Kein Krippenweg 2009?

Das Neunkirchener Rathaus bekommt derzeit ein neues Dach und und eine Dämmschicht. Der Gemeinderat beschloss jetzt, danach neue Fenster einzubauen. Foto: Scholz2009/05/20090515_rathausneunkdaemmung_big.jpg

NEUNKIRCHEN (mz) – Zwischen der Gemeinde Neunkirchen und dem Heimat- und Geschichtsverein herrscht derzeit Funkstille. In der jüngsten Rätesitzung kam dies kurz zur Sprache, neben Entscheidungen zu Rathaussanierung, Wasserwerk und Bauhof sowie zum künftigen Speikerner Brunnen am Feuerwehrhaus.

Martina Baumann brachte das offenbar unangenehme Thema zumindest kurz auf den Tisch. Die SPD-Gemeinderätin und 2. Bürgermeisterin fragte, wann denn endlich im Gemeinderat über den Heimat- und Geschichtsverein gesprochen werde. Vorsitzender Franz Semlinger hatte mehrfach angekündigt, dass er und seine ehrenamtlich vielfältig für die Gemeinde engagierten Mitstreiter ihr Engagement deutlich zurückfahren wollen. Hintergrund: Seit langem moniert er, dass die Leistung hinter dem Krippenweg weder durch ausreichend Geld noch durch Bauhofunterstützung honoriert werde. 100 Euro bekommt der Verein pauschal.

Semlinger hatte mehrfach um Aufstockung gebeten, die Rede war von 5000 Euro für alle Tätigkeiten, die Miete für das Museumsdepot eingeschlossen. So pflegt der Verein den Archäologischen Wanderweg in Speikern, zehn Ruhebänke, führt heimatgeschichtliche Ausstellungen im Rathaus durch und hält das Wasserrad in Speikern instand. Alles Projekte, die er selbst anstieß und in die er Zeit und Material investiert.

Semlinger wartete nach eigener Aussage vergeblich auf «irgendeine Reaktion» aus dem Rathaus. Dazu kamen beiderseits weitere Unstimmigkeiten. Als schließlich doch ein Gespräch zustande kam, reagierten Rathaus und Gemeinderäte verschnupft, wie der Vorsitzende jetzt auf Anfrage der PZ erzählte. Auslöser war ein Bericht im «Amtsblatt» der Gemeinde, in dem der Verein das Rathaus angreift und ankündigt, Aufgaben hinzuwerfen.

Bürgermeister Kurt Sägmüller antwortete jetzt auf Baumanns Anfrage im Gemeinderat lediglich, es sei «nicht klar, wie es weitergeht». Im Geschichtsverein gibt es indes Stimmen, in diesem Jahr auch den Krippenweg sein zu lassen. Semlinger: «Der Druckauftrag für die Plakate ist schon gestoppt.» Ende Mai soll bei einer Vorstandssitzung noch einmal darüber geredet werden.

Im Gemeinderat ging es noch um weitere Themen. Zum Beispiel um die Art des Brunnens am Spielplatz neben dem neuen Speikerner Feuerwehrhaus. CSU und Freie Wähler überstimmten die SPD: Sie entschieden sich für einen gusseisernen Trogbrunnen mit Pumpenschwengel. Er kostet knapp 12500 Euro. Die SPD wollte einen «künstlerischen Brunnen» statt eines Standardmodells. Die anderen Räte gingen davon aus, dass dies zu teuer käme. Wobei Bürgermeister Sägmüller sich ein Kunstobjekt in Speikern auch «nicht vorstellen kann».

Auch beim nächsten Thema gab Martina Baumann (SPD) Kontra. Sie stimmte zwar zu, nach der derzeit laufenden Fassaden- und Dachdämmung des Rathauses auch für 18500 Euro die Fenster auszutauschen. Aber immer noch fehlt ihr ein Gesamtkonzept für Sanierung und den anstehenden großen Umbau (wir berichteten). Momentan sei alles Stückwerk, kritisierte sie: «Wir wollten in der gesamten Gemeinde durchdachter vorgehen», sagte sie verärgert, «dann müssen wir doch im Rathaus damit anfangen.»

Auch beim Thema Wasserwerk-Sanierung ist die Gemeinde einen Schritt weiter. Die Räte sind sich einig, dass die Mitarbeiter, was Sozial- und Sanitärräume angeht, am besten am Bauhof aufgehoben sind. Deshalb soll die Gemeinde erst einmal prüfen, ob sie dort ein Grundstück für einen Anbau mit Lagermöglichkeit kaufen kann. Das befürworteten die Räte einstimmig. Damit würde die Sanierung des Wasserwerks selbst noch zirka 120000 Euro kosten.

Zu erfahren war außerdem – auf Anfragen Baumanns: DSL lässt für Neunkirchen noch auf sich warten, die Telekom lässt sich nicht festlegen. Die «Waldschänke» ist wieder verpachtet, schon am 10. Juni soll die dann deutsch-griechische Küche wieder warm sein.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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