Zwischenbilanz für Lauf, Röthenbach und Schnaittach

Freibäder profitieren von der Rekordhitze

Schon am frühen Nachmittag ist das Nichtschwimmerbecken im Laufer Freibad gut gefüllt, die Kinder und Jugendlichen toben sich auf der Rutsche oder unter dem Pilz aus.2015/08/Freibad_Lauf_3.jpg

LAUF/RÖTHENBACH/SCHNAIT-TACH — Zum Sonne auftanken, müssen die Menschen im PZ-Land heuer wahrlich nicht an die Adria oder nach Andalusien reisen. Der heiße Sommer sorgt entsprechend auch für Andrang in den Freibädern. In Lauf, Röthenbach und Schnaittach werden bis Ende der Saison 2015 insgesamt bis zu 200 000 Gäste erwartet.

Rund 15 000 Menschen kamen allein am ersten Juliwochenende ins Laufer Freibad, und das trotz – oder vielleicht auch wegen – des gleichzeitig stattfindenden Kunigundenfests. Insgesamt zählte man in Lauf bisher rund 90 000 Besucher. Wenn das Wetter weiter mitspielt, erwartet die Stadt noch etwa 30 000 Gäste, bis das Bad am 13. September schließt. An den Rekordsommer 2003, als über 135 000 Badegäste kamen, reicht die Zahl allerdings vermutlich nicht heran, auch 2013 war mit über 126 000 Personen noch mehr los.

Das liegt unter anderem am durchwachsenen Mai und Juni. Zwischen 2000 und 3000 Besucher sind es im Augenblick in Lauf täglich. Schwimmmeister Stefan Schenk: „Wir haben ein Familienbad, das gefällt vielen.“ 80 Prozent der Gäste seien Familien, viele davon kämen aus Nürnberg, Erlangen, Fürth oder Forchheim.

Gäste aus der Region lockt auch das Röthenbacher Freibad an. Fast täglich zieht dort zum Beispiel Alexander Passaris seine Bahnen, meist zwei Stunden oder länger, ohne Unterbrechung. Er ist Nürnberger, er wohnt im Stadtteil Johannis, zum Schwimmen fährt er seit Beginn der Badesaison dennoch nach Röthenbach. Passaris, 41, sonnengebräunt von der Glatze bis zum Fußrücken, arbeitet am Flughafen im Schichtdienst. Oft fährt er direkt nach der Arbeit ins Freibad, nutzt jede freie Minute für sein Hobby. Früher war er meist im Nürnberger Westbad, „aber dort kann man nicht in Ruhe schwimmen“.

In Röthenbach seien die Leute einfach rücksichtsvoller, die Dauerkarte ist günstiger, außerdem sei das Bad sauberer und dazu „unheimlich idyllisch und schön gelegen. Das hat so ein bisschen was von Urlaub“, meint Passaris.

Nach Röthenbach kamen bislang knapp 40 000 Badefreunde. Die Gesamtzahl des durchwachsenen Sommers 2014 hat die Stadt damit längst hinter sich gelassen, vergangenes Jahr kamen nur knapp 30 000 Gäste.

Die besten Tage waren heuer, wie in Lauf, Anfang Juli. Knapp 3000 Besucher waren es am ersten Donnerstag des Monats, über das folgende Wochenende kamen noch einmal rund 8000 dazu. Die beste Zeit ist allerdings schon vorbei, erfahrungsgemäß gehen die Zahlen etwa mit dem Beginn der Schulferien zurück, sagt Bademeister Meier.

Mit seiner schönen Lage punkte auch das Schnaittacher Freibad, findet Jürgen Ertel vom Bauamt der Marktgemeinde, das für das Bad zuständig ist. Die Besucher hätten schließlich einen freien Blick zur Festung Rothenberg. „Wir haben ein großes Einzugsgebiet“, weiß Ertel, die Besucher kommen aus Lauf, Nürnberg, aber auch aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt.

Insgesamt waren es heuer schon knapp 28 000, das sind mehr als doppelt so viele wie im Schnitt der vergangenen vier Jahre. Dabei war das Bad in diesem Sommer schon wegen technischen Problemen und fehlendem Personal unter anderem an zwei Tagen komplett geschlossen. Das Schnaittacher Bad wurde bis Ende 2013 saniert. Das Schwimmer- und das Nichtschwimmerbecken und die sanitären Einrichtungen wurden erneuert.

2013 war deshalb das Nichtschwimmerbecken noch gar nicht benutzbar, 2014 spielte das Wetter nicht mit, jetzt aber kommen die erhofften Besucher. Schnait­tach punktet mit dem Sprungturm inklusive Ein-, Drei- und Fünfmeterbrett und der rund 13 Meter langen und drei Meter breiten Rutsche.

Bei allen Vorzügen der drei Freibäder: Den größten Einfluss auf die Besucherzahlen hat natürlich das Wetter. Hitze und Sonnenschein sind die besten Argumente für eine Abkühlung bei beispielsweise aktuell 24 Grad Wassertemperatur im Laufer Schwimmerbecken.

Alexander Passaris fährt auch bei Wolken nach Röthenbach und zieht seine Bahnen, rund 25 sind es in der Stunde. „Ich liebe es einfach zu Schwimmen. Das erfrischt, macht den Kopf klar, ist die beste Medizin gegen Stress.“ Umso mehr, wenn das Umfeld passt. Dem Freibad will er auch in den kommenden Jahren treu bleiben.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer