EM-Tagebuch aus Frankreich

Stimmung noch ausbaufähig

Werner Schwarz, Fanclub-Beauftragter Heino Hassler und Gerhard Scharf (v. links) trafen sich am Pavillon der Nationalelf. Foto: privat2016/06/IMG_4258.jpg

HERSBRUCK/PARIS – „Wenn man Club-Fan ist, dann kann man nicht enttäuscht sein“, sagt Werner „Blacky“ Schwarz über das Spiel der Deutschen gegen Polen bei der EM. Zumal es ihm und Kumpel Gerhard Scharf auch „ums Drumherum, um den Event“ Fußball-Euro geht.

Und davon bekommen die beiden weltoffenen Fußball-Fans jede Menge mit: Nach einer kurzen Sightseeing-Tour zu Louvre und Eiffelturm ist die Fanbotschaft des Fanclubs der Deutschen Nationalmannschaft die erste Anlaufstelle. Dieser Pavillon, der in Paris leider an irgendein Straßeneck gestellt wurde, ist „einzigartig“, findet Schwarz. Denn sonst gibt es nur noch einen Treffpunkt für alle Nationen und nicht für jede einzelne.

Dort kommen die deutschen Fans zusammen, erfahren zum Beispiel, wie sie ins Stadion gelangen oder sammeln sich für den Fanmarsch. Aber den gab es in Paris nicht. Er wurde aus Sicherheitsgründen verboten. Und auch beim Public Viewing vorm Eiffelturm hieß es für Schwarz, Scharf und die anderen Deutschen bei den Partien England gegen Wales und Ukraine gegen Nordirland „draußen bleiben“: „Wir durften wegen den englischen Fans nicht rein.“

Im ersten Moment ging die Stimmung der beiden schon in den Keller. „Wenn 3000 bis 4000 Mann zusammen ins Stadion marschieren, ist dort von Beginn an halt richtig gute Stimmung“, meint Schwarz. Aber rasch waren Alternativen im belebten Kneipenviertel von Saint-Denis gefunden. „Da kamen alle zusammen, weil es keine Fantrennung gab. Und so haben wir auch mit Polen gefachsimpelt“, erzählt Schwarz über das „absolut friedliche“ Fan-Miteinander. Auch das Schauen in einer Kneipe mit vielen anderen Nationalitäten empfanden die beiden als einen schönen Teil dieses großen Fußballfestes.

Nicht ganz so gut hat Schwarz die Stimmung im Stadion gefallen: „Das war schon besser als in Lille, aber viele Lücken in der deutschen Kurve verhindern eine richtig gute.“ Mit Lücken meint Schwarz die Zuschauer, die keine Hardcore-Fans sind, die Fußball leben. „Das war bei den Polen anders.“

Nicht überrascht hat ihn hingegen die Partie: „Dieses Hintenrum-Gespiele war ein Drama.“ Ein 0:0 war da nur gerecht, zumal ihm die „Vorrunde generell sehr taktisch geprägt“ erscheint. Depressive Stimmung kam nach dem Schlusspfiff jedenfalls keine auf: „Da ist noch nichts verloren. Ich bin optimistisch, dass wir das Achtelfinale erreichen.“

Exklusiv für die HZ-Leser berichten Gerhard Scharf und Werner Schwarz in den nächsten Wochen in einem „EM-Tagebuch“ weiter von ihren Erlebnissen in Frankreich.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren