Fast 40 Grad in Lauf

Mittwoch mit Hitzerekord

Die Sommerhitze lässt sich nirgends besser aushalten wie in den Freibädern (hier in Röthenbach), die Rekordbesucherzahlen vermelden. | Foto: Kirchmayer2019/06/Freibad-Schnaittach-Sprung-2.jpg

LAUF/Röthenbach/Schnaittach. Der Landkreis kocht: Mit 39,7 Grad, gemessen an einer privaten sehr professionellen Wetterstation in der Langwiesenstraße in Lauf, wurde diesen Mittwoch um 16.38 Uhr der Temperatur-Spitzenwert des Vorjahres eingestellt. Am 31. Juli 2018 war es exakt genauso heiß.

Unter www.wetterstation-lauf.de lassen sich, ständig aktualisiert, nicht nur die Temperaturen, sondern auch Windgeschwindigkeit, Regenmenge und vieles mehr abrufen. Online ist die Station seit dem 17. Oktober 2017. Wie die Grafik im Internet sehr anschaulich zeigt, stieg die Temperatur am Mittwoch von angenehmen 18 Grad am frühen Morgen bis zum Spätnachmittag auf fast 40 Grad an. Auch am Dienstag lag der Spitzenwert schon bei immerhin 37,1 Grad. Ermittelt wurden diese Temperaturen jeweils in einer Höhe von 1,50 Metern, direkt über dem Boden ist es ein bisschen kühler.

Eine Spitzentemperatur wurde am Mittwoch auch im Freibad in Röthenbach gemessen. Dort kletterte das Thermometer am Nachmittag gegen 17 Uhr auf 37 Grad im Schatten. Schwimmmeister Horst Schulz ist seit acht Jahren für das Freibad zuständig. „Ich glaube nicht, dass es jemals wärmer war“, sagt er.

Kein Wunder, dass sich bei dieser Hitze besonders viele Röthenbacher in den drei Becken abkühlen wollten. 3647 Gäste strömten am Mittwoch ins Freibad, „absoluter Spitzenwert“, sagt Schulz. „Das war schon grenz­wertig von der Auslastung“, etwa ab 14.30 Uhr sei das Bad richtig überfüllt gewesen.

Ähnlich heiß wurde es im Laufer Bad. Dort wurden Mitte der Woche am späten Nachmittag 36 Grad im Schatten gemessen. Auch die Einrichtung in Lauf verzeichnete einen Besucheransturm. 4398 Badegäste waren am Mittwoch da, der Höchstwert in diesem Jahr. An Spitzentagen sind es in Lauf aber schon mal über 6000 Besucher – vielleicht schon am kommenden Wochenende, an dem es extrem heiß werden soll. „Da kommen die Leute schon um acht Uhr“, sagt der Freibad-Mitarbeiter.

32 Grad wurden in Schnaittach gemessen, teilt ein Mitarbeiter der Firma Bädercoach mit, die seit diesem Jahr das Bad der Marktgemeinde betreut. Auch dort machte sich die Hitze an der Kasse, auf vollen Liegewiesen und in den Becken bemerkbar: 2498 Gäste kamen zum Sonnenbaden und Abkühlen ins Schnaittacher Freibad, der Höchstwert in der bisherigen Saison. Ob es sich um einen Allzeit-Rekord handelt, kann im Markt keiner sagen, darüber liegen keine Aufzeichnungen vor.

Hitzefrei für Schüler

Hitzefrei gibt es in dieser Woche für viele Schüler, zum Beispiel an den Gymnasien in Lauf und Röthenbach. Am CJT ist um zwölf Uhr Schluss. Man versuche, den Unterricht wenn möglich auf die Nordseite des Gebäudes oder ins Freie in den Schatten zu verlagern, heißt es aus der Schule. Am GSG in Röthenbach dürfen die Schüler um 12.15 Uhr nach Hause.

Ob es „Hitzefrei“ gibt, entscheiden die Schulleiter. Für Clemens Bert-
hold war die Lage am Montag beim Blick auf die Wettervorhersage klar. „Bei Temperaturen weit über 30 Grad brauchen wir nicht zu diskutieren“, so der Röthenbacher Direktor. Dennoch sei weniger entscheidend, was das Quecksilber außen anzeige, sondern wie warm es in den Klassenzimmern ist. „Erdgeschoß oder zweiter Stock, Nord- oder Südseite, da sind die Unterschiede schon gewaltig“, meint Berthold. Wenn es am Anfang einer Hitzephase 35 Grad habe, sei das in den Zimmern noch gut auszuhalten, sofern es vorher kühl war. Umgekehrt könne es am Ende einer Hitzewelle in den Räumen noch tropisch sein, wenn es draußen schon wieder abgekühlt hat. 

Stefanie Buchner-Freiberger/Andreas Kirchmayer

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