Längster Krippenweg Deutschlands lockt nach Neunkirchen

Der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Neunkirchen, Franz Semlinger (rechts), erläutert den Besuchern die Sonderausstellung in der Magdalenen-Kapelle. Auch Bürgermeister Kurt Sägmüller (links) hört aufmerksam zu. Daneben Karoline Aldridge, die die Krippen gestaltet hat.2009/11/20091129_krippenwegneunkeroeffn1_big.jpg

NEUNKIRCHEN (bri) – 50 Krippen aus aller Welt, davon 27 neue Stationen, und eine eindrucksvolle Sonderausstellung orientalischer Landschaftskrippen locken nun wieder die Besucher aus nah und fern nach Neunkirchen. In seiner 13-jährigen Geschichte hat sich der Neunkirchener Krippenweg zum größten Krippenweg Deutschlands gemausert. Bis zum Dreikönigstag am 6. Januar ist der Rundgang im gesamten Ort zu bewundern.

Mit einer feierlichen Andacht durch Pfarrer Jürgen Dellermann in der katholischen Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Neunkirchen wurde der Krippenweg eröffnet. Damit blieben die Organisatoren der Tradition treu, abwechselnd in einer der beiden Kirchen die Eröffnung vorzunehmen. In dem mit vielen Besuchern und Ehrengästen gefüllten Gotteshaus, darunter alle drei Landräte und Bürgermeister Kurt Sägmüller, wurde an die Tradition und das Wesen des Krippenbaues in der christlichen Welt erinnert. Krippen stehen für die Besinnlichkeit im Weihnachtsrummel – regen sie doch zum Ansehen, Verweilen und Nachdenken an.

Franz Semlinger, der Organisator und Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, bedankte sich bei seinen Helfern und den Sponsoren, ohne deren Hilfe ein solches Projekt nicht durchführbar wäre. Aber er äußerte auch seine Wünsche: «Wir brauchen noch mehr freiwillige Helfer zum Auf- und Abbau sowie Unterstützer und Gestalter des Krippenweges – also Freiwillige vor.» Sorge bereitet der zunehmende Vandalismus. Noch vor der Eröffnung mussten einige Tafeln und Stationen schon wieder repariert werden.

Beim anschließenden Rundgang zeigte Semlinger den Gästen einige Krippen. Schnell wurde klar, warum der Neunkirchener Krippenweg so beliebt ist, bietet er doch eine wohl einmalige Vielfalt: Landschaftskrippen, Hauskrippen, Felsenkrippen oder Ruinenkrippen sind zu sehen. Das Weihnachtsgeschehen spielt sich in Franken, im Alpenbereich, im Orient, in Afrika, Südamerika, Asien oder sogar in Papua Neuguinea ab. Grippenblöcke aus Ghana, dem Senegal, Peru, von den Philippinen und Tansania sind ein Blickfang. Es gibt gestrickte Krippenfiguren, aus Rupfen, Ton, Holz, Wachs oder Porzellan. Auch die Grundschule Diepersdorf hat eine eigens gebaute Krippe ausgestellt. Für jeden Geschmack ist also etwas dabei.

Beeindruckend ist wieder die Sonderausstellung in der Magdalenen-Kapelle neben der katholischen Kirche. Heuer sind dort orientalische Landschaftskrippen mit Szenen aus dem Alltag der Menschen zur Zeit Jesu zu sehen. Die Krippengebäude und die Karawanserei wurden von Hobbykünstlerin Renate Zolft geschaffen. Die ägyptische Leinwand stammt von Erni Popp. Den Hintergrund hat Karoline Aldridge bemalt, die auch die Figuren herstellte. Sie gestaltete Szenen im Palmenhain, ein Wagenrennen, den Königszug, die Flucht aus Ägypten, Karawanen, ein Hirtenfeld, Händlertreiben und das Landleben mit Weinberg und Olivenhain. Eine imposante Vielfalt bis ins Detail ausgeführt.

Kinder auf «Stern-Suche»

Einen Plan, der den Krippenweg beschreibt und Erklärungen zu den ausgestellten Stücken gibt, erhalten die Besucher an den Parkplätzen und in den Geschäften der Gemeinde Dort gibt es auch die Teilnahmezettel für das Kinderquiz mit der Suche nach acht blauen Sternen. Wertvolle Geschenke werden unter allen «Stern-Findern» verlost.

Die Sonderausstellung in der Magdalenen-Kapelle ist bis Weihnachten an jedem Samstag und Sonntag und ab Weihnachten täglich von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Krippenwegführungen finden jeden Sonn- und Feiertag um 15 Uhr statt. Treffpunkt ist an Krippe 1 in der Ortsmitte.

Hans Brinek

N-Land Pegnitz-Zeitung
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