Starkregen über Hersbruck

Land unter in Teilen Altensittenbachs

Pumpen, was das Zeug hält: In der Kühnhofener Straße stand bei weitem nicht nur der Blumenladen komplett unter Wasser. | Foto: Michael Scholz2017/05/DSC_5372.jpg

HERSBRUCK – Das Unwetter am frühen Donnerstagabend setzte Hersbruck ähnlich zu wie 2005. Am heftigsten erwischte es das Gewerbegebiet in der Kühnhofener Straße in Altensittenbach. Blumen Wendler schwammen die Pflanzen davon, das Wasser lief wie ein Fluss quer übers Gelände. Der Keller war hier genauso vollgelaufen wie bei allen anderen Unternehmen und Privathäusern in diesem Bereich.

„Es war schon oft ähnlich, aber das ist eines der schlimmsten Hochwasser – und ich habe einige mitgemacht“, sagte der Altensittenbacher Kommandant Andreas Weber vor Ort. Während das Team von Blumen Wendler mit und ohne Gummistiefel neben ihm durch das weiter anschwellende Wasser watet und vorbeischwimmende Pflänzchen aus dem Strom rettet, der nicht mehr zwischen Grundstück, Straße und Sittenbach unterscheiden lässt, kommt die Meldung, dass gut zwei Stunden nach dem sintflutartigen, anhaltenden Regen der Zufluss allmählich nachlässt.

Das Wichtigste: Die Heizung im Keller des Blumengeschäfts scheint gerettet. Fünf bis zehn Zentimeter, bevor sie mit Wasser vollgelaufen wäre, hat die Feuerwehr die Pumpe gesetzt, der Keller ist erst einmal „trocken gelegt“, wie die Fachleute sagen.

In der Zeit stehen immer noch Anwohner an der Sittenbachbrücke und schauen mehr oder weniger fassungslos auf das reißende Wasser, das die darüber führende Straße knapp nicht erreicht. Das habe es bestimmt 30 Jahre nicht mehr gegeben, sagt jemand. Die Kühnhofener Straße ist bis weit übers Ortsschild hinaus überflutet und gesperrt bis zur Abfahrt Fuchsau. „Wir arbeiten uns nach und nach voran“, sagt Kommandant Weber. Das heißt: Die Feuerwehr pumpt einen Keller nach dem anderen aus.

Vor Ort sind auch Bürgermeister Robert Ilg und Stadtbaumeister Lothar Grimm. Sie kennen das schon. 2005 ist Ähnliches passiert. Damals, erinnern sie sich, hielt der Regen aber länger an, wodurch wesentlich mehr Keller vollliefen. Aber auf den Vergleich komme es jetzt nicht an. Neben ihnen schildern Feuerwehrleute den Anfang des Unwetters: Erst Donner, dann ein heftiger Hagelschauer. Einer berichtet von einer anderthalb Zentimeter dicken Hagelschicht auf seiner Windschutzscheibe. Da sei er bei Engelthal mit dem Auto unterwegs gewesen.

Ilg und Grimm fuhren die kritischen Stellen im ganzen Stadtgebiet ab. Im Buchgebiet riss das Wasser Sand, Schotter und Zweige die Straße hinunter. „Wir kennen den neuralgischen Punkt, wir arbeiten am Hochwasserschutz dort“, sagt der Bürgermeister. Er berichtet vom Kinderkompetenzzentrum, in dem der Keller voller Wasser stand, ebenso wie in einem Gebäude am Haidplatz. Dort lief das Wasser wie in Altensittenbach und wie im Buchgebiet vom Berg hinunter, durch die Garage und vorne wieder zum Haus hinaus. Der Keller stand bis zur zweiten Treppenstufe unter Wasser. Hinter dem Haus arbeitet die Feuerwehr mit kleinen Sandsäcken, dabei durch den eine ganze Weile kaum nachlassenden Wasserstrom stiefelnd.

Vielleicht 100 Meter entfernt, an der alten Happurger Straße, stehen die Bewohner des Haidgebietes, teils mit Regenschirm, schauen ungläubig auf den kleinen Fluss der unaufhörlich über den Asphalt läuft. Hier können Autos aber noch passieren.

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N-Land Michael Scholz
Michael Scholz