die Freilegung auf der östlichen Seite, rings um den Schneckenbrunnen und das Max-Joseph-Bollwerk, das übrigens nie vollendet wurde. Durchgeführt hat dies der Henfenfelder Martin Singer zusammen mit Patrick Buchner, der seinen Rückezug mitbrachte. Hier staunte auch Friedrich Knoll von der Nürnberger Burgenverwaltung: „Nun erkennt man die Mächtigkeit der Festungsanlage bei einem Rundgang doch deutlichst.“

Unter einer inzwischen morschen Holzabdeckung versteckte sich der Schneckenbrunnen.
Unter einer inzwischen morschen Holzabdeckung versteckte sich der Schneckenbrunnen. | Foto: Schuster2015/12/entbuschung-festung-rothenb-schneckenbrunnen.jpg

Kurioses trat bei der Entbuschung am Rand der Plattform zu Tage. Bei der letzten Trockenlegung des Schneckenbrunnens im Jahr 1989 wurde der Zisternenschacht nur mit, damals noch massiven, Holzbohlen bedeckt. Dass diese nach nun fast 27 Jahren durch Wind und Wetter doch etwas gelitten hatte, dachte sich der Festungsführer Hannes Distler schon und warnte sicherheitshalber die Arbeiter. Denn inmitten des Gestrüpps erkannte man die Brunnenabdeckung als solche kaum. Für Besucher oder Wanderer war der Bereich ohnehin nicht zugänglich. Nach dem Entfernen der morschen Planken bot sich den Arbeitern ein erstaunliches Bild in den 19 Meter tiefen Brunnen. Das Mauerwerk im Brunnenschacht sah nicht danach aus, als ob dieser bereits vor über 250 Jahren entstanden ist.

Im Laufe des Jahres sind auch innerhalb der sternförmigen Festung Sicherungsmaßnahmen durchgeführt worden. So sind beispielsweise Zäune aus Metall in den Kasematten angebracht worden, um den Schutz der Besucher zu gewährleisten, aber auch an Mauern des Torhauses wird nach der Winterpause noch weitergearbeitet.

Man darf nun gespannt sein, wie an Weihnachten – und zunächst werden die Flutlichter das altehrwürdige Gemäuer tatsächlich nur über die Feiertage wieder beleuchten – die erhellten Bastionen vom Markt aus zu sehen sind. Für die Kosten der Beleuchtung kommt an diesen Tagen der Heimatverein auf.

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