Neue Möglichkeiten bei Polizei

Anzeige per Internet

Auf verschiedenen, nacheinander folgenden Seiten muss der Anzeigenerstatter diverse Masken mit genauen Informationen zum Delikt ausfüllen. | Foto: Screenshot2018/04/AnzeigeOnline.jpg

HERSBRUCK – Das Rad wurde gestohlen oder die Auto-Antenne ist weg? Der Fernseher ist per Internetauktion bezahlt, aber die Ware kommt nie an? Musste man bei solchen Fällen der Kleinkriminalität bislang zur Polizei gehen, ist seit März eine Anzeigenerstattung online möglich. Auch bei der Hersbrucker Dienststelle gingen bereits drei Anzeigen auf diesem Weg ein.

„Es läuft tadellos“, fasst stellvertretender Inspektionsleiter Klaus Bald die ersten Erfahrungen mit dem neuen System zusammen. Gestartet hatte diesen Testlauf, der ein Jahr dauern soll, vor knapp zwei Monaten der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. Gedacht ist er für Delikte der Kleinkriminalität, wie Online-Auktionsbetrug, Diebstahl von Fahrrädern, Autoteilen oder Gegenständen aus Fahrzeugen sowie Sachbeschädigung, erklärt Bald.

„Hier gibt es oft wenig Täterhinweise, die Ermittlungen sind aufwendiger und die Anzeigen länger. Das können wir dann büromäßig abarbeiten“, sagt Bald. Er findet das neue Verfahren sinnvoll, weil die Anzeige in eine bestimmte Form gegossen wurde. „Vorher haben gerade junge Leute den Kontakt auch schon übers Internet zu uns gesucht“, erzählt Bald. Oft fehlten wichtige Informationen, so dass die Beamten auf die Erstatter zugehen mussten.

Über die Online-Masken erhalten die Polizisten nun detaillierte und strukturierte Daten. Sogar Bilder oder Dokumente, wie Kaufverträge oder Fotos des beschädigten Wagens, können hochgeladen werden, heißt es in einer Pressemeldung des Polizeipräsidiums Mittelfranken zum Thema. „Das macht es einfacher.“ Besondere Bedenken in Sachen Missbrauch der neuen Funktion hat Bald nicht: „Die Gefahr gibt es überall.“

Drei Fälle sind per Online-Anzeige in die Hersbrucker Dienststelle hereingeflattert. Allesamt Netzauktionen, bei denen das Geld weg ist, die Ware aber nicht geliefert wurde, verrät Bald. Eines ist ihm wichtig: „Wenn wir sofort tätig werden müssen, dann müssen die Leute bei uns anrufen.“

Auch Innenminister Herrmann hatte beim Start des Testlaufs darauf hingewiesen, dass eine Internet-Anzeige kein Ersatz für den polizeilichen Notruf ist. Ob das System nach Ablauf der Jahresfrist über die Kleinkriminalität ausgeweitet wird, weiß Bald noch nicht: „Da bleibt die Entwicklung abzuwarten.“

Infos zur Online-Anzeigenerstattung: www.polizei.bayern.de.

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch