Aus Angst vor dem Corona-Virus

Mundschutz ist in den Apotheken ausverkauft

Die dickeren und sichereren FFP-Masken, wie sie Apotheker Herbert Braun trägt, sind ausverkauft. In der Hand hält Braun einen dünnen Atemschutz aus Vlies. Der bietet aber keinen ausreichenden Schutz gegen Corona-Viren. | Foto: Haase2020/02/Corona-Mundschutz-Herbert-Braun-Johannis-Apotheke-scaled.jpg

LAUF – Nicht erst seit der erste Corona-Virus-Fall am Donnerstag in Mittelfranken aufgetreten ist, hören Kunden in Apotheken in Lauf und im ganzen PZ-Land meistens nur: „Alles ausverkauft und das seit Wochen!“ Mundschutze, egal ob herkömmliche Vliesmasken oder dickere FFP-Masken, sind derzeit Mangelware. Auch Handdesinfektionsmittel gehen überall zur Neige.

Obwohl die handelsüblichen Vliestücher kaum Schutz vor Viren bieten, wie die Apotheker wissen, haben sich viele Menschen aus Angst vor dem neuartigen Corona-Virus damit eingedeckt – für den Fall, dass sich der Virus im Nürnberger Land weiter ausbreitet.

Mundschutz eher für die Psyche

„Die normalen Mundschutzmasken sind eigentlich dazu da, dass man selbst niemand anderen ansteckt. Sie sind nicht undurchlässig für Viren“, betont Herbert Braun, Apotheker in der Laufer Johannis-Apotheke. Eigentlich sollen die Vliestücher verhindern, dass Kranke andere Menschen durch ihren Speichel anstecken. Laut Braun sind sie viel mehr ein psychologischer Schutz für den Träger, statt ein wirksamer Schutz gegen Viren.

Händewaschen ist wichtig

Der Apotheker und einige seiner Kollegen aus Lauf, Röthenbach und Schnaittach verstehen zwar die Besorgnis um den Corona-Virus, wie eine Umfrage der PZ erbrachte, sehen aber keinen Grund für Panik. „Es gibt bessere Möglichkeiten, sich gegen eine Ansteckung mit dem Virus zu wappnen. Hände öfter waschen oder desinfizieren, niemanden anhusten und Abstand halten“, fasst Friederike Kittelt von der Markt-Apotheke in Lauf zusammen.

Neben den dünnen Vliesmasken gibt es noch dickere FFP-Masken, die mit einem speziellen Virenfilter ausgestattet sind. Weil diese sonst nur von Apothekern, Ärzten oder bestimmten Berufsgruppen verwendet werden, war die Nachfrage bis vor kurzem sehr gering. Doch mittlerweile sind vor allem solche Masken kaum mehr zu bekommen.

Pro Tag gehen rund 100 Anfragen nach Mundschutzen bei der Laufer Markt-Apotheke ein. Die hat jetzt eine Warteliste eingeführt und gibt die Masken nur in begrenzter Zahl an Einzelpersonen aus.

Einheitliche Handlungsanweisungen

Eine solche Liste führt Herbert Braun in der Johannis-Apotheke derzeit nicht, aber er wünscht sich allgemeine Handlungsanweisungen und Regelungen, wie Apotheken mit solchen Situationen umgehen sollen. „Was wäre denn, wenn in Zukunft alle plötzlich Masken tragen sollen? Woher sollten wir Apotheken die beziehen und wo zwischenlagern?“, fragt er. Er hofft, dass die Verantwortlichen in der Regierung aus der aktuellen Situation lernen und Vorsorge treffen, denn „das ist sicherlich nicht die letzte Epidemie“.

Im Podcast

Auch Handdesinfektion betroffen

Der Maskenmangel betrifft auch die Laufer Stadt-Apotheke, wo laut Apotheker Gerd Herrmann „praktisch nichts mehr lieferbar“ ist. Auch in Schnaittach in der Jumbo-Apotheke von Klaus Tyrach „ist alles weg, schon lange“, wie der Inhaber knapp sagt. Wann und in welchen Mengen Nachlieferungen kommen, ist ungewiss. Neben den Gesichtsmasken gehen nun auch Handdesinfektionsmittel langsam zur Neige.

Leere Regale in der Drogerie

Diese Engpässe betreffen nicht nur die Apotheken. Auch in der Drogerie Müller in Lauf weisen nur noch Schilder an den Regalen darauf hin, was hier noch vor Kurzem stand: kleine Fläschchen mit Desinfektionsgel. „Wir hatten viel vorrätig, doch seit Bundesgesundheitsminister Spahn im Radio vom Beginn einer Corona-Epidemie gesprochen hat, haben viele Leute Handdesinfektion gekauft“, erzählt Verkäuferin Stanislawa Franke.

Solche Hamsterkäufe hält Heiko Scholl, Inhaber der Pegnitz-Apotheke in Röthenbach, momentan für unnötig: „Ich möchte den Corona-Virus nicht verharmlosen, aber ich halte ihn auch nicht für gefährlicher als den Influenza-Virus.“

Laufer Krankenhaus ist gewappnet

Auch im Laufer Krankenhaus nimmt Chefärztin Dr. Susanne Rudisch das Thema „Corona-Virus“ gelassen: „Derzeit haben wir einige nachgewiesene Influenzafälle. Wir sind gewappnet.“ Auch mit Atemschutzmasken ist das Laufer Krankenhaus laut Rudisch „bestens versorgt“.

Im Podcast
Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren