Rosenzauber und -markt ist abgesagt

Es bleibt nur die florale Hintertür

Solche Bilder wird es in diesem Jahr nicht geben: Der Rosenmarkt, den Dorothea Müller Philipps Sohn, Angelika Pflaum, Doris Kiener (v. links) und Jürgen Wild (rechts) organisieren, ist abgesagt. | Foto: privat2020/06/IMG-0144.jpg

HERSBRUCK – „Das Rosen-Team hat um den Markt gekämpft“, sagt Angelika Pflaum traurig. Doch nun sind alle Ideen im Sand verlaufen – zumindest fast: Der gewohnte Rosenmarkt am 13. Juni ist abgesagt.

Lange habe das Team aus Franziska und Wolfgang Geiger, Dorothea Müller Philipps Sohn, Pflaum und Jürgen Wild mit einer Absage gewartet, um abzuwarten, bis die Staatsregierung Konzepte geprüft hat, unter denen Märkte im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes stattfinden könnten, erzählt Pflaum. Vor allem Wild vom Wirtschaftsforum habe sich „sehr reingehängt“ in die Sache, lobt sie.

Er war daher im Kontakt mit dem bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, dem Referenten der Geschäftsstelle des Beauftragten für Bürokratieabbau der bayerischen Staatsregierung und dem bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales. „Ich kann mich nicht auf Landesebene für die Schausteller einsetzen, und dann wird in meiner Heimatstadt ein Markt sang- und klanglos gestrichen“, erklärt Wild.

„Passt nicht zu Lockerungen“

Daher habe er sich an die Ministerien gewandt, um auf Widersprüche hinzuweisen: Der Städtetag habe in einem Schreiben empfohlen, Märkte grundsätzlich abzusagen. „Aber das passt doch nicht zu den ganzen Lockerungen“, findet Wild. Schließlich sei im Nürnberger Land bereits ein „normaler“ Markt mit großem Erfolg durchgeführt worden und eine Neuauflage sei bereits in Planung. Auch Freizeitparks hätten ja bereits wieder geöffnet, so Wild.

Seine Bemühungen machte nun eine Stellungnahme des Landratsamts Nürnberger Land zunichte, wie er berichtet. In dieser stünde, dass im Moment alle Veranstaltungen bis 31. August abzusagen sind. Bei einem Markt bestünde, nach Meinung des Landratsamts die Gefahr der Entwicklung eines Events.

Das ärgert Wild, denn „ein Markt sind Einzelhändler in luftiger Natur“ – sowie die Tatsache, dass beispielsweise Messen erst ab September wieder möglich sind. „Der Rosenmarkt war eine reine Verkaufsmesse mit Rosenstöcken und Deko für den Garten. Die örtliche Gastronomie war mit den vorhandenen Biergärten und Lokalitäten eingebunden. Auch dieses Jahr wäre es nicht anders geworden“, führt Wild aus.

Herbst ist zu spät

Aber in der Antwort des Wirtschaftsministeriums an Wild steht, dass erst ab 1. September wieder Messeveranstaltungen möglich sind. Darauf haben sich nach Angaben des Wirtschaftsministeriums Ministerpräsident Markus Söder und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger verständigt. Aber: „Jede Entscheidung über einen so langen Zeitraum steht natürlich jedoch verstärkt unter dem Vorbehalt, wie sich die Corona-Infektionszahlen entwickeln“, war Staatskanzleichef Florian Herrmann dazu in der Presse zu vernehmen.

Aktuell wären damit auch die Rosenwochen wieder im Rennen. „Doch da ist es mit der Rosenzeit leider schon vorbei“, bedauert Wild. Jetzt seien ihm und dem Arbeitskreis die „Hände vollständig gebunden“.
Das Team sei im Vorfeld bereits vor Herausforderungen gestellt gewesen, verrät Pflaum. „Ende Februar hatten sich bei Weitem nicht so viele Aussteller angemeldet wie sonst.“ Das habe an Terminüberschneidungen und erster Unsicherheit wegen der beginnenden Corona-Pandemie gelegen, denkt sie.

Anderer Standort

Zudem hätten Geiger, Wild, Pflaum und Müller Philipps Sohn einen komplett neuen Stellplan erarbeiten müssen. „Wir können den Oberen Markt ja nicht nutzen und hätten in die Martin-Luther-Straße ausweichen müssen.“ Nachdem die Wirte nun weiter bestuhlen dürfen, wäre da auch weniger Platz. Daher habe man sich zum Verschieben des Rosenmarkts auf „voraussichtlich 12. Juni 2021“ entschlossen.

Wobei – einen Hoffnungsschimmer gibt es noch, deuten Wild und Pflaum an. Der Samstags-Markt bestehe ja und müsse nicht extra genehmigt, sondern nur belebt werden. Es könnten sich also interessierte Gärtner für den Termin am 13. Juni bei der Stadt anmelden, so Pflaum. „Sie müssten dann halt die normale Standgebühr bezahlen.“
Wild fände es schön, wenn es durch die Hintertür doch noch rosig werden würde in diesem Jahr – „damit die Leute etwas Hübsches in der Stadt sehen und Lebensfreude reinkommt“.

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