Kombi-Klassen im Sittenbachtal

KIRCHENSITTENBACH (hh) – Ab Herbst machen auch die Kirchensittenbacher aus der Not sinkender Schülerzahlen eine Tugend: Die Grundschule wagt das Abenteuer altersgemischter Klassen.

Mit einer kombinierten 2. und 3. Klasse startet der Wechsel zu einem schulpädagogischen Konzept, das schon seit vielen Jahren in Alfeld und neuerdings auch anderen Schulen im Landkreis praktiziert wird. So informierten eine Lehrkraft aus Alfeld, Schulrat Dr. Gerald Klenk und Rektorin Cosima Badewitz über Erfahrungen mit dieser Klassenform.

Bayernweit arbeiten bereits 500 Schulen mit jahrgangsübergreifenden Klassen. Diese haben laut Dr. Klenk besonders im sozialen Bereich positive Erfolge und keinerlei Nachteile im Vergleich zum Lernerfolg in jahrgangsreinen Klassenstufen. Dieses „Modell der Zukunft“ sei seit Jahren erprobt. Lehrerin Renate Scharrer aus Alfeld, zeigte an praktischen Beispielen, wie der Unterricht mit zwei Klassen funktioniert. Rektorin Badewitz bedankte sich beim 2. Bürgermeister Gerhard Bock für die Bereitschaft der Gemeinde, anfallende Mehrkosten für benötigte neue Materialien zu übernehmen.

Viele Straßen sind marode

HERSBRUCK – Der heimische Landtagsabgeordnete Thomas Beyer sieht die von ihm seit langem erhobene Kritik am Zustand des Staatsstraßennetzes auch für den Landkreis Nürnberger Land bestätigt. In einer Antwort auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion räumte Innenminister Joachim Herrmann jetzt ein, dass selbst nach der eigenen Einschätzung der Staatlichen Bauverwaltung für 30 Prozent des 164,4 km langen Staatsstraßennetzes im Landkreis eine „grundlegende Sanierung erforderlich“ ist.

48,7 km Staatsstraßen im Nürnberger Land werden demnach durch das Innenministerium als „sanierungsbedürftige Strecken“ eingestuft. Hierfür wird überschlägig ein Sanierungsbedarf von 7,3 Millionen Euro ermittelt. Nach den Einschätzungen des Innenministeriums sind im Regierungsbezirk Mittelfranken insgesamt 545,3 km oder 33,5 % der 1.628,7 km Staatsstraßen dringend sanierungsbedürftig. Der Gesamtaufwand für die Sanierung soll allein in Mittelfranken 81,8 Millionen Euro betragen.

1,7 Millionen für Landkreis

Tatsächlich sieht das Koordinierte Erhaltungs- und Bauprogramm (KIB) des Innenministeriums für das Jahr 2010 im Regierungsbezirk Mittelfranken insgesamt ein Kostenvolumen von rund 11 Millionen Euro für Erhaltungsmaßnahmen an Fahrbahnen und Bauwerken vor. Nach Auskunft des Innenministers sollen davon 1,7 Millionen Euro in Sanierungsmaßnahmen im Nürnberger Land fließen.

„Die jetzt durch die Staatsregierung vorgelegten Zahlen weisen, wie zutreffend die Kritik der SPD an dem völlig unterfinanzierten Haushalt für den Staatsstraßenerhalt in Bayern immer gewesen ist“, schlussfolgert Dr. Beyer. Trotz wiederholter Kritik durch den Rechnungshof und trotz erheblicher Gefährdung für die Verkehrssicherheit habe das Innenministerium zugesehen, bis ein Drittel des Staatsstraßennetzes aus dem Hause selbst als reif für eine grundlegende Sanierung bezeichnet wird. Beyer: „Anstatt von immer neuen Großprojekten beim Straßenbau zu träumen, muss die Staatsregierung jetzt endlich beginnen, Bayerns Schlaglochpisten zu beseitigen.“

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