Festakt in der Marktgemeinde

Schnaittach wäre ärmer ohne Ehrenamtliche

Gudrun Futschik (orangerote Strickjacke) von der Tagespflege der Caritas lobte das große Engagement ihrer ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, die ebenfalls auf dem Bild zu sehen sind.2012/11/53186_TagdEhrenamtsSchnaittMeier_New_1352127664.jpg

SCHNAITTACH (spd) ­— Initiiert vom SPD-Ortsverein Schnaittach wurde in diesem Jahr zum ersten Mal der Tag des Ehrenamtes in Schnaittach begangen. Als Ehrengäste und Redner waren Bürgermeister Georg Brandmüller und der SPD-Bezirkstagsabgeordnete Fritz Körber geladen. Für ihr ehrenamtliches Engagement in Schnaittach wurden der Museums- und Geschichtsverein, die Kalvarienberg-Stiftung sowie die Caritas-Tagespflege geehrt.

Wie die örtliche SPD-Vorsitzende und Markträtin Irmi Vollmuth in ihrer Begrüßungsrede betonte, werden damit die Aktivitäten aus kulturellen, kirchlichen und sozialen Bereichen anerkannt. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Sing- und Musikschule Schnaittach unter der Leitung von Gregor Kubitza.

In einer bewegenden Eröffnungsrede hielt Fritz Körber ein sehr eindrucksvolles Plädoyer für das Ehrenamt und die vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten. Immerhin, in Bayern ist knapp ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung ehrenamtlich tätig und knapp die Hälfte ist es im ländlichen Raum.

Das Engagement erstreckt sich von der Feuerwehr über die Caritas, Rettungsdienste und die Arbeit der Vereine bis hin zur Nachbarschaftshilfe. Dadurch werden soziale Netze geschaffen, die weit über das hinausgehen, was von staatlicher Seite abgesichert ist, betonte Körber.

Durch die Ehrung in Schnaittach wurde der oft im Stillen agierenden Ehrenamtlichen gedankt. Gleichzeitig sollte dies aber auch Ansporn sein, sich weiter gesellschaftlich zu engagieren.

Die erste Laudatio nahm Bürgermeister Brandmüller vor. Er dankte dem Museums- und Geschichtsverein für seine Arbeit, besonders im Jubiläumsjahr 2011. Die Funktionen des Vereins sind vielschichtig. So wäre das Heimatmuseum ohne das ständige Forschen und Aufstöbern von neuen Exponaten durch den Verein nicht möglich. Die derzeitige Ausstellung „Flucht und Vertreibung“ geht maßgeblich auf die Aktivitäten des Vereins zurück.

Die Schnaittacher Kellerführungen im Jubiläumsjahr und der Schnaittacher Geschichtsweg mit seinen mehr als 30 Tafeln wurden durch den Verein erst möglich gemacht und locken seitdem zahlreiche Besucher in die Marktgemeinde. Hinzu kommen die sehr zeitintensiven Aktenstudien, Gespräche mit Zeitzeugen und letztendlich das Publizieren der Arbeiten. „Der Verein ist das Gedächtnis der Gemeinde“, unterstreicht Brandmüller.

„Noch lange nicht fertig!“

In seine Dankesrede schloss Vorsitzender Norbert Weber, der stellvertretend für den Verein geehrt wurde, auch die Bürger mit ein. Immer öfter begegnen ihm Menschen, die „etwas für ihn haben“ und ihn mit Material zu und über Schnaittach versorgen. Weber versprach: „Mit der Geschichte sind wir noch lange nicht fertig!“.

Für die Tagespflege hielt Schwester Gudrun Futschik, die hauptamtlich bei der Caritas tätig ist, die Laudatio. Sie lobte das große Engagement, die Zuverlässigkeit und die Bereitschaft der ehrenamtlichen Stützen, jederzeit spontan und ohne zu zögern zu helfen.

Die Unterstützung ist weitreichend, vom Kuchenbacken über das Spazierengehen bis hin zum Einkaufen. Nur mit der Hilfe der Ehrenamtlichen ist es möglich, sich um die mehr als 20 Gäste der Tagespflege bedarfsgerecht zu kümmern.

Die dritte Ehrung richtet sich mit der Kalvarienbergstiftung an eine kirchliche Institution. Die Instandhaltung und Pflege des Kreuzweges am Kalvarienberg hat sich die Stiftung um Johannes Meier auf die Fahnen geschrieben. Maßgeblich wird er dabei unterstützt von seiner Frau und seiner Tochter.

„Michael Doser scheint sie gerufen zu haben“, damit spielte Laudatorin Irmi Vollmuth auf die Adresse von Johannes Meier an. Doser hat den Kreuzweg am Kalvarienberg ins Leben gerufen und mit zahlreichen – auch damals – ehrenamtlichen Helfern den Weg aufgebaut. Johannes Meier hat dieses Erbe fortgesetzt und den Weg am Kalvarienberg wieder begehbar gemacht. Auch dies gelingt nicht ohne Unterstützung von vielen Seiten, hob Meier in seiner Dankesrede hervor. Firmen, die Werkzeug zur Verfügung stellen; Bürger, die eine Vesper vorbeibringen; Helfer, die mit anpacken, und schließlich die Gemeinde, die das Material zum Kalvarienberg bringt.

Der Tag des Ehrenamtes soll in Schnaittach fortgeführt werden.

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