Kommunalwahl

Vier Wahlzettel und viele Namen

Die Qual der Wahl: diese vier Stimmzettel warten am Sonntag auf (fast) alle Wähler. | Foto: Porta2020/03/DSC-4001.jpg

HERSBRUCK – Die Qual der Wahl: Vier Stimmzettel hat der Wähler am heutigen Sonntag vor sich liegen – je einen für Landrat, Kreistag, Bürgermeister, Stadt- oder Gemeinderat. Reichlich Auswahl, doch um was geht es im Einzelnen?

Hinter den Kandidaten liegen harte Monate voller Abendterminen und anderen Veranstaltungen. Dauer-Lächeln und eine „bella figura“ machen lautete dabei stets das Motto. Manch einem Bewerber um Landrats- und Bürgermeisteramt, Gemeinde-, Stadt- und Kreisratssitz schmerzt inzwischen sicher schon die Gesichtsmuskulatur. Doch am Sonntagabend haben es die meisten (endlich) hinter sich.

Der seit 2008 amtierende Landrat Armin Kroder (47) bewirbt sich für die Freien Wähler um eine weitere „Vertragsverlängerung“. Die CSU schickt wie schon 2014 Fraktionssprecherin und Studienrätin Cornelia Trinkl (38) aus Röthenbach ins Rennen. Die Grünen bieten Gabriel Drechsler (60) aus Schwarzenbruck auf, die FDP die „Newcomerin“ Kristine Lüdtke (37), die in Lauf ein Pflegeheim leitet. Erreicht am Sonntag niemand aus diesem Quartett die absolute Mehrheit, gibt es in zwei Wochen eine Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten.

10 Parteien, 524 Bewerber

Neben dem übersichtlichen blauen Stimmzettel für die Landratskandidaten gibt es einen plakatgroßen Stimmzettel zur Wahl des Kreistages: 524 Bewerber aus zehn Parteien buhlen hier um die 70 Sitze: CSU, SPD, Grüne, Freie Wähler, FDP und die Bunte Liste Bürgerdemokratie jeweils mit 70 Kandidaten, die Republikaner mit 33, AfD und ÖDP mit 24 und die Line mit 23.

Zuletzt sah der Kreistag wie folgt aus: 24 Sitze für die CSU, 16 für die SPD, 15 für die Freien Wähler, neun für die Grünen sowie jeweils zwei für die FDP, die Bunte Liste und für die Republikaner. Im Vergleich zu 2008 hatte sich vor sechs Jahren einiges verändert: CSU (2) und SPD (3) verloren fünf weitere Sitze an Freie Wähler (2), Grüne (1) und die erstmals vertretene Bunte Liste (2).

23 Neue

Auch personell tat sich einiges: 23 neue Kreisräte zogen im Frühjahr 2014 ins Gremium ein, darunter mit den Hersbruckern Peter Uschalt (CSU), Iris Plattmeier (SPD) und Christa Heckel (Grüne) sowie Pommelsbrunns Bürgermeister Jörg Fritsch (SPD) jedoch nur vier neue Gesichter aus dem Altlandkreis Hersbruck. Der verlor zeitgleich zehn, teils altgediente Kreisräte und damit einiges an Gewicht.

Eine feste Koalition gab es in den vergangenen sechs Jahren im Kreistag wie gewohnt nicht. Die meisten Entscheidungen fielen dennoch fast einstimmig – ob für das Radverkehrskonzept, die sehr ambitionierte Fortschreibung des Nahverkehrsplans oder den seit Jahren laufend die 200-Millionen-Euro-Marke reißenden Haushalt.

Bei den Bürgermeistern im HZ-Gebiet stehen vor dem Wahlsonntag bereits drei Wechsel fest: Karl-Heinz Niebler (Alfeld), Georg Rauh (Offenhausen) und Bruno Schmidt (Reichenschwand) hören auf. In Alfeld wird auf jeden Fall eine Frau ins Rathaus einziehen – entweder Kerstin Rösel für die CSU oder Yvonne Geldner-Lauth für die Freien Wählern. In Offenhausen konkurrieren Martin Pirner (UBB) und Reinhard Thäter (CSU/FWG) um den leeren Chefsessel und in Reichenschwand bewerben sich Christian Riedel (SPD) und Manfred Schmidt (CSU) um die Nachfolge des seit 1996 amtierenden Bürgermeisters Bruno Schmidt.

In der Cittaslow wird es am Sonntag wohl am spannendsten. Amtsinhaber Robert Ilg vom Freien Rathausblock muss sich gleich drei Herausforderern stellen – Achim Stötzner (SPD), Marcus Seitz (Grüne) und Angelika Pflaum (HBG). Eine Stichwahl ist da durchaus im Bereich des Möglichen.

Gleich ein Trio

Ein ähnliches Szenario ist auch in drei weiteren Gemeinden im HZ-Verbreitungsgebiet nicht ausgeschlossen, werfen dort doch jeweils drei Bewerber den Hut in den Ring. In Engelthal bekommt es der amtierend Günther Rögner (CSU) mit Christian Wirthmüller (SPD) und dem parteilosen Volkmar Weiß zu tun, in Pommelsbrunn tritt Rathauschef Jörg Seitz (SPD) gegen Martina Hofmann von der CSU und Armin Haushahn von den Freien Wählern an und in Hirschbach bekommt es Bürgermeister Hans Durst (SPD) mit Richard Leißner (FWG/FBL) und dem parteilosen Hermann Mertel zu tun.

Sechs erneut kandidierende Rathauschefs haben Gegenkandidaten: In Neuhaus wird Josef Springer (CSU) von Elmar Hayn (Grüne) herausgefordert, in Vorra Volker Herzog (SPD) wieder von Bernd Müller (CSU), in Hartenstein Werner Wolter (FWG) von Hannes Loos (CSU), in Weigendorf Reiner Pickel (CSU) von Fabian Bräutigam (WGW), in Etzelwang Roman Berr (CSU) von der parteilosen Sonja Kurz und in Ottensoos Klaus Falk (SPD) von Ulrike Praß (SPD).

In drei Gemeinden steht nur ein Bewerber zur Wahl: In Kirchensittenbach Klaus Albrecht von den Freien Wählern, in Happurg dessen Parteikollege Bernd Bogner und in Velden der Sozialdemokrat Herbert Seitz.

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