Auftakt der Adventsaktionen in Schwaig und Schnaittach

Besinnliche Stunden

Stimmungsvoll war es beim Schnaittacher Wintermärchen am Montag bei Familie Sciortino2014/12/winterma__rchen_schnaittach_fam_scortion-us__2_.jpg

SCHWAIG/SCHNAITTACH — Jeden Tag im Advent öffnet sich in Schwaig und Schnaittach ein neues „Türchen“. Bei der Aktion, die sich in Schwaig „Adventsfenster“ und in Schnaittach „Wintermärchen“ nennt, lädt allabendlich eine andere Familie oder Einrichtung die Bevölkerung zu sich ein und bietet einen besinnlichen weihnachtlichen Programmpunkt an.

In Schwaig hat sich die Aktion, die bereits zum siebten Mal stattfinden, inzwischen zu einem schönen Brauch entwickelt. Von 1. bis 23. Dezember öffnet jeden Tag um 18 Uhr eine andere Familie ein „Adventsfenster“ – mit Ausnahme des 20. Dezembers, an dem das Adventssingen im Schlosshof das Fensterchen ersetzt, und des Heiligen Abends, an dem die Gottesdienste in den Kirchen gefeiert werden.

Wie schon in den vergangenen Jahren gestaltete den Auftakt im Adventsreigen die Familie Schaller in der Waldheilstraße, wo die Gäste im weihnachtlich mit vielen Kerzen und Lichtern illuminierten Garten bereits gespannt erwartet wurden. Mit einem Adventslied von Sohn Julius und Vater Uli wurde der Abend stimmungsvoll eingeläutet, ehe anschließend das „Adventsfenster“ mit einer Abbildung des vermutlich ersten Adventskalenders geöffnet wurde.

Die Familie Schaller hatte sich auf Spurensuche nach dem ersten Adventskalender begeben. Sie zeigten den überraschten Besuchern die Entwicklung dieses heute im Advent nicht mehr wegzudenkenden Kalenders von seinen Ursprüngen bis heute. Viele der Anwesenden wussten nicht, dass der erste Adventskalender bereits 1908 in München erschienen war. Er bestand aus zwei Bögen – einem Bilderbogen und einer Kalendervorlage. Die Aufgabe der Kinder war es, jeden Tag ein Bildchen auszuschneiden und auf die Vorlage zu kleben.

Von Jahr zu Jahr wurden die Kalender aufwändiger gestaltet und werden heute nicht nur mit Schokolade, sondern auch mit kleinen Spielsachen bestückt. Der letzte Schrei ist der „Youtube-Kalender“, bei dem man auf der Internet-Plattform jeden Tag ein neues Video öffnen kann, was Tochter Anna-Lena Schaller eindrucksvoll vorführte. Alle Besucher waren davon aber nicht überzeugt und eine Dame drückte das so aus: „Da ist mir Schokolade lieber.“

Der einsetzende Nieselregen und die kühlen Temperaturen hielten die gut beschirmten Gäste nicht davon ab, nach einem gemeinsam gesungenen „Alle Jahre wieder“ den Abend bei Plätzchen und einem nachbarlichen Plausch ausklingen zu lassen.

In Schnaittach gibt es das „Wintermärchen“ bereit ein Jahr länger als in Schwaig. Die inzwischen achte Auflage der Adventsaktion wurde im Pausenhof der Grundschule eröffnet. Rund 20 Kinder hatten den kalten Temperaturen getrotzt und waren nach Einbruch der Dunkelheit dorthin gekommen.

Bis zum Heiligen Abend finden nun täglich um 17.30 Uhr Märchen- und Erzählstunden in der Marktgemeinde und den umliegenden Ortsteilen statt. Organisatorin Irmi Vollmuth freut sich über die große Resonanz. Einige der teilnehmenden Familien sind schon seit Jahren dabei, es kommen aber auch immer wieder neue hinzu.

Zum Beispiel Familie Sciortino, die erst vor kurzem nach Schnaittach gezogen ist. Gabriela Sciortino hofft so, auch Kontakt zu den Bürgern herzustellen. Mit ihrer lebendig erzählten Geschichte von Frieder, der Weihnachten kaum noch erwarten kann und am Ende sogar seine Hausschuhe in Brand steckt, hat sie es jedenfalls geschafft, dass die Kinder still und aufmerksam zuhörten. Irmi Vollmuth hatte ihre Gitarre mitgebracht und sorgte mit ihren Mitmachliedern für Aufmerksamkeit. Eine heimelige Atmosphäre schaffte dabei das wärmende Feuer.

Man darf gespannt sein, welche Geschichten im Dezember noch zu hören sein werden. An manchen Tagen finden musikalische Erzählungen statt und die beiden folgenden Sonntage werden außerdem zusätzlich musikalisch von der Schnaittacher Musikschule umrahmt.

Die Termine und Adressen der weiteren Adventsaktionen in Schwaig und Schnaittach wurden bereits in der PZ veröffentlicht und können außerdem täglich aktuell dem Weihnachtsmarkt-Kasten auf den Lokalseiten der PZ entnommen werden.

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