Geschwister drucken eigenes Blatt

Eigene Zeitung gegen den Corona-Blues

Stolz halten Sophie, Max und Felix Rogoz (von links) ihre Exemplare der „SMF-Zeitung“ in die Kamera. | Foto: T. Rogoz2020/05/kinder-rogoz-scaled.jpg

HERSBRUCK – Die HZ bekommt Konkurrenz: Die „SMF-Zeitung“ von Sophie, Felix und Max Rogoz geht bereits in die sechste Runde, und die Auflage ist schon nach wenigen Wochen im zweistelligen Bereich. Rund 22 Exemplare drucken die Geschwister für Bekannte und verteilen sie in ganz Hersbruck – gerne gegen einen Eisgutschein.

Die Idee für ihre eigene Zeitung kam den Geschwistern, als sie beim Ausmisten von Mamas Schrank eine alte Kamera fanden: Damit könnten sie ihre eigenen Fotos schießen und in der Zeitung veröffentlichen… Ein Name für ihr Blatt war schnell gefunden: „SMF-Zeitung“: Die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen bilden den Titel.

Weil die Kinder seit einigen Wochen zu Hause sind, haben Sophie, Felix und Max genügend Zeit, um neben dem Home-Schooling unter der Woche auch noch zu recherchieren und sich Notizen für die kommende Ausgabe zu machen. Jeden Freitag tippen sie dann ihre Ergebnisse am PC ab und drucken die neue Ausgabe. So hat Langeweile keine Chance.

Geschickte Arbeitsteilung

Jedes Kind hat seinen eigenen Aufgabenbereich: Die zwölfjährige Sophie kümmert sich vor allem um die Titelseite, das Wetter und die Witzseite am Schluss. Felix, zehn Jahre, schreibt den Sportteil und gelegentlich die Witze. Der achtjährige Max ist für die Nachrichten zuständig, und manchmal gestaltet er auch die Titelseite mit. Auch der älteste Bruder Nepomuk (15) hilft seinen kleinen Geschwistern hin und wieder.

Gerade während Corona ist es eine willkommene Abwechslung, die Zeitung zu gestalten. Ob es die auch dann noch gibt, wenn die Schule wieder losgeht, wissen die drei noch nicht. „Eventuell müsste man dann den Zeitplan etwas umkrempeln“, sagt Felix optimistisch.

Das Schwierige an der Zeitungsproduktion sei nicht das Schreiben selbst, meint Sophie, sondern das Verteilen: „Ich muss so viele Berge in der Siedlung auf und ab laufen!“

Hilfe von Mama und Papa brauchen die Kinder nicht – nur manchmal beim Korrigieren. Sonst leiten sie ihr Wochenblatt in Eigenregie. Ob sie auch beruflich später einmal bei einem Verlag oder als Journalisten durchstarten wollen, wissen die Geschwister noch nicht. „Es wäre auf jeden Fall eine Option“, finden die drei.

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