Erweiterung von Geru-Plast

BI „Unteres Sittenbachtal“ startet Bürgerbegehren

Richard Scharrer und Martin Schaffer (v. links) haben als Sprecher der BI „Unteres Sittenbachtal“ das Bürgerbegehren auf die Beine gestellt. | Foto: A. Pitsch2019/03/IMG_4544.jpg

HERSBRUCK  – „Wir müssen jetzt alles auf eine Karte setzen, sonst kommt der Bau ganz sicher“, sagt Martin Schaffer. Er und der zweite Sprecher der Bürgerinitiative „Unteres Sittenbachtal“, Richard Scharrer, haben ein Bürgerbegehren für den „Erhalt des Sittenbachtals und der Schönheit des Michelsbergs“ und damit gegen den geplanten Erweiterungsbau von Geru-Plast in Altensittenbach auf die Beine gestellt. Unterschreiben kann man ab sofort.

Die beiden hatten in den vergangenen Wochen bei persönlichen Begegnungen mit Fraktionen, Stadtspitze und Firmenchef Gerd Ruderisch den Eindruck, „dass der Bau schon beschlossen ist“. Schaffer und Scharrer hatten den Austausch mit den Beteiligten gesucht, um einen Kompromiss aushandeln zu können. Aber: „Kompromissbereitschaft wird hier falsch interpretiert“, so Schaffer. Die BI meine damit nicht, dass der Turm fünf Meter kleiner werde und ein paar Büsche mehr gepflanzt werden, ihnen gehe es um einen anderen Standort für die Betriebsvergrößerung „ohne Bachumleitung, mehr Verkehr, höhere Emissionen und weitere Flächenversiegelung“.

Die BI wünscht sich eine „schöne, verkehrsgünstig gelegene Erweiterung ohne Anwohner“ und sie hätte auch Vorschläge für diesen Kompromiss.  Doch nachdem auf keine ihrer Ideen eingegangen wurde, bedient sich die BI nun dieses „Instruments direkter Demokratie“ – wie Bürger in Himmelkron und Roßtal, die sich dort gegen Flächenfraß positionieren.

Listen liegen aus

Schaffer und Scharrer haben sich im Vorfeld genau informiert, sich Tipps beim Bund Naturschutz geholt und die Unterschriftenliste rechtlich prüfen lassen, damit keine Formfehler enthalten sind. Doch nun liegen die Unterschriftenlisten in Hersbrucker Geschäften und Praxen aus. Die Listen sind auch unter www.bi-hersbruck.de abrufbar und können am BI-Stand am Marktplatz Freitag- und Samstagfrüh unterzeichnet werden. Klinkenputzen will das Duo. Bis Ostern soll das so gehen, dann hofft Scharrer, dass neun Prozent der Hersbrucker Wahlberechtigten auf den Listen zu finden sind.

Diese rund 900 Unterschriften würden an die Stadt gehen, „die einen Monat Zeit hat, diese zu prüfen“, weiß Schaffer. Dann kann die Stadt dem Begehren folgen – „ein unwahrscheinlicher Fall“ – oder eine Gegenfrage stellen. Über diese würden die Bürger abstimmen als Bürgerentscheid. „Das wäre ein legitimer Entscheid des Souveräns“, sagt Schaffer.

Und wenn weniger als 900 Leute unterschreiben? „Dann sind wir am großen Wurf gescheitert und das wäre wohl das Ende der BI“, gibt Scharrer zu.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren