Altdorfer darf auf Mandat hoffen

Jan Plobner: „Schönste Erfahrung meines Lebens“

Marcel Schneider (links) feiert mit Jan Plobner die erste Hochrechnung. | Foto: Blinten2021/09/Altdorf-Jan-Plobner-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND – NÜRNBERGER LAND – Was für ein Abend für die Altdorfer SPD: Jan Plobner, Chef des SPD-Ortsvereins, wird wohl neuer Bundestagsabgeordneter für den hiesigen Wahlkreis. Darauf deutete heute nach den ersten Hochrechnungen der Bundestagswahl alles hin. Mit einem Listenplatz 23 und einem SPD-Ergebnis von über 25 Prozent dürfte das Ticket nach Berlin für den 29-Jährigen so gut wie sicher sein. 

Als sich der junge Altdorfer bei der Wahlparty im Sport Bavaria an seine Parteifreunde wendet, ist er überwältigt. „Eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens“, sagt er mit Blick auf die Wahlergebnisse.

Ein Sieg seiner SPD und ein Absturz der Union – wer hätte das noch im Februar dieses Jahres gedacht, als Plobner von seiner Partei als Bundestagskandidat nominiert wurde. Bei 14 Prozent lag die SPD damals, jetzt erreicht sie über 25 Prozent.

„Wir haben gekämpft“

„Unser Wahlkampf hat ganz unten begonnen“, sagt der 29-Jährige. „Wir haben gekämpft.“ Das sei ein Sieg, wie man ihn nur im Team erreichen kann, erzählt er, Wahlkampf von morgens um 6 bis nach Mitternacht. Und das sei natürlich auch ein Sieg von Olaf Scholz, dem aus Plobners Sicht perfekten Kanzlerkandidaten.

Den der Altdorfer SPD-Chef aber bei der Mitgliederbefragung vor zwei Jahren nicht als Parteivorsitzenden sehen wollte. Er hat damals Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans gewählt, weil die beiden aus seiner Sicht das richtige Duo für eine SPD war, die seinerzeit nach dem Rückzug von Andera Nahles am Boden lag.

Die Partei befriedet

Walter-Borjans und Esken hätten für die Partei „unglaubliches geleistet“, sagt Plobner. „Sie haben die Partei befriedet.“ Als Kanzlerkandidat aber sei Scholz eindeutig die beste Wahl für die SPD gewesen. 

Wie sieht er die Warnungen im Wahlkampf vor einer rot-grün-roten Koalition? Entspannt, versichert der 29-Jährige. Ein solches Bündnis sei ja grundsätzlich nicht des Teufels. Dabei steht für den Altdorfer SPD-Chef ohnehin fest, dass die Republik linker werden wird, mit oder ohne die Linke in einer Regierungskoalition. Die SPD hat ein Führungsduo, das den linken Flügel repräsentiert, betont Plobner. Und der linke Flügel sei stark in der Partei. 

Rundum glücklich

Zu den ersten Gratulanten im Sport Bavaria gehört Marcel Schneider, stellvertretender Vorsitzender der SPD Mittelfranken, der seinen Gemütszustand nach Bekanntwerden der ersten Ergebnisse als rundum glücklich beschreibt.

Schneider erinnert sich daran, wie er vor vier Monaten mit Plobner im Wahlkampf unterwegs war und belächelt wurde. Ganz offen hätten ihm die Leute gesagt, ja, euer Kandidat ist zwar ein guter Mann, aber der hat doch nicht die geringste Chance. „Und dann hat Jan im Laufe des Wahlkampfs gezeigt, dass er immer besser geworden ist, der hat die Leute überzeugt.“ 

Schneiders Rat an seinen Parteifreund: „Bleib nah bei den Bürgern.“ Dafür braucht die SPD demnächst ein Abgeordnetenbüro in Altdorf. Über so etwas haben sich die Altdorfer Sozis noch nie Gedanken machen müssen. Was für ein Abend. 

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