Ottensooser Pläne an B14

Kritik an geplantem Gewerbegebiet

Um die rot eingefärbte Fläche geht es: Das zwei Hektar große Waldstück ist Teil eines Landschaftsschutzgebiets, nördlich davon liegt ein Naturschutzgebiet. Im Westen, auf der anderen Seite der Staatsstraße 2236 nach Speikern, schließt das zwischen Ottensoos und Neunkirchen aufgeteilte Gewerbegebiet am Bräunleinsberg an, südlich verläuft die B 14 in Richtung Reichenschwand. | Foto: frankenluftbild.de/Stefan Harries, Montage: Andreas Sichelstiel2019/09/ottensoos-b14-kreisverkehr-ausbau-frankenluftbild-de-harries-br.jpg

OTTENSOOS — Rund zwei Hektar groß ist das Waldstück entlang der B 14, das für ein Gewerbegebiet weichen soll – zumindest sehen das die bisherigen Pläne der Gemeinde Ottensoos vor. Der Ort arbeitet aktuell gemeinsam mit dem Planungsbüro Team 4 an einem neuen Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan für die kommenden Jahre.

Für das Gewerbegebiet spricht die „hervorragende Verkehrsanbindung“, so Guido Bauernschmitt von Team 4. Bei dem Waldstück, das unmittelbar östlich des bestehenden Gewerbegebiets am Bräunleinsberg, auf der anderen Seite der Staatsstraße 2236 liegt, handelt es sich allerdings um ein Landschaftsschutzgebiet. Etwas nördlich davon befindet sich ein Naturschutzgebiet.

Zunächst wollte die Gemeinde die doppelte Fläche ausweisen. Das Areal hätte dadurch an das Naturschutzgebiet angegrenzt. Davon nimmt man in Ottensoos mittlerweile Abstand. Doch auch die zwei Hektar große Fläche ist bei den Trägern öffentlicher Belange, die sich im Vorfeld dazu äußern können, umstritten.

So lehnt die Nachbargemeinde Neunkirchen die Fläche ab, die näher an Speikern liegt als an Ottensoos. „Es ist ja nicht umsonst Landschaftsschutzgebiet“, sagt Bürgermeisterin Martina Baumann. Aber nicht nur den Erhalt der Natur führt sie als Begründung an. Das Areal sei „zu nah an Speikern dran“, dort sei schon sehr viel Gewerbe. Mehr wolle man den Speikernern nicht zumuten.

„Pufferzone für Naturschutzgebiet“

Erwartungsgemäß wehrt sich auch der Bund Naturschutz (BN) gegen die Pläne. Das Naturschutzgebiet im Norden des fraglichen Areals sei sowieso bereits von Gewerbe und Straßen umgeben. Dadurch würden Tiere und Pflanzen beeinträchtigt, so Heide Frobel, die Kreisvorsitzende des BN. Umso wichtiger sei der Erhalt des Waldstücks als „Pufferzone für das Naturschutzgebiet“.

Grundsätzlich ist Frobel dagegen, dass für Gewerbe ein zwei Hektar großes Waldstück weichen und ein Landschaftsschutzgebiet verkleinert werden müsste. „Die Gemeinden wollen immer wieder Gewerbegebiete ausweisen, mit der Begründung, sie brauchen Geld. Wir vom Bund Naturschutz fragen uns: Wann ist es denn genug?“, so Frobel.

Das Thema Flächenverbrauch treibe den Verband schon lange um. Zuletzt konnte der BN einen Erfolg feiern, als er gemeinsam mit einer Hormersdorfer Bürgerinitiative gegen ein geplantes Gewerbegebiet an der dortigen A 9-Ausfahrt vorging. Der Schnaittacher Marktgemeinderat lehnte das Vorhaben letztlich ab (die Pegnitz-Zeitung berichtete). „Wir sind nicht gegen alle Gewerbegebiete. Da, wo die Natur erheblich beeinträchtigt wird, lehnen wir sie ab“, so Frobel.

Entscheidung wohl im November

Die Ottensooser Fraktionen werden sich nun intern austauschen. Voraussichtlich in einer Sitzung im November soll die Entscheidung fallen, ob die Pläne so beibehalten werden. Bürgermeister Klaus Falk stellte am Donnerstag im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung in Aussicht, dass das Gremium diese auch ad acta legen könnte. Man sei auf das Vorhaben nicht angewiesen, so Falk, ein Scheitern sei „keine Katastrophe“.

Nicht nur um das Gewerbegebiet geht es bei dem Entwurf des Flächennutzungsplans, auch um Wohngebiete. Die beiden größten Flächen in der aktuellen Planung befinden sich am westlichen Ortsrand, südlich und nördlich der S-Bahn-Linie. Allerdings kündigt Falk im PZ-Gespräch an, es gehe nicht darum, baldmöglichst neue Baugebiete auszuweisen. „Wir müssen nicht um jeden Preis wachsen, wir sind klein und qualitätsvoll“, so der CSU-Politiker. Man wolle jungen Familien aus Ottensoos die Möglichkeit geben, im Ort auch ein Grundstück zu finden, so Falk.

Der Flächennutzungsplan dürfte Mitte 2020 aufgestellt sein.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger