Wohnraum für Menschen aus der Ukraine

Petition: Hersbrucker Krankenhaus für Geflüchtete herrichten?

Das ehemalige Krankenhaus in Hersbruck. | Foto: Bub2022/01/KrankenhausHersbruckBub.jpeg

HERSBRUCK – In den vergangenen Wochen haben wiederholt Menschen vorgeschlagen, das stillgelegte Hersbrucker Krankenhaus als Unterkunft für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine zu nutzen. In einer Mitteilung haben allerdings die Stadt Hersbruck und der Krankenhauseigentümer, die Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH, der Idee eine Absage erteilt. Der Hersbrucker Architekturstudent Nils Göne-Weidinger will das so nicht stehen lassen und startete eine Petition.

„Das seit nunmehr drei Jahren leerstehende Krankenhaus Hersbruck bietet genug Raum, um den Kriegsflüchtenden einen ersten kurzfristigen Wohnraum zu bieten“, heißt es in der Petition, die Nils Göne-Weidinger ins Leben gerufen hat. „Das Krankenhaus umfasste früher 60 Betten, mit eigenen Nasszellen in den Zimmern.“

Keine Wiederinbetriebnahme

Vor knapp zwei Wochen haben die Stadt Hersbruck und die Krankenhäusern des Nürnberger Landkreises der Unterbringung von Geflüchteten im ehemaligen Hersbrucker Krankenhaus in einer Pressemitteilung eine Absage erteilt (wir berichteten). Aufgrund der langen Stilllegung sei eine kurz- und mittelfristige Wiederinbetriebnahme des Krankenhausgebäudes, insbesondere der Haustechnik und des Sanitärbereiches, nicht möglich, hieß es dort.

Ein Argument, das Göne-Weidinger wegen der fehlenden Belege so nicht stehen lassen möchte. „Ist es nicht unsere Aufgabe als Gesellschaft, gerade in den unmenschlichsten Zeiten, solidarisch für einander da zu sein und das Unmögliche möglich zu machen? Wir sollten nicht aufgeben, ohne es zu probieren!“, schreibt er in der Petition.

Für eine kurzfristige Nutzung ließen sich sicherlich Spendengelder der „starken Hersbrucker Familienunternehmen“ und von Privatpersonen sammeln. Außerdem könnten Helfer tatkräftig mit anpacken, um zumindest einen Teil des ehemaligen Krankenhauses umzunutzen.

Unterstützung vom Abgeordneten

Auch der Neuhauser Marktgemeinderat und Landtagsabgeordnete Elmar Hayn (Bündnis 90/Die Grünen) unterstützt die Petition, die ungenutzten Räume des ehemaligen Hersbrucker Krankenhauses übergangsweise für die Unterbringung ukrainischer Geflüchteter zu nutzen. Das teilt er in einer Presseerklärung mit.

Es werde derzeit davon ausgegangen, dass rund 20 Prozent der ukrainischen Bevölkerung auf der Flucht ist. „Aktuell braucht es dringend geeignete Unterkünfte, damit ankommende Menschen menschenwürdig untergebracht sind. Hierzu könnte sich das derzeit leerstehende Krankenhaus in Hersbruck grundsätzlich gut eignen“, meint Hayn.


Und weiter: „Ich schlage vor, dass sich der Eigentümer – im weiteren Sinne das Klinikum Nürnberg – zusammen mit den Initiatoren und neutralen Sachverständigen in einem gemeinsamen Ortstermin ein Bild von der Substanz des Gebäudes macht. Ziel sollte sein, Transparenz herzustellen und gemeinsam eine Lösung zu finden.“

Zur Petition

Laut Change.org hat die Petition des Hersbrucker Studenten Nils Göne-Weidinger bereits 1181 Befürworter gefunden. Wer ebenfalls die Petition unterschreiben möchte, kann das unter www.change.org/KrankenhausFürDieUkraine auf der Webseite tun.

Ein kurzes Interview mit dem Hersbrucker gibt es hier auf nn.de.

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