Aktuell infizieren sich vor allem 20- bis 59-Jährige

Pflegeheime sind keine Hotspots mehr

Während es bei Kindern und Jugendlichen und in den Altersgruppen von 20 bis 39 Jahren im Nürnberger Land aktuell deutlich mehr Infektionen als Ende vergangenen Jahres gibt, sind die besonders gefährdeten Älteren von der dritten Welle nicht so stark erfasst. | Foto: Sichelstiel2021/04/grafik-x-corona-zahlen-nach-alter-as-Kopie-scaled.jpg

Nürnberger Land – Die Infektionszahlen sind im Landkreis in den vergangenen Wochen wieder stark angestiegen – Zeitungsleser wissen das vom täglichen „Corona-Update“ der PZ. Doch schaut man genauer auf die Statistik, so gibt es auch eine positive Nachricht: Insbesondere die Altersgruppe 80+, in der bisher die mit Abstand meisten Toten zu verzeichnen waren, ist von der dritten Welle nicht so stark erfasst.


Aktuell liegt die Inzidenz – also die Zahl der Fälle hochgerechnet auf 100 000 Personen – unter den ältesten Landkreisbürgern bei 132,5. Im Dezember betrug sie sogar 872,2. Damals gab es eine Reihe von Ausbrüchen in Seniorenheimen.


„Getragen“ wird die derzeitige Infektionswelle vor allem von den 20- bis 39-Jährigen, den 50- bis 59-Jährigen und von Kindern. Wobei Vorsicht bei der Deutung der Zahlen angebracht ist: Während Tests am Arbeitsplatz freiwillige Angebote sind, müssen sich die Schüler von Abschlussklassen zweimal pro Woche testen lassen, wenn sie am Präsenz­unterricht teilnehmen wollen. Das Dunkelfeld ist hier also kleiner. Andere Jahrgänge sind derzeit wieder im Distanzunterricht. Womöglich liegt es daran, dass die Inzidenz in der Altersgruppe 10 bis 14 von zwischenzeitlich um die 200 auf aktuell 82,5 (KW 15) gesunken ist. Zu Hause wird eben weniger getestet.


Blickt man auf die Opfer, die die Pandemie im Nürnberger Land gefordert hat, so ist die Altersverteilung relativ eindeutig: Das Robert-Koch-Institut weiß von keinem Toten unter 34 Jahren. In der Altersgruppe von 35 bis 59 Jahren waren es eine Frau und vier Männer, bei den 60- bis 79-Jährigen acht Frauen und 31 Männer und bei den über 80-Jährigen 63 Frauen und 57 Männer.


Einige unter 60 schon geimpft


Die Pegnitz-Zeitung hat beim Landratsamt nachgefragt, wie viele Landkreisbewohner je Altersklasse bereits geimpft sind. Eine derartige Aufschlüsselung gibt es jedoch nur für das Röthenbacher Impfzentrum und für die mobilen Teams, die unter anderem in Pflegeheimen unterwegs waren. Impfungen in Praxen und Krankenhäusern tauchen bei diesen Zahlen also nicht auf.


Wenig Überraschend liegt die Altersgruppe 80+ deutlich vorne: 8431 Landkreisbewohner haben bereits ihre Erstimpfung erhalten, 4997 auch die zweite Dosis. Bei den 70- bis 80-Jährigen sind es 4415 beziehungsweise 388. Auffällig ist, dass bereits mehr Personen zwischen 50 und 60 (4058, 1073) ihre erste und zweite Impfung erhalten haben als zwischen 60 und 70 (2846, 679). Eine mögliche Erklärung: Beide Altersklassen sind noch nicht an der Reihe, unter den 50- bis 60-Jährigen befinden sich aber mehr Berufstätige etwa im Gesundheitswesen. Auch ein paar unter 20-Jährige sind bereits geimpft (375 beziehungsweise 105).


Die Priorisierung richtet sich auch nach Vorerkrankungen und Berufen, junge Altenpfleger, Ärzte oder Erzieher können demnach früher an der Reihe sein als ihre Eltern.

Andreas Sichelstiel, Andreas Kirchmayer

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren